„Celtic Night am Steege“ lässt Boden beben

Lesedauer: 5 Min
Schwäbische Zeitung
Claudia Buchmüller

Liebhaber keltischer Musik sind am Samstagabend im Steegerseebad in Aulendorf bei der zweiten „Celtic Night am Steege“ voll auf ihre Kosten gekommen. „Angesichts der Wetterlage habe ich echt das Schlimmste befürchtet“, gestand Martin Waibel, Organisator der Open-Air Veranstaltung mit Durchführungsgarantie auch bei schlechtem Wetter und fügte hinzu, dass es keltische Musik oft nur im Doppelpack mit keltischem Wetter gäbe. Ganz so schlimm präsentierten sich die Temperaturen mit 18 Grad dann doch nicht. Und so war der Parkplatz bereits kurz nach Veranstaltungsbeginn um 18 Uhr mit Kennzeichen aus dem gesamten süddeutschen Raum von Stuttgart bis Konstanz gefüllt. Zwischen 150 und 200 Fans keltischer Musik hatten teils weite Wege auf sich genommen, um diese ganz eigene Musikrichtung zu erleben. Sie wurden reich belohnt von den Formationen Yellow Kitchen, Highlandsack, Irish Céili Dance und Cùl na Mara.

Irische Tänze eingeübt

Gleich zu Beginn verwandelte sich die sandige Freifläche vor dem Gastronomiebereich in einen Tanzboden und rund 40 tanzfreudige Menschen ließen sich von Petra Bous, der Leiterin des irischen Tanzgruppenensembles „Heuberger Dancers“ in die Kunst der irischen Céili-Tänze einführen. Es war für Zuschauer und Tänzer eine rundum fröhliche Sache. Viele Tänzer kamen ins Schwitzen, manche Beine und vor allem die Tanzrichtung wurden verwechselt und es stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, auf Acht zu zählen.

Die anfänglichen Trockenübungen wurden danach live von den drei Musikern der Band „Irish Céili Dance“ begleitet. Anschließend spielten die „Highlandsäcke“, eine Highland-Pipe- und Drums-Band aus Altheim bei Riedlingen auf. Währenddessen wechselte der Schauplatz und die vielen Besucher fanden im Holzpavillon der Pizzeria kaum Platz. Dicht gedrängt stand oder saß das Publikum, beinahe wie in einem irischen Pub – nur das Guinness fehlte.

Zarte Geigentöne erklingen

Mit Spannung wurde die junge, noch unbekannte Gruppe „Yellow Kitchen“ erwartet. Eine gelbe Küche, Treffpunkt und Ideenschmiede der drei Musiker Karin Ecker, Heather Fyson und Matthias Gattermann war Pate bei der Namensgebung. Die Formation entpuppte sich als Meister der Balance von sanften, gefühlvollen und mitreißenden, fröhlichen Songs. Es war ein Hochgenuss, dieser gelungenen Mischung aus zarten Geigentönen, fröhlich durch die Luft wirbelnden Flötenklängen, rhythmischer Gitarrenbegleitung und den vielseitigen, mal dumpfen, mal streichelnden Tönen der Bodhrán, einem typisch irischen (trommelähnlichen) Instrument zu lauschen. Gepaart mit gefühlvoll vorgetragenen Songs verstanden es die drei hervorragend, die Anwesenden in die Weite der irischen Insellandschaft oder die hohen Bergketten im spanischen Galicien mitzunehmen.

Völlig anders präsentierte sich danach „Cúl na Mara“, mehrfacher Gewinner beim Deutschen Rock-Pop-Preis. Gewaltig und lautstark setzten die vier Musiker einen Kontrapunkt in Sachen Klang. Sie begeisterten das Publikum mit einer vielseitigen Mischung aus keltischer Musik vom klassischen Folk über Folk-Punk bis Folk-Rock.

Publikum tanzt zu Cúl na Mara

Armin Knorr aus Laupheim ist überzeugt: „Das sind die Besten!“ Auch dem Ehepaar Richard und Verena Breitwieser aus München, derzeit zu Gast in Aulendorf, gefällt der Abend. „Wir mögen irische Musik und waren einfach neugierig, was so in der Provinz abgeht“, erklärten sie. Ein Teil der großen Fangemeinde beschlagnahmte den geringen Platz vor dem Ausschank, um ausgelassen zu tanzen und so bebte buchstäblich der Boden des Pavillons am Steege, sowohl von den Trommelwirbeln des Schlagzeugs, als auch von den Tanzschritten des begeisterten Publikums.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen