Aus den Bergen nach Aulendorf

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Die Aulendorfer Alphornbläser beim Konzert zum 30-jährigen Bestehen vor dem Schlossportal. Das Bild zeigt von links: Heinz Holde
Die Aulendorfer Alphornbläser beim Konzert zum 30-jährigen Bestehen vor dem Schlossportal. Das Bild zeigt von links: Heinz Holderried, Waltraud Stützle, Franz Schoch, Alfons Branz, Ulrich Groener und Alfons Neumann. (Foto: Claudia Buchmüller)
Claudia Buchmüller

Die Aulendorfer Alphornbläser haben am Samstagabend mit einem feierlichen Dankgottesdienst in St. Martin ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Neben mehreren Musikstücken, teilweise unterstützt von Orgel und Flügelhorn, übernahm die Gruppe auch die Fürbitten.

Rita Dittrich, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, gratulierte zum Jubiläum und bedankte sich für die musikalische Begleitung der Erntedankgottesdienste in den vergangenen Jahrzehnten mit einem Präsent. Im Anschluss an die Messfeier gaben die Jubilare, gemeinsam mit den Bläserfreunden aus Ochsenhausen, vor dem Schlossportal noch ein kleines Platzkonzert und ernteten viel Beifall vom begeisterten Publikum.

Eigentlich gehört das Alphorn ja in die Berge. Dort wurde es früher von den Hirten geblasen, die damit die Tiere bei aufziehendem Gewitter besänftigten. Zudem nutzten es die Bergler als Kommunikationsmittel von Alpe zu Alpe und warnten sich beispielsweise vor Gefahren. Daraus haben sich Tonfolgen und sogenannte Alphornrufe entwickelt, die über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte, weitergegeben, zum traditionellen Liedgut geworden sind.

Musiker proben das ganze Jahr über

„Bei einem Fest des Liederkranzes war ein Alphornbläser zu Gast und das Instrument hat mich sofort fasziniert“, erinnert sich Franz Schoch an die Anfänge und fügt schmunzelnd hinzu, dass Musiker stets neue Herausforderungen suchen. Zusammen mit Kurt Mütz, seinem Waldhornspielerkollegen bei der Stadtkapelle, hätten sie dann 1988 offiziell die Aulendorfer Alphornbläsergruppe gegründet und bereits ein Jahr später den Aulendorfer Musikstadel mitgestaltet. Im Lauf der Jahre gesellten sich weitere Bläser, darunter auch ein Alphornbauer, dazu (die SZ berichtete). Heute besteht die Gruppe aus fünf Männern und einer Frau. Geprobt wird wöchentlich im Schulzentrum Aulendorf, das ganze Jahr über, wie Schoch betont.

Das musikalische Repertoire reicht von traditionellen Alphornrufen über Walzer und Polka bis hin zu Musikstücken wie dem Oberbergler (geschrieben für Alphorn und Orgel). Mit dem Alphorn, das übrigens zu den Blechblasinstrumenten gehört, können lediglich 16 Naturtöne erzeugt werden, was musikalische Grenzen setzt. „Es gibt viele Musikstücke, die mit dem Alphorn nicht spielbar sind“, erklärte Ulrich Groener.

Das Spielen an sich ist nicht einfach und für die Spieltechnik sind allein die Lippen und der Atem entscheidend. Es ist fast ein Hauch, der die unnachahmliche Ruhe im Ton erzeugt. Schnellere Stücke erfordern viel Können und noch mehr Übung.

Etwa 25 Auftritte absolvieren die Aulendorfer Alphornbläser jährlich, nehmen an Wettbewerben teil und treffen sich mit anderen Bläsergruppen. „Am liebsten sind mir persönlich die kirchlichen Veranstaltungen, etwa die Maiandacht in Steinhausen, die Johannifeier auf dem Bussen und natürlich der Erntedankgottesdienst in Aulendorf“, so Schoch abschließend.

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