Der Umzug ist geschafft, jetzt gilt es anzukommen

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Betreuer und Bewohner haben den Umzug von Aulendorf nach Ravensburg bewältigt (von links): Ehrenfried Müller, Carolin Faßler im
Betreuer und Bewohner haben den Umzug von Aulendorf nach Ravensburg bewältigt (von links): Ehrenfried Müller, Carolin Faßler im Rollstuhl, Corinna Sinistra und Jochen Bammert. (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

Lange hat der Umzug im Raum gestanden, haben sich die Bewohner und Mitarbeiter der Aulendorfer Wohngruppe Wolfgang darauf vorbereitet. Sie suchten gemeinsam Farben aus, besichtigten den Rohbau, sprachen über Ängste und Erwartungen, teilt die St.-Elisabeth-Stiftung mit. Nun war es soweit: Die elf Frauen und Männer haben ihre beiden übereinanderliegenden Wohnungen in der Ravensburger Gartenstraße bezogen.

Umzugstage sind laut Mitteilung der Stiftung immer stressig: Ob man nur als Paar umziehe oder als elfköpfige Wohngruppe. Da könne man im Vorfeld noch so gut planen und organisieren, da können noch so viele fleißige Hände am Werk sein. Am Ende würden sich Handwerker und Neuankömmlinge die Klinke in die Hand geben, Lampen fehlen und sich neue Möbel dort fremd anfühlen. Als die Bewohner in ihrem neuen Domizil eintrafen, sei das Team der Mitarbeitenden um Bereichsleitung Alexandra Simon schon seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen gewesen, um letzte Vorkehrungen für den Einzug zu treffen.

„Herzlich willkommen im neuen Zuhause“, hieß es laut Pressetext dann, als einer nach dem anderen hereinspazierte, -rollte oder geschoben wurde und die hellen, freundlichen Räume in Augenschein nahm. Und während die einen erst einmal mit Getränken versorgt wurden, durchstreiften andere die Wohnungen, halfen beim Transport letzter Möbelstücke oder räumten Lebensmittel nach ihren Wünschen ein. „Ich hatte gehofft, nicht mehr umziehen zu müssen“, wird Carolin F. in dem Presseschreiben der Stiftung zitiert, die einst Krankenschwester war und 2001 durch einen Unfall aus ihrem Leben gerissen worden sei. „Aber hier sind Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich bin zuversichtlich.“

Ihr Zimmernachbar Jochen B. pflichtete ihr bei. Er habe kein Problem mit dem Umzug, daran sei er gewöhnt. Inzwischen war auch Bewohner Philipp H. angekommen. Zusammen mit seinem Vater hatte der junge Mann die Strecke von Aulendorf nach Ravensburg mit dem Fahrrad bewältigt, und jetzt freuten sich beide auf der großzügigen Terrasse über ein kühles Radler, schreibt die St.-Elisabeth-Stiftung weiter.

Zentrum beider Wohnungen, die Platz für bis zu acht Menschen in Einzelzimmern bieten, sei ein offener, gemeinsamer Küchen-Ess-Wohn-Bereich. „Im Vergleich zu Aulendorf, wo die Räumlichkeiten eher an eine Reha-Einrichtung erinnerten, haben wir hier viel mehr WG-Charakter“, erklärt Alexandra Simon laut Presseschreiben die Veränderungen. Dazu trage auch bei, dass sich das Dienstzimmer im selben Gebäude, jedoch außerhalb der Wohnungen befinde.

Die St.-Elisabeth-Stiftung hatte die Wohngruppe Wolfgang für Menschen mit erworbenen Hirnschäden 2011 im Wohnpark St. Vinzenz in Aulendorf eröffnet, nun stand der Umzug an (die SZ berichtete mehrfach, zuletzt am 30. Juni: „Wohngruppe Wolfgang verlässt Aulendorf“). Laut Stefanie Pahl, kommissarische Gruppenleiterin, seien die „beiden Wohnungen wunderschön“ und der neue Standort biete eine „große Lebenswelterweiterung“ für die Bewohner.

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