Ein Leitfaden für die Integration

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Erste Auszüge aus dem Entwurf des Integrationskonzepts sind vorgestellt worden.
Erste Auszüge aus dem Entwurf des Integrationskonzepts sind vorgestellt worden. (Foto: Paulina Stumm)

Was heißt eigentlich Integration? Wohin sollen die Integrationsbemühungen einer Gemeinde führen und wie sind die Ziele zu erreichen? Mit Flüchtlingssozialarbeit, ehrenamtlichen Sprachkursen, dem Einsatz des Helferkreises, der Lernwerkstatt und Projekten wie „Mama näht Deutsch“ oder auch Sportangeboten wird in Aulendorf bereits viel getan, um den – vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien – geflüchteten Menschen und aus anderen Gründe Zugewanderten zu helfen, zurechtzukommen. Jetzt hat die Integrationsbeauftragte der Stadt Aulendorf, Sonja Hummel, dem Integrationsbeirat Einblicke in den Aktionsplan „Integration“ der Stadt gewährt, der derzeit entsteht.

Dabei stellte sie den Mitgliedern vor, was aus deren Ideen für das sogenannte Integrationskonzept geworden ist. Denn diese hatten im Dezember vergangenen Jahres Ideen eingebracht, wie sich Aulendorf kurz-, mittel- und langfristig entwickeln soll. In dem Integrationskonzept werden, so geht es aus dem Entwurf hervor, nicht nur allgemeine Definitionen und eine Bestandsaufnahme zu finden sein, sondern auch ganz konkrete Handlungsempfehlungen in fünf Feldern.

Im Bereich „Verwaltung & Politik“ stellte Hummel auszugsweise das Ziel vor, Verwaltungspersonal in interkultureller Kompetenz zu schulen und zu schauen, welche Sprachen Mitarbeiter sprechen, um sie gegebenenfalls kontaktieren zu können.

Bei „Arbeit & Ausbildung“ nannte Hummel „ein Beispiel, dass schon praktiziert wird über ein Jour fixe“, nämlich die Vernetzung und den Austausch verschiedener an der Integration beteiligter Institutionen mithilfe der Stadt. Unter „Sprache & Bildung“ finden sich Ziele wie: „Der Anteil der Eltern mit Migrationshintergrund, die sich an schulischen Veranstaltungen beteiligen erhöht sich“, oder „Alle SchülerInnen sind in der Lage dem Unterricht zu folgen“ – für letzteres müsste die Kommune beispielsweise Nachhilfekurse in den Ferien organisiert.

Ziel: Engagement im Verein

Im Bereich „Wohnen & Stadtentwicklung“ sieht der Konzeptentwurf beispielsweise vor, die bestehenden Nachbarschaftshilfen auszubauen, um Wohnqualität und nachbarschaftliche Beziehungen zu fördern. Auch das Thema bezahlbarer Wohnraum ist dort aufgegriffen. Vorgeschlagen wird etwa, die Wohnraumoffensive der Caritas fortzuführen oder die Nachverdichtung von Wohnraum bei Neubauprojekten vorzuziehen.

Ein im Bereich „Gesellschaft, Gesundheit & Sport“ genanntes Ziel ist, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund sich in Vereinen engagieren. Bei der Vorstellung stand der Sport im Vordergrund, auch, da sich Bürgermeister Matthias Burth beim SGA-Vorsitzenden Max Baier informierte, wie es in der Sportgemeinschaft in Sachen Integration aussieht. Baier berichtete, dass sie Flüchtlingssportgruppe sich wegen fehlender Teilnehmer aufgelöst habe und auch, dass gute Anläufe im leistungssportlichen Tischtennis und Fußball „versandet“ seien. Sprache sei oft ein Thema, in einer Eltern-Kind-Gruppe gebe es mittlerweile jemanden, der sprachlich unterstütze. Grundsätzlich stünden die Türen der SGA offen. Dass die Sportgemeinschaft, wie im Integrationskonzept angedacht, alle ihre Angebote vorstelle, hielt Baier aber nicht für praktikabel. Ansonsten fehle „uns etwas die Idee“, wie dieses Integrationsziel zu erreichen sei.

VHS-Leiterin Anabell Munding schlug vor, die individuelle Ansprache über den Hofgartentreff zu intensivieren, und persönliche Kontakte herzustellen, sodass Interessenten mit einem Vereinsmitglied mitgehen könnten. In diesem Zusammenhang wurde auch das Beispiel der Frauensportgruppe Blönried genannt, in der fünf Syrerinnen mitturnen, die von Mitsportlerinnen zur Sportstunde abgeholt werden.

Der Entwurf des Integrationskonzepts soll im Herbst vom Gemeinderat beschlossen werden.

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