Großes oratorisches Konzert in Aulendorf

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 Der Konzertchor Oberschwaben gastiert am 6. Mai zusammen mit den Schwäbisch-Bayrischen Bläsersolisten in der Stadtpfarrkirche S
Der Konzertchor Oberschwaben gastiert am 6. Mai zusammen mit den Schwäbisch-Bayrischen Bläsersolisten in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Aulendorf. (Foto: Konzertchor Oberschwaben)
Schwäbische Zeitung

Der Konzertchor Oberschwaben kommt am Sonntag, 6. Mai, ab 18 Uhr nach Aulendorf. Zusammen mit den Schwäbisch-Bayrischen Bläsersolisten gibt es in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Aulendorf ein großes oratorisches Konzert. Zu Gehör kommt Anton Bruckner: Messe Nr. 2 in e-Moll.

Sie ist ein Juwel der romantischen Chorliteratur, anspruchsvoll zu musizieren, ergreifend zu hören: Bruckners Messe Nr. 2 in e-Moll für achtstimmigen Chor plus 15 Bläser. Der kunstsinnige Linzer Diözesanbischof Franz Joseph Rudinger bat Anton Bruckner um eine Mess-Komposition für die Fertigstellung des ersten Teilabschnittes der Votivkapelle im neuen Dom zu Linz. Die Messe sollte auf dem Domplatz uraufgeführt werden; die Aufführung im Freien erforderte eine spezielle Instrumentierung, es kamen dafür nur Blasinstrumente in Betracht. Dem achtstimmigen Chor stellte Bruckner zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotte, vier Hörner, zwei Trompeten und drei Posaunen gegenüber.

Als besonderes Ereignis erwartet die Besucher des Konzerts die Uraufführung der Kantate „Im Spiegel der Zeiten“ von Gregor Simon, teilen die Veranstalter in einer Ankündigung mit. Sie ist ebenfalls für Chor und Bläser.

Es handelt sich hierbei um eine Auftragskomposition der Kulturstiftung Annerose und Otmar Weigele aus Anlaß des 200. Todestages von Justin Heinrich Knecht (1752 – 1817).

Knecht, Musikdirektor in Biberach, war ein sehr bedeutender und beliebter Komponist in Oberschwaben. Auf meisterhafte und anrührende Weise drückte der Komponist aus seinem christlichen Glauben heraus Klage, Lob und Preis aus – in typisch klassischer und typisch oberschwäbischer Lebensfreude.

Dies – Klage, Lob und Preis – bildet auch den geistigen roten Faden der neu entstandenen Komposition, heißt es in der Ankündigung weiter. Es tauchen darin Choräle Knechts auf, wie das heute noch gesungene Biberacher Schützenfestlied „Rund um mich her ist alles Freude“ und es sind Psalmtexte verarbeitet – wie dies auch Knecht gerne tat.

Die 14-teilige Kantate unternimmt eine Reise kreuz und quer durch verschiedene Stilepochen von der Renaissance bis zur Gegenwart. Dabei wird die klassische und speziell Knechtsche Musiksprache quasi umkreist.

Gregor Simon, aufgewachsen in Aulendorf, ist Preisträger mehrerer Kompositionswettbewerbe und man darf auf das Werk, welches Alt und Neu in einer Gesamtschau verbindet, sehr gespannt sein, so die Veranstalter weiter.

Der Konzertchor Oberschwaben wurde 2014 gegründet. Der Projektchor mit 50 erfahrenen Chorsängern aus ganz Oberschwaben bringt jedes Jahr ein bedeutendes oratorisches Werk zur Aufführung. Der Chor kooperiert mit namhaften Orchestern und Solisten. Seine Konzerte werden von Publikum und Presse stets begeistert aufgenommen.

Die Schwäbisch-Bayrischen Bläsersolisten sind ein eigens für dieses Konzert aufgestelltes Ensemble hochprofessioneller Bläser zwischen Stuttgart und München, Ulm und Vorarlberg.

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