Baugebiet „Buchwald“ soll nur für Häuslebauer sein

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 Das künftige Baugebiet „Buchwald“ am westlichen Aulendorfer Stadtrand aufgenommen aus Richtung Parkplatz des Schönstattzentrums
Das künftige Baugebiet „Buchwald“ am westlichen Aulendorfer Stadtrand aufgenommen aus Richtung Parkplatz des Schönstattzentrums (rechts im Bild), am linken Bildrand die Streuobstwiese, den Aulendorfern besser bekannt als „Pfäffles Kirschgarten“. In der Bildmitte der Buchwald oder „Burwald“, im Hintergrund die Hohkreuzkapelle. (Foto: Claudia Buchmüller)

Schnellverfahren mit dem Baugesetzbuch-Paragraf 13b:

Bei der Schaffung von Wohnraum müssen heutzutage zahlreiche Vorgaben erfüllt werden – seien es artenschutzrechtliche Untersuchungen, vorgeschriebene Ausgleichsmaßnamen, Brandschutz-Vorgaben oder Regelungen zu Fahrradabstellplätzen oder Fassadenbegrünung. Bauverfahren können daher mitunter sehr lange Zeit in Anspruch nehmen.

Der nur bis Ende 2019 geltende Baugesetzbuch-Paragraf 13b macht es Kommunen möglich, Baugebiete ohne die sonst üblichen Vorschriften relativ flott und unbürokratisch im Schnellverfahren auszuweisen, wenn die Fläche kleiner ist als 10 000 Quadratmeter und an vorhandene Ortsteile anschließt – auch wenn das betreffende Areal im Flächennutzungsplan gar nicht als Baugebiet ausgewiesen ist. Das Baugebiet „Buchwald“ ist im Flächennutzungsplan der Stadt Aulendorf derzeit als Fläche für Landwirtschaft ausgewiesen (dafür will die Stadt nach eigenen Angaben die Wohnbaufläche südlich des Wohngebiets Laurenbühl im Flächennutzungsplan verkleinern beziehungsweise herausnehmen). Der Sonderparagraf 13b, der eigentlich den schnelleren Bau von Flüchtlingsunterkünften im Außenbereich ermöglichen sollte, wird daher von Kommunen landauf und landab rege genutzt, um ohne Umweltprüfung und ohne ökologische Ausgleichsflächen zu wachsen – was wiederum von vielen Naturschutzverbänden kritisiert wird.

Der Gemeindetag Baden-Württemberg wiederum hat sich kürzlich erneut dafür ausgesprochen, dass der der Paragraf entfristet und weiterhin gültig bleibt. Rechtlichen Hürden müssten abgebaut werden, die die „Städte und Gemeinden daran hindern, neue Flächen für Wohnraum auszuweisen“. (kik)

Auf großes Bürgerinteresse ist am Montagabend im Aulendorfer Gemeinderat das geplante Wohngebiet „Buchwald“ am westlichen Stadtrand gestoßen. Das rund 3,4 Hektar große Areal nördlich der Hillstraße...

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Schnellverfahren mit dem Baugesetzbuch-Paragraf 13b:

Bei der Schaffung von Wohnraum müssen heutzutage zahlreiche Vorgaben erfüllt werden – seien es artenschutzrechtliche Untersuchungen, vorgeschriebene Ausgleichsmaßnamen, Brandschutz-Vorgaben oder Regelungen zu Fahrradabstellplätzen oder Fassadenbegrünung. Bauverfahren können daher mitunter sehr lange Zeit in Anspruch nehmen.

Der nur bis Ende 2019 geltende Baugesetzbuch-Paragraf 13b macht es Kommunen möglich, Baugebiete ohne die sonst üblichen Vorschriften relativ flott und unbürokratisch im Schnellverfahren auszuweisen, wenn die Fläche kleiner ist als 10 000 Quadratmeter und an vorhandene Ortsteile anschließt – auch wenn das betreffende Areal im Flächennutzungsplan gar nicht als Baugebiet ausgewiesen ist. Das Baugebiet „Buchwald“ ist im Flächennutzungsplan der Stadt Aulendorf derzeit als Fläche für Landwirtschaft ausgewiesen (dafür will die Stadt nach eigenen Angaben die Wohnbaufläche südlich des Wohngebiets Laurenbühl im Flächennutzungsplan verkleinern beziehungsweise herausnehmen). Der Sonderparagraf 13b, der eigentlich den schnelleren Bau von Flüchtlingsunterkünften im Außenbereich ermöglichen sollte, wird daher von Kommunen landauf und landab rege genutzt, um ohne Umweltprüfung und ohne ökologische Ausgleichsflächen zu wachsen – was wiederum von vielen Naturschutzverbänden kritisiert wird.

Der Gemeindetag Baden-Württemberg wiederum hat sich kürzlich erneut dafür ausgesprochen, dass der der Paragraf entfristet und weiterhin gültig bleibt. Rechtlichen Hürden müssten abgebaut werden, die die „Städte und Gemeinden daran hindern, neue Flächen für Wohnraum auszuweisen“. (kik)

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