Hela-Freunde feiern 20-jähriges Bestehen

Lesedauer: 5 Min
Lanz-Traktoren sind die Leidenschaft der Hela-Freunde (von links) Peter Geitz, Eugen Traub, Martin Spehle und dem Vorsitzenden d
Lanz-Traktoren sind die Leidenschaft der Hela-Freunde (von links) Peter Geitz, Eugen Traub, Martin Spehle und dem Vorsitzenden d (Foto: Tobias Gayer)
Schwäbische Zeitung
Tobias Gayer

Sie tuckern, sie rauchen, sie sind langsam und doch lassen sie Männerherzen höher schlagen. Zumindest in Aulendorf haben die Hermann-Lanz-Traktoren einen eingeschworenen Freundeskreis. Und das mittlerweile seit 20 Jahren. 1995 hatten ein paar Aulendorfer die Idee, ihrer Freude an diesen sogenannten Helas einen Namen zu geben. Daraus entstanden ist die Gruppe der Hela-Freunde Aulendorf, die am kommenden Sonntag ihr Jubiläum feiert.

„Unser Hauptanliegen ist es, an die Zeit zu erinnern, in der die Firma Hermann Lanz Aulendorf hier Schlepper produziert hat und diese zu präsentieren“, beschreibt Gruppenmitglied Martin Spehle die Faszination für die Helas. „Außerdem geht es darum, die Traktoren am Leben zu erhalten, denn ohne Pflege gehen sie kaputt“, erklärt der 40-Jährige.

Ausfahrten zu Oldtimer-Treffen

Der Verein nähme im Schnitt etwa zehn bis zwölf Termine im Jahr wahr, sagt Dietmar Wild, Vorsitzender der Hela-Freunde und erklärt: „Bei den Terminen handelt es sich oft um regionale Oldtimer-Treffen.“ Zu den Höhepunkten zählt der 45-Jährige das erste Hela-Treffen 2002 in Aulendorf, bei dem auch die Hermann-Lanz-Straße eingeweiht wurde. Doch die Traktoren werden nicht nur zur Schau gestellt. „Es gibt Landwirte, die damit heute noch ihre Höfe bewirtschaften“, weiß Wild.

Peter Geitz hat eine ganz besondere Beziehung zur Firma Hermann Lanz. Bevor die Firma ihren Betrieb in Aulendorf im Juni 1992 eingestellt hat, arbeitete der Vater der 47-Jährigen dort. Für Geitz bedeute Hela auch Heimatverbundenheit sowie stolz auf seine Heimatstadt zu sein, erläutert er.

Der 60-jährige Eugen Traub erzählt, dass ihm vor allem die gemeinsamen Ausfahrten Freude bereiten würden. Die meisten Helas fahren zwar nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde, Traub stört das allerdings nicht. „Bei einer Fahrt mit dem Schlepper sieht man viel mehr als bei einer Fahrt mit dem Auto, weil man viel langsamer ist und somit Zeit zum Schauen hat. Im August haben wir zum Beispiel eine Vier-Seen-Rundfahrt im Allgäu gemacht“, berichtet er.

30 Hela-Freunde gehören dazu

Die Gruppe besteht aus rund 30 Mitgliedern, zu denen aber meist noch Partner, Kinder, Freunde und Verwandte hinzukommen. Die Besitzer sind zwischen 10 bis 82 Jahren alt. Vereinsstatuten gibt es nicht. „Alle Aktivitäten laufen grundsätzlich immer freiwillig und ohne Zwang ab“, heißt es auf der Internetseite der Hela-Freunde. So auch ihr monatlicher Stammtisch, bei dem nicht nur Organisatorisches geklärt, sondern auch die Gemeinschaft gepflegt werde, so Wild. Grundsätzlich sei die Vereinigung auch offen für neue Mitglieder. Neben dem Interesse an Oldtimern setzt die Gruppe auch den Besitz eines Helas voraus.

Ältester Schlepper ist 76 Jahre alt

Der älteste Schlepper der Hela-Freunde ist Baujahr 1939. Wer sich einen Hela anschaffen möchte, muss mit Anschaffungskosten zwischen 2000 und 10 000 Euro rechnen. Das ergab eine Internetrecherche. Die Preise variieren je nach Modell, Baujahr und Zustand.

Am Sonntag, 13. September, feiern die Hela-Freunde Aulendorf das 20-jährige Bestehen ihrer Gruppe im Gasthaus Schalander der Schlossbrauerei in Aulendorf. Das Fest beginnt ab 11 Uhr mit einem Frühschoppen, den der Alleinunterhalter Andreas Herkommer musikalisch umrahmt. Im Hofgarten werden dann auch Hela-Traktoren zu besichtigen sein. „Das Fest soll vor allem Aulendorfer ansprechen, die sich für Helas interessieren“, sagt Vereinsvorsitzender Wild.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen