Gelebte Inklusion in der Industrie

Lesedauer: 3 Min
 Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten in der Neuland-Werkstatt an einem Arbeitsplatz.
Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten in der Neuland-Werkstatt an einem Arbeitsplatz. (Foto: Vanessa Lang/Zieglersche)
Schwäbische Zeitung

Felix Löffler hat es geschafft: Er hat einen Praktikumsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen und, wenn es für beide Seiten passt, Aussicht auf eine Festanstellung, teilen Die Zieglerschen mit. Das sei das große Ziel für den 19-jährigen Mann mit geistiger Behinderung.

Löffler arbeitet in der Neuland-Werkstatt der Zieglerschen, eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Aulendorf. Gemeinsam mit dem Kabelkonfektionierer Hügler arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach. Der junge Mann arbeitet laut Mitteilung zwei Tage die Woche für die Firma Hügler. Während dieses Praktikums erledigt er einfache Zuarbeiten. „Die Arbeit ist super und macht mir Spaß“, freut sich Felix. Auch Sabine Mattes, Gruppenleitung bei Hügler, sei begeistert von dem Konzept: „Felix kann selbstständig arbeiten und hat eine echte Chance in der freien Wirtschaft. Auch für mich ist die Zusammenarbeit in der gemeinsamen Halle angenehm. So nette Kollegen trifft man selten.“

Während des Praktikums wird Felix von Jobcoach Andreas Kugler begleitet. Er ist ebenfalls Mitarbeiter in den Neuland-Werkstätten und unterstützt Menschen mit Behinderung auf ihrem Arbeitsweg. Gemeinsam würden sie Kompetenzen stärken und Praktikumsplätze suchen, heißt es. Der Jobcoach berate ebenso externe Firmen, die einen Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigen.

Die Kooperation zwischen der Neuland-Werkstatt und Hügler besteht seit Sommer 2015. Eine Arbeitsgruppe und Menschen mit Behinderung konfektionieren gemeinsam Kabel und Kabelbäume für Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge. „Zwischen den Kollegen besteht ein enges Verhältnis. Sie kümmern sich umeinander und leisten so qualitativ hochwertige Arbeit“, erzählt Michael Lengerer, Produktionsleiter bei Hügler.

Die Kooperation sei vom Land Baden-Württemberg als „innovatives, inklusives Projekt“ gefördert worden, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

Meist gelesen in der Umgebung

Sie wurden für die Kommentarfunktion auf Grund eines schweren Regelverstoßes gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen