Das Schwäbische als Lebensgefühl

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Norbert Gallasch kann sich ein Leben als Hochdeutscher gar nicht vorstellen.
Norbert Gallasch kann sich ein Leben als Hochdeutscher gar nicht vorstellen. (Foto: Julia Kramer)

„I schwätz oifach gern Schwäbisch, des isch halt so!“ Norbert Gallasch, mittelalterlicher Mundschenk aus Leidenschaft, in erster Linie aber ein Aulendorfer Original, ist in seiner geliebten Heimatstadt im Herzen Oberschwabens geboren und aufgewachsen. Mehr Schwabe im Herzen als Gallasch geht also eigentlich gar nicht. Dabei symbolisiert für ihn die schwäbische Mundart das eigentliche Heimatgefühl, das Bodenständige, etwas, auf das man sich immer verlassen kann.

„Ich könnte mir mein Leben ohne das Schwäbische gar nicht vorstellen, es ist für mich auch viel persönlicher als das Hochdeutsche, ich kann mich im Schwäbischen einfach viel besser ausdrücken“, sagt Gallasch. Dabei sei für ihn Schwäbisch jedoch keinesfalls gleich Schwäbisch. Die Schwaben würden für ihren Dialekt ja in ganz Deutschland, um nicht zu sagen fast gar in der ganzen Welt, etwas belächelt, so Gallasch. Damit sei aber eigentlich viel mehr das Schwäbische aus dem Stuttgarter Raum gemeint, das dann eben auch gerne karikiert werde. Dieser Dialekt habe jedoch mit dem hiesigen rein gar nichts gemein.

„Die haben auch eine ganz und gar andere Mentalität dort. Das Schwäbisch, das ich meine, bezieht sich für mich auf den Landstrich Oberschwaben, nicht etwa auf Stuttgart und Umgebung“, erklärt Gallasch. „An Stuttgarter Schwob wett i id sei, dia schwätzat a komplett andre Sproch.“ So sei er etwa vor geraumer Zeit als Mitwirkender eines mittelalterlichen Theaterstückes für seine Leidenschaft nach Garmisch-Partenkirchen gereist, wo er auf einen Stuttgarter „Kollegen“ getroffen sei, der im Stück die Rolle des „Schwaben“ innehatte. „Jesses, war des furchtbar, wie der Schwäbisch gschwätzt hot“, erinnert sich der Mittelalter-Fan mit Grauen und ergänzt lachend: „Kein Wunder, dass unser Dialekt so verschrien ist.“

Was ihn aber im anschließenden Gespräch mit dem Stuttgarter Kollegen am meisten gewundert habe, war die Erkenntnis und Tatsache, dass dieser eigentlich gar keine anderen schwäbischen Dialekte kannte oder überhaupt wusste, dass diese existieren. Und dass sie existieren, dafür ist Norbert Gallasch ein lebendes Beispiel, denn: „Unser oberschwäbisches Schwäbisch – des isch a Lebensgfühl.“

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