Große Nervosität bei den „Grashüpfer“

Lesedauer: 4 Min
 Realistische Bedingungen: Qualm dringt aus den Fenstern des Kindergartens „Grashüpfer“.
Realistische Bedingungen: Qualm dringt aus den Fenstern des Kindergartens „Grashüpfer“. (Foto: Sonntag)
Schwäbische Zeitung

Große Aufregung hat kürzlich im Kindergarten „Grashüfer“ in Aulendorf geherrscht, so eine Pressemitteilung: Denn die Rauchmelder pfeifen und im Treppenhaus kann man die Hand nicht mehr vor den Augen erkennen. Durch die Fenster des Kindergartens ist dicker Qualm zu sehen und schon ist auch das Martinshorn der anrückenden Feuerwehr zu hören. Die Kindergartenleiterin Maria Bohler ruft um Hilfe und kurz darauf braust auch schon ein Löschfahrzeug der Tannhauser Feuerwehr heran. Die Feuerwehrleute springen aus dem Fahrzeug und beginnen sofort die Schläuche zu entrollen.

Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Aulendorf-Tannhausen, Anton Mai, nimmt Kontakt zur Kindergartenleiterin auf, um sich ein erstes Bild von der Lage zu machen. Demnach gibt es eine starke Rauchentwicklung im Obergeschoss mit unbekanntem Ursprung, und mehr als 20 Kinder und Erwachsene werden vermisst. All das ist zwar nur eine Übung, wirkt aber sehr realistisch, heißt es in dem Schreiben.

Schnell gelingt es dem Angrifftrupp, der mit schwerem Atemschutz ins Gebäude geht, die Kinder teils tragend, teils gehend oder auch unter sogenannten „Rettungshauben“ zu sichern und ins Freie zu begleiten. Hier wartet schon die Bereitschaft des DRK Aulendorf mit ihrem Rettungswagen und leistet die Erstversorgung der Verletzten.

Von der Personenrettung bis zur Brandbekämpfung

Jörg Ohlinger kommentiert laut des Pressetextes den Ablauf dieser Übung von der Personenrettung bis zur Brandbekämpfung. „Bei einem echten Brand müssen die zu rettenden Personen mit einer Fluchthaube vor dem Brandrauch geschützt werden, da schon nach zwei bis drei Atemzügen eine Ohnmacht eintreten kann“, so Ohlinger. Mit mehreren „sogenannten Riegelstellungen“ verhindert die Feuerwehr eine Ausbreitung auf die nebenstehenden Wohngebäude. Bei einer Schauübung will man Löschwasserschäden am Gebäude verhindern, darum lenken die Feuerwehrmänner den Wasserstrahl auf das Feld neben dem Kindergarten.

Bei einer schwerverletzten Person, die sich im ersten Stock des Kindergartens aufhält, entscheidet sich Einsatzleiter Anton Mai für eine Rettung über einen sogenannten „Leiterhebel“. Hierbei wird eine Krankentrage an eine Steckleiter abgestützt und dann an mehreren Seilen hinuntergelassen. Aufgrund der vielen benötigten Seile ein ziemlich aufwendiges Verfahren, aber in Hinterhöfen, in denen eine Drehleiter keinen Zugang hat, eine schonende Art einen Verletzten zu retten. Die kleine Emilie, die über die Drehleiter „gerettet“ wird, läuft sichtlich stolz zur Mama und erklärt: „Das war toll.“

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen