Großbrand: Abriss der Ruine schreitet voran

Lesedauer: 7 Min
Minister Peter Hauk (CDU) informierte sich bei LAZBW-Direktor Franz Schweizer (rechts) über das aktuelle Geschehen.
Minister Peter Hauk (CDU) informierte sich bei LAZBW-Direktor Franz Schweizer (rechts) über das aktuelle Geschehen. (Foto: Paulina Stumm)

Hohen Besuch aus Stuttgart hat es am Mittwochnachmittag auf dem Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württembergs in Aulendorf (LAZBW) gegeben. Peter Hauk, Baden-Württembergs Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, war gekommen, um sich über die aktuelle Arbeit des Zentrums zu informieren. Gezeigt haben die LAZBW-Mitarbeiter dem Minister auch, mit welchen Behelfsmaßnahmen sie seit dem Brand leben. Anfang April war dort ein Stallgebäude mit Milchzentrum abgebrannt.

Drei Monate lang stand die Brandruine des einstigen Milchzentrums auf dem Hof des Zentrums und erinnerte die Mitarbeiter jeden Tag an die Brandnacht Anfang April, als das Gebäude vermutlich wegen eines Defekts in der Lüftungsanlage in Flammen aufging. Seit Anfang Juli ist der Abrissbagger nun am Werk, mittlerweile ist viel von der Ruine verschwunden. Es sei gut, dass endlich aufgeräumt werde, sagt eine Mitarbeiterin.

Millionenschaden bei Brand in Aulendorf
Schon wieder hat es in Aulendorf gebrannt. Diesmal am Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg. Erst im Februar war auf dem Aulendorfer Wertstoffhof ein Feuer ausgebrochen. Und auch diesmal geht der Schaden in die Millionen. Am Tag nach dem Großbrand haben die Aufräumarbeiten und auch die Suche nach der Brandursache begonnen.

„Unsere Mitarbeiter haben eine Heidenarbeit hinter sich“, erklärte auch Franz Schweizer, Direktor des Zentrums mit Blick auf den Betrieb, der seit dem Brand im Improvisationsmodus weiterläuft. Was das genau bedeutet, davon konnte sich der Minister beim Rundgang, vorbei an den Brandresten und den derzeit dort laufenden Abriss-, aber auch ersten Ersatzbauarbeiten ein schnelles Bild machen. Ein kurzer Blick in den – mittlerweile unter einem Zelt geschützten – mobilen Melkstand mit weniger Plätzen als früher; nicht nur Mehrarbeit für die Mitarbeiter beim Melken, auch für den Lehrgangsbetrieb kein gutes Los. Und dann zeigt Schweizer dem Minister ein paar Meter weiter den im Entstehen befindlichen Anbau an den Stall. Da komme ein Robotermelksystem rein, das auch später in einem neuen Stall weiterverwendet werde.

Unverzichtbare Forschung betont

Was genau Ersatzbauten und der Wiederaufbau nach dem Brand kosten werden, wagt im Moment noch keiner genau zu beziffern. Fest steht, allein der entstandene Gebäudeschaden beläuft sich auf vier Millionen Euro. „Wir hatten schon einen Masterplan zur Modernisierung – unter Einbeziehung der alten Anlage“, erklärte Hauk (CDU) der „Schwäbischen Zeitung“, „da werden wir jetzt eben nochmal ran müssen“. Heißt in der Praxis zum Beispiel, dass der geplante Kälber- und der Roboterstall früher gebaut werden. Am Geld wird es dabei, schnell ein neues Melkzentrum zu haben, wenn es nach dem Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz geht, nicht scheitern. Hauk betonte die unverzichtbaren Forschungstätigkeiten und -ergebnisse der Landeszentren.

Das LAZBW forscht in den Bereichen Rinderhaltung, Gründlandwirtschaft, Wild, Milchwirtschaft (Standort Wangen) und Fischerei (Standort Langenargen). Mit Kurzreferaten an Infostellwänden im Foyer des Verwaltungsgebäudes auf dem Atzenberg, hatten LAZBW-Mitarbeiter dem Minister über aktuelle Forschungsschwerpunkte ins Bild gesetzt. Dabei ging es sowohl um die Allianz für Niederwild, als auch um Fruchtfolgen, aber auch um Forschungsarbeit zur Verbesserung des Tierwohls in der Milchviehhaltung. Das gesammelte Wissen gibt das Zentrum in Fachtagungen, Fortbildungen und in überbetrieblichen Ausbildungslehrgängen an angehende und berufserfahrene Landwirte in Baden-Württemberg weiter.

Mit auf den Weg gaben die Mitarbeiter ihrem Minister, dass sie gerne im Bereich Digitalisierung und Automatisierung viel mehr ausprobieren wollen, dafür bedürfe es neben der technischen Ausstattung auch entsprechend ausgebildeten Personals. Landwirte fragten beim Zentrum nach, welche digitaltechnische Neuerung sinnvoll sei. Diese Frage aus eigener Forschungserfahrung beantworten zu können, das wurde deutlich, sehen die Mitarbeiter als ihre Aufgabe an.

Nach dem Rundgang über den Hof, standen für Hauk noch weitere Stationen auf dem Programm, etwa ein Anbauversuch Mais-Bohnengemenge und ein Versuchsfeld zu Eiweißerträgen in der Gründlandwirtschaft.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen