Gemeinderat Aulendorf ist gegen Fracking

Lesedauer: 5 Min
Der Gemeinderat Aulendorf kritisiert das Fracking. (Foto: dapd)
Schwäbische Zeitung
Simone Harr

Der Gemeinderat Aulendorf hat sich in der Sitzung am Montag einstimmig gegen die unkonventionelle Erdöl- und Erdgasförderung durch Fracking ausgesprochen. Das Thema war auf Antrag der SPD- und der FW-Fraktion auf die Tagesordnung gekommen. Hintergrund des Antrags ist die Sorge vor Umweltschäden durch die Methode des Frackings.

Laut Bauamtsleiter Wolfgang Winter beschäftigen sich seit einiger Zeit unterschiedliche kommunale Gremien mit Beschlussfassungen und Resolutionen, die sich für ein Verbot der Methode aussprechen. Neben einigen Städten und Gemeinden im Landkreis Ravensburg habe auch der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben im Dezember 2011 den Beschluss gefasst, im oberschwäbischen Raum von dieser Technologie Abstand zu nehmen. „Beim Fracking wird ein chemischer Cocktail in den Boden reingepresst. Dieser könnte in das Grundwasser kommen. Da wir in Oberschwaben der Wasserspeicher für viele Personen sind, hätte das fatale Folgen für die Region“, sagte Winter.

Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden Württemberg (LGRB) habe in den vergangenen Jahren drei Konzessionen zur Aufsuchung von Erdöl und Erdgas im Bereich Oberschwaben erteilt. „Mit einer Aufsuchungslizenz sind allerdings noch keine konkreten Bohr- und Aufschlusserkundungen möglich“, sagte Winter. Sie diene lediglich einer Potentialanalyse des Gebietes. Die Untersuchungsfelder unterteilen sich in die drei Lizenzgebiete Konstanz, Saulgau-Wangen und Biberach.

„Es liegen konkret keine Anträge für die Aufsuchungserlaubnis vor. Der Bereich südlich ab Biberach gehört grundsätzlich zum Aufsuchungsgebiet. Da aber keine Fördererlaubnisse sind, muss man keine Sorge haben, aber das Thema beschäftigt uns“, sagte Winter.

Pascal Friedrich (SPD) erklärte warum die SPD- und die FW-Fraktion den Antrag gestellt haben. „Es ist ein bergrechtliches Verfahren und Bergrecht ist Bundesrecht“, sagte er. Eine formale Anhörung sei dabei nicht vorgesehen. „Nur zu diesem frühen Zeitpunkt haben wir die Möglichkeit, unsere Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Denn wenn eine Firma alle Auflagen erfüllt hat, dann hat sie den Genehmigungsanspruch. Daher wehret den Anfängen“, sagte Friedrich.

Die SPD- und die FW-Fraktion schreibt in ihrem Beschlussresolution, dass die Stadtverwaltung die politisch Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene dazu auffordern soll, sich für eine Reform des nicht mehr Zeit gemäßen Bergrechts einzusetzen und auf eine Reform des Genehmigungsverfahrens hinzuwirken. Die ablehnende Haltung der Stadt Aulendorf soll gegenüber der Bundes- und Landesregierung zum Ausdruck gebracht werden. Außerdem soll die Landesregierung das LGRB anweisen, das Fracking-Verfahren zurückzuweisen.

Bürgermeister Matthias Burth sprach sich auch grundsätzlich gegen die Methode aus. „Es ist eine riesen Umweltverschmutzung meines Erachtens“, sagte er. Laut Bruno Sing (BUS) berge Fracking ein großes Risiko für Umwelt und Natur. „Es ist wichtig, es auf die Tagesordnung zu bringen. Der Antrag ist gut und wir werden ihm zustimmen“, sagte er. Auch Konrad Zimmermann (CDU) sieht das Fracking kritisch. „Ich unterstütze den Antrag und hoffe, dass wir das hier nicht in der Region nicht erleben“, sagte er.

Der Gemeinderat stimmte einstimmig dem Antrag der SPD- und der FW-Fraktion einstimmig zu.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen