Integrationsarbeit nimmt in der Krise zu

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Auch in Corona-Zeiten finden im Hofgarten-Treff in Aulendorf unter Einhaltung aller Kontakt- und Hygieneregeln Face-to-Face-Bera
Auch in Corona-Zeiten finden im Hofgarten-Treff in Aulendorf unter Einhaltung aller Kontakt- und Hygieneregeln Face-to-Face-Beratungen statt. (Foto: Caritas)
Schwäbische Zeitung

Corona habe die Integrationsarbeit verändert, dennoch habe sie für die Caritas Bodensee-Oberschwaben auch in der aktuellen Krisenzeit einen hohen Stellenwert, teilt die Caritas mit.

„Die Covid-19-Pandemie erfordert von uns zwar ein Umdenken und Umorganisieren, wir sind aber dennoch als Ansprechpartner für hilfesuchende Menschen da und gut erreichbar“, sagt Constanze Rauch, Leiterin des Caritas-Dienstes Familienhilfen und Migration. Der Beratungs- und Unterstützungsbedarf habe im Zuge von Corona eher zugenommen, die Beratungen im Integrationsmanagement seien intensiver und die Beratungsinhalte komplexer geworden.

Existenzängste im Fokus

„Vor allem Existenz- und andere Ängste sind als neue Schwerpunktthemen hinzugekommen“, berichtet Constanze Rauch. Die Ratsuchenden kämen aus allen Altersgruppen – viele Familien und Alleinerziehende, aber auch ältere Menschen seien darunter. „Unser Ziel ist es, auch in Corona-Zeiten allen eine gute Unterstützung anzubieten, um mit der Alltagssituation zurechtzukommen“, betont Constanze Rauch.

Mit erschwerten Rahmenbedingungen und einem steigenden Beratungs- und Unterstützungsbedarf sieht sich die Caritas-Integrationsmanagerin im Hofgarten-Treff in Aulendorf, Andrea Rück, konfrontiert. Mehr als 400 Beratungen hätten seit Jahresbeginn bereits stattgefunden. Da Face-to-Face-Termine im Zuge der Corona-Krise ausgesetzt werden mussten, sei man auf Telefon und E-Mail sowie Briefkasten-Kommunikation ausgewichen.

Sprachbarrieren und Verständnisprobleme

„Wir beraten, sofern erforderlich und möglich, auch mit gebührendem Abstand an der Tür oder durch das offene Fenster“, berichtet sie. Darüber hinaus sei ein Beratungsplatz mit Trennscheibe im Hofgarten-Treff eingerichtet worden. Es habe sich gezeigt, dass Sprachbarrieren und Verständnisprobleme im persönlichen Austausch leichter überwunden werden könnten als am Telefon oder via Internet, so die Integrationsmanagerin.

Mittlerweile gehe man Schritt für Schritt in Richtung Normalität. „Wir sind für viele ein Rettungsanker“, sagt sie und berichtet von Arbeits- und Wohnungsproblemen, Schwierigkeiten bei Antragsstellungen, finanziellen Sorgen und Existenzängsten der Ratsuchenden.

Sprachkurse gehen wieder los

Jetzt würden auch die Sprachkurse wieder starten. „Da es noch immer keine verlässliche Kinderbetreuung gibt, stehen viele Kurs-Teilnehmer vor großen Herausforderungen“, gibt Andrea Rück zu bedenken. „Auch hier unterstützen wir, wo immer es uns mit unseren Netzwerkpartnern möglich ist.“

Die Angebote werden langsam wieder geöffnet, so werden auch im Bereich der Familientreffarbeit die Regelangebote den gegebenen Bedingungen angepasst.

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