„Die Stadt und ihre Menschen haben mir den Kopf verdreht“

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 Pater Balthasar Rengga (Bildmitte) als Hauptzelebrant bei seinem Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin Aulendorf
Pater Balthasar Rengga (Bildmitte) als Hauptzelebrant bei seinem Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin Aulendorf (links Diakon Willy Schillinger, rechts Stadtpfarrer Anantham Antony). (Foto: Claudia-Evelyn Buchmüller)
Claudia Buchmüller

Zwei Jahre lang war der promovierte Religionsphilosoph und Buchautor Pater Balthasar Rengga, Angehöriger des Ordens der Steyler Missionare, als Aushilfspriester und Seelsorger in der katholischen Pfarrgemeinde Aulendorf. Am Sonntag wurde er in einem Dankgottesdienst, in dem er als Hauptzelebrant mit wirkte, verabschiedet.

Dabei sang Pater Balthasar auch zwei Strophen des Liedes „Wie groß bist Du?“ in seiner Muttersprache indonesisch. Stadtpfarrer Anantham Antony würdigte in seiner Abschiedsrede die pastoralen Dienste des Priesters, der hauptsächlich im Bereich der Sakramentenspendung eingesetzt war.

Besonders hob er den markanten Charakter und das unglaubliche Namensgedächtnis seines Steyler Mitbruders hervor, das nicht nur ihn, sondern die ganze Kirchengemeinde oftmals zum Staunen gebracht habe. Während seiner Zeit in Aulendorf wurde das von Pater Balthasar geschriebene Buch „Religionskritik von Feuerbach, Marx und Freud“ veröffentlicht. Nun kehrt er ins Missionspriesterseminar nach Sankt Augustin zurück. Dies sei das „kleine Kreuz“ eines Missionars – oft umziehen, nicht an einem Ort festkleben, sondern stets seine Zelte neu aufbauen. Unterwegs sein, laute die Sendung, bei der ihm sein Glaube an Gott helfe, auch wenn „die Stadt und ihre Menschen mir den Kopf verdreht haben“, sagte der Priester beim Abschied und fügte hinzu, dass er auf jeden Fall zur Fasnet wieder kommen wolle. Mit viel Beifall, persönlichen Worten und Umarmungen verabschiedeten sich viele Anwesende von ihm.

Pfarrer Antony gab noch bekannt, dass es gelungen ist, einen Ausbildungsvikar in die Pfarrgemeinde zu holen, der voraussichtlich in den nächsten Wochen seinen Dienst antreten wird. „So ist ein Abschied auch immer ein Neubeginn“, waren seine abschließenden Worte.

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