Großes Interesse an Übung der Feuerwehr Aulendorf

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Claudia Buchmüller

Etwa 150 Zuschauer haben sich am Samstagmittag bei strahlendem Sonnenschein auf dem Schlossplatz in Aulendorf eingefunden, um die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr, die mit 45 Kräften im Einsatz war, zu verfolgen. Neben Kameraden von befreundeten Wehren sowie großen und kleinen Bürgern war auch Bürgermeister Matthias Burth unter den Beobachtern. Ausgangssituation des ersten Übungsteils war die Meldung einer unklaren Rauchentwicklung im Obergeschoss der Kreissparkasse Aulendorf mit einer unbekannten Anzahl vermisster Personen.

Die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrückte Feuerwehrmann Jörg Ohlinger, der die gesamte Übung äußerst anschaulich kommentierte, mit der Frage:„Was ist denn zu tun, wenn man der Meinung ist, dass nur noch die Feuerwehr helfen kann, etwa bei einem Feuer, Rauchentwicklung, einem Unfall oder Hochwasser?“ Eines der anwesenden Kinder wusste sogar die zu wählende Telefonnummer 112.

Der Feuerwehrsprecher wählte anlässlich der vielen anwesenden Kinder einfache, kindgerechte Worte, und erklärte, was im Hintergrund passiert, wenn ein ein solcher Anruf in der Leitstelle eingeht. Dann erklang lautstark sein Piepser. Ohlinger berichtete, dass auf dieses Signal hin alle verfügbaren Feuerwehrleute ihren Arbeitsplatz oder bei Nacht das warme Bett verlassen und zum Feuerwehrhaus fahren würden. Dort angekommen heißt es dann: „Raus aus dem blauen Done, dem Anzug mit Krawatte oder dem Schlafanzug und rein in die Feuerwehruniform.“

Weiter erklärte er, dass im Ernstfall Fahrzeuge mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht absolute Vorfahrt haben. Kurz darauf bog der Kommandowagen mit dem Einsatzleiter der Hauptübung, Markus Sonntag, um die Ecke. Gesamtkommandant Markus Huchler war am Samstag als Beobachter unter den Gästen. Schritt für Schritt erklärte Kommentator Ohlinger, wie die eintreffenden Einsatzfahrzeuge heißen, mit wie viel Mann sie besetzt sind und wer nun was zu erledigen hat.

Dass der aus den Fenstern dringende Rauch durch eine Nebelmaschine erzeugt wird, um eine möglichst realitätsnahe Übungssituation zu erzeugen, habe durchaus seine Berechtigung, bekräftigte er und schilderte den Anwesenden die Ernstsituation, bei der Feuerwehrleute unter Atemschutz ohne Sicht in total verrauchte Gebäude eindringen müssten.

„Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll“, sagte einer der Zuschauer zu seinem Nachbarn. Dieser erwiderte, dass es ihm genau so gehe und er froh sei, dass es Menschen gäbe, die in solch einer Stresssituation den Überblick behalten würden. Wurden doch währenddessen auf dem Schlossplatz mit der großen Drehleiter „Verletzte“, gespielt von der Jugendfeuerwehr, aus dem zweiten Obergeschoss gerettet, während weitere Feuerwehrleute unter Atemschutzgerät über Steckleitern in das verrauchte erste Obergeschoss eindrangen und auch dort Menschen retteten.

Im zweiten Teil der Übung wurde ein Verkehrsunfall simuliert, bei dem die Feuerwehrleute im ersten Arbeitsgang dem Rettungsdienst einen Zugang durch ein Seitenfenster des verunglückten Autos schafften. Der stellvertretende Feuerwehrkommandant Martin Seifert erklärte der SZ, dass danach der Rettungsdienst über die weitere Vorgehensweise entscheide. In diesem Fall wurden Fenster und Dach unter Einsatz von Rettungsspreizer, -stempel und -schere entfernt. „Das ermöglicht einen rückenschonenden Transport des Verletzten in gestreckter Position“, erklärte Einsatzleiter Markus Sonntag. Alle Verletzten wurden vom Einsatzteam des DRK in Empfang genommen und betreut.

Dienstherr Matthias Burth sprach seinen Feuerwehrleuten ein großes Kompliment aus und bekräftigte die Wichtigkeit öffentlicher Hauptübungen, um der Bevölkerung zu zeigen, was Feuerwehrleute leisten müssen und wie viel Übung hinter einem derart hohen Ausbildungsstand steckt.

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