Friedensfest am Bahnhof Aulendorf

Das Team der Bahnhofsmission Aulendorf beim Ehrenamtstag am 9. September.
Das Team der Bahnhofsmission Aulendorf beim Ehrenamtstag am 9. September. (Foto: Bahnhofsmission Aulendorf)
Schwäbische Zeitung

Unter der Federführung der Bahnhofsmission feiern am Samstag, 25. September, verschiedene Gruppierungen der Stadt Aulendorf unter unter der Federführung der Bahnhofsmission ein Friedensfest. Der knapp einstündigen Gedenkfeier um 15 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz, an der auch Bürgermeister Matthias Burth und Vertreter der Kirchen teilnehmen, folgt die Möglichkeit zu Kontakt und Gespräch bei einem kleinen Imbiss, zu dem die Bahnhofsmission einlädt. Bei sehr schlechtem Wetter muss die Veranstaltung leider ersatzlos entfallen.

Warum Friedensfest und wieso am Bahnhof? Die Bahnhofsmission hatte 2020 ihr 75-jähriges Jubiläum. Wenige Monate nach dem Kriegsende 1945 wurde sie in Aulendorf geründet, um der vielfachen Not an diesem wichtigen Bahnknoten abzuhelfen. Bei der Planung der Jubiläumsfeiern wurde dem Team der Bahnhofsmission bewusst, dass neben der Freude über die Gründung auch die Erinnerung an deren traurigen Anlass gehört: das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Dabei war dem Team klar, dem Kriegsende in einer Stadt nicht alleine gedenken zu können, sondern nur mit anderen Akteuren in Aulendorf. Dieses Friedensfest, dass anlässlich der deutschen Kapitulation vor 75 Jahren im Mai 2020 geplant war, musste coronabedingt zweimal verschoben werden und wird nun am 25. September nachgeholt.

Zu Beginn der Feier werden der Geschichtsverein Traditio, die Bahnhofsmission und ein Zeitzeuge an jene dunkle Zeit 1945 erinnern. Nach einer Gedenkminute wird mit dem Lied „Dona nobis pacem“, Texten und Gebeten der Sehnsucht und der Hoffnung nach Frieden und Eintracht Ausdruck verleihen. Der Posaunenchor unterstreicht musikalisch die Gedanken.

Doch nicht nur an den Frieden nach dem grausamen Krieg wird erinnert, sondern ebenso an das friedvolle und respektvolle Zusammenleben der verschiedenen Menschen in Aulendorf heute gemahnt. Gerade Bahnhofsmissionen waren und sind stets offen für alle Menschen, egal welcher Herkunft, Religion, Orientierung. So soll auch dieser Gedanke beim Friedensfest seinen Ausdruck finden. Mit Fürbitten und einem symbolische Band der Vielfalt und des achtsamen Zusammenlebens endet die Gedenkfeier. Dabei erklingt das „We shall overcome“, die Hymne der Vision einer Welt in Frieden, Freiheit und Vielfalt. Das Team der Bahnhofsmission steht nach der Feier ebenso bereit für Fragen rund um ihr Wirken am Bahnhof.

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