Kammerorchester „Arcata“ überzeugt

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 Als Solist am Schäferhorn: Henning Wiegräbe (Mitte).
Als Solist am Schäferhorn: Henning Wiegräbe (Mitte). (Foto: Steffi Rist)
Steffi Rist

Maximilian Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf hat in seiner Funktion als Stiftungsratsvorsitzender die große Schar der Zuhörer zum Jahreskonzert der Bürgerstiftung in der Pfarrkiche St. Martin begrüßt. Bereits zum zehnten Mal durften die Musiker des Kammerorchesters Arcata mit ihrem Dirigenten Patrick Strub dieses wundervolle Konzert in Aulendorf darbieten. Im Gepäck hatten sie den hervorragenden Solisten Hennin Wiegräbe mit seiner Posaune und dem eher unbekannten historischen Schäferhorn dabei. Das Publikum erlebte ein Ensemble par excellence.

Mit sagenhafter Leichtigkeit und Präzession überzeugten die Streicher und der Posaunist bei der Romanze von Carl Maria von Weber. Für die harmonische Klangführung sorgte der bravouröse Dirigent Patrick Strub, der im Laufe des Abends immer wieder eine charmante und sehr informative Ansage zu den einzelnen Stücken rüber brachte. Dem Ganzen trug natürlich auch die hervorragende Akustik der Pfarrkirche bei.

Ein weiteres Highlight des Abends war der gemeinsame Auftritt von Professor Henning Wiegräbe mit den Streichern, als er bei dem Stück „Sinfonie Pastorale G-Dur für Corno Pastoriccio“ von Leopold Mozart seine Posaune gegen das Schäferhorn tauschte. Strub wählte genau dieses Stück, da es ja ein Jubiläumskonzert der Bürgerstiftung war. Was könnte da besser dazu passen, als ein Stück des Komponisten Mozart, der in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag feiern durfte?

Dieses Werk spielt auf eine Hirtenmusik an, instrumentalisch untermalt vom typischen Hirteninstrument, dem Alphorn, oder dem weniger bekannten Schäferhorn. Letzteres hat eine höhere Leichtigkeit als das eher etwas starrere Alphorn. Diese sind in der Schweiz ein Traditionsinstrument, welche dazu diente, die Tiere von den Weiden zu treiben. Auch hier bewies Wiegräbe absolute Professionalität und Leichtigkeit bei dem Vortrag mit dem Instrument. Die Zuhörer konnten sich über sauber geblasene Naturtöne über die ganze Breite der Tonleiter freuen. Nach diesem hervorragenden Auftritt ließ es sich Klaus Thaler, Vorsitzender der Bürgerstiftung, nicht nehmen, einen Dank an Wiegräbe in Verbindung mit einem Präsent zu übergeben.

Eine kurze Pause verschaffte dem Kammerorchester neue Kraft für den ebenso hervorragenden zweiten Teil des Konzerts. Auch hier waren die Stücke wohl gewählt und bestens aufeinander abgestimmt. Mit dem Schlussstück, der Sinfonie d-Moll Op.3/Nr. 2 für Streicher von Franz Ignaz Beck, bekamen die Zuhörer einen Einblick in ein wunderbares Werk eines eher unbekannten Komponisten, der jedoch mittlerweile immer mehr Anhänger findet und so wieder dem Publikum zu Gehör gebracht wird. Geboren in Mannheim, zog es Beck in jungen Jahren nach Frankreich und wurde später Hofkomponist in Paris.

Bevor die Streicher in die Zugabe entlassen wurden, nahm Thaler noch die Gelegenheit wahr, Worte der Dankbarkeit auszusprechen und ein paar Geschenke sowie Blumen zu verteilen. Mit einer spritzigen Weise beendeten das Kammerorchester Arcata einen bezaubernden Abend und die Vorfreude auf ein Konzert im kommenden Jahr.

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