Ausgewogen und ausdrucksvoll

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Bis auf die Beleuchtung stimmte alles bei der Matinee der „Vocalgourmets“ in der Schlossbrauerei Aulendorf: Monika Blaser-Eppler
Bis auf die Beleuchtung stimmte alles bei der Matinee der „Vocalgourmets“ in der Schlossbrauerei Aulendorf: Monika Blaser-Eppler, die Leiterin, Ricarda Kammerer (beide Sopran), Bettina Bathelt (Alt), die Tenöre Andreas Laube und Bernd Wellhöner und (Foto: Dorothee L. Schaefer)
Schwäbische Zeitung
Dorothee L. Schaefer

Zu einer musikalisch reichhaltigen und gut besuchten Matinee am Muttertag mit deutschen und europäischen Volksliedern unter dem Titel „In einem kühlen Grunde“ hatten sieben „Vocalgourmets“ in die Schlossbrauerei Aulendorf eingeladen. Dabei stand diesmal ein Damen-Trio aus zwei Sopranen und einem Alt einem Herren-Quartett aus zwei Tenören und zwei Bässen gegenüber. So konnten die 23 Lieder teils mit wechselnder Besetzung dargebracht werden. Dazu kam noch der besondere Klang der Harfe von Stefanie Kirner, die instrumentale Volksmusik präsentierte und auch das Ensemble begleitete.

Das a cappella-Ensemble wurde 1992 gegründet und bereits seit 14 Jahren wird es von der Schulmusikerin und Chorleiterin Monika Blaser-Eppler geleitet, die den ersten Sopran singt. Die Stimmen passen sehr gut zusammen und sind dank der vier umfangreichen Männerstimmen und der sicheren, tragenden Frauenstimmen in der idealen Situation, auch polyphone, schwierige Lieder der Renaissance oder des 19. Jahrhunderts zu singen. Vom ersten Ton an überzeugte dieses Ensemble mit präziser Artikulation und Intonation sowie großer Musikalität.

So entspann sich ein schönes abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Themen – die Jahreszeiten, die Liebe, die Natur, die Tiere und den Tageslauf. Dazu gab es Ausflüge in andere Länder wie Dänemark, Norwegen, Irland oder England – jeweils in der Fremdsprache gesungen – und in andere Regionen wie Kärnten, Oberbayern oder Norddeutschland. Viel Bekanntes war dabei, aber auch zahlreiche, weniger bekannte Lieder nach alten Texten, in neuer Fassung oder modern arrangiert.

Neben bayerischer Mundart standen tiefsinnige Gedichte von Hermann Hesse wie „Dort, wo der stille Garten liegt"„oder schalkhafte, lautmalerische Lieder wie „Ein Jäger längs dem Weiher ging“ oder „Der Kuckuck und der Esel“, die im Wechselgesang, leicht angejazzt oder poppig daherkamen.

Für Abwechslung zum Gesang sorgten die drei mal drei Instrumentalstücke, die Stefanie Kirner auf ihrer mittelgroßen Konzertharfe spielte. Das Lieblingsstück ihrer Tochter, das Kirner selbst komponiert hat, machte den Anfang und ein weiteres selbst arrangiertes Stück hat sie nach ihrem Wohnort St. Märgen im Schwarzwald benannt.

Einige Volkslieder wie „Ännchen von Tharau“ intonierte sie auf der Harfe wie auch das als „Westfalenlied“ bekannte „Nun ade, du mein lieb Heimatland“ von 1848. Schön auch die irischen und englischen Lieder wie „My Gentle Harp“ (auch „Danny Boy“ oder „The last Rose of Summer“), „Down in the Sally Gardens“ oder „Scarborough Fair“.

Dazu passte dann wieder die letzte Liedgruppe mit zwei englischsprachigen Liedern. Ein Schweizer Mundartlied „Du fragsch mi, wär i bi“ hatte sich Reinhold Ambros als Ständchen für seine Frau gewünscht.

Auch das Publikum durfte zwei Mal mitmachen: bei „Kein schöner Land in dieser Zeit“ und der Zugabe „Die Gedanken sind frei“. Da sang auch der Gastgeber und Schlossbrauereibesitzer Flo Angele begeistert mit, denn bei seiner Begrüßung hatte er grade dieses Lied wegen seines immer wieder aktuellen Textes als sein Lieblingsvolkslied bezeichnet.

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