„Aulendorfer Schlossgeschichten“ starten am 27. August

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Die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ starten am 27. August. Mit Smartphones und Tablets können sich die Besucher auf eine virtue
Die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ starten am 27. August. Mit Smartphones und Tablets können sich die Besucher auf eine virtuelle Erlebnisreise durch das Schloss machen. (Foto: Archiv: Anja Ehrhartsmann)

Die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ sollen nach Angaben der Stadt zur Entwicklung des Schlosses „als regionale Kultur- und Begegnungsstätte mit attraktiven, familienorientierten und ganzjährigen Angeboten für Bürger, Gäste und Touristen“ beitragen. Ziel und Wunsch der Stadt ist, dass das Schloss in der regionalen und überregionalen Wahrnehmung als „bedeutender, historischer Ort mit seiner herausragenden Baukunst und einer attraktiven, innovativen Geschichts-Vermittlung“ aufgewertet wird. Auch die Identifikation des Schlosses als lokales Zentrum soll gefördert werden. Durch die Steigerung der touristischen Attraktivität Aulendorfs sollen nach Angaben der Stadt die lokalen Betriebe gefördert und Arbeitsplätze gesichert werden. (kik)

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Für den künftigen Betrieb der „Aulendorfer Schlossgeschichten“ hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über das Betriebskonzept beraten. Darin wurden die Öffnungszeiten sowie die Gebühren für die Tablets festgehalten. Der Eintritt für den Erlebnis-Parcours als Nachfolger des Schlossmuseums soll demnach frei sein. Startschuss für den medialen Rundgang ist am 27. August, eine große Eröffnungsveranstaltung ist für den 22. September im Zusammenspiel mit der Musiknacht geplant.

Wie mehrfach berichtet, sollen sich Besucher, ausgerüstet mit Tablets oder Smartphones, künftig durch und um das Aulendorfer Schloss bewegen. An verschiedenen Stationen können sie mit den Geräten Filmsequenzen abspielen, die den Besuchern Geschichten rund ums Schloss, zu seinen Bewohnern und zur Historie erzählen. So soll es ein Kinderquiz geben, eine filmische Führung mit einem Chronisten, Filmsequenzen mit Schattenfiguren und Leseebenen für weitergehende Informationen, beispielsweise über die Grafen zu Königsegg-Aulendorf.

Wer kein eigenes Tablet oder Smartphone dabeihat, kann künftig an der Information des Schlosses gegen Abgabe des Personalausweises Tablets ausleihen. Die Gebühr wurde im Betriebskonzept auf vier Euro festgelegt. Fünf bis sechs solcher Mobilgeräte will die Verwaltung zunächst anschaffen und den Besuchern zur Verfügung stellen. Geplant sind nach Angaben der Stadt Tablets der Marke Huawei, die mit 300 bis 400 Euro pro Gerät günstiger seien als teure Konkurrenzprodukte. Allerdings solle das lediglich ein zusätzlicher Service für Menschen sein, die weder Smartphone noch Tablet besitzen oder beides nicht dabeihaben. „Heutzutage hat eigentlich jeder ein Smartphone oder Tablet, das sollte kein Problem sein“, erläuterte Silke Johler, Geschäftsführerin Schloss Aulendorf GmbH. Ebenfalls festgelegt wurde, dass Besucher für die Kosten aufkommen müssen, sollte ein ausgeliehenes Tablet von ihnen beschädigt werden.

Laut dem jüngst verabschiedeten Betriebskonzept ist der Eigenbetrieb Aulendorf Tourismus zuständig für die „Aulendorfer Schlossgeschichten“. Geöffnet hat der Erlebnis-Parcours künftig an Wochenenden und Feiertagen durchgehend von 10 bis 18 Uhr, an Wochentagen (außer montags, an diesem Tag bleibt geschlossen) ist von 8 bis 12 Uhr geöffnet und von 13 bis 17 Uhr (dienstags und mittwochs) beziehungsweise bis 18 Uhr (donnerstags und freitags). Der Außenbereich ist davon ausgeschlossen und nach Angaben der Stadt nahezu zu jeder Zeit nutzbar. Sollten Hochzeiten oder andere Veranstaltungen im Schloss stattfinden, will die Verwaltung darauf achten, dass die Räume nur so lange „wie unbedingt notwendig“ blockiert werden.

Unklar ist noch, wie viele Mitarbeiter für die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ eingestellt werden. Da nun erst die Öffnungszeiten festgelegt worden seien, werde gerade noch ein Dienstplankonzept erarbeitet, um herauszufinden, wie viele Angestellte genau nötig sind, erläuterte Johler auf SZ-Nachfrage. Wie berichtet, war ursprünglich geplant, den virtuellen Rundgang ohne Aufsichtspersonal zu betreiben, um die Kosten für den Unterhalt des Erlebnis-Parcours zu senken. Organisatorische Fragestellungen, beispielsweise zur Herausgabe und Betreuung der Tablets, aber auch Sicherheitsaspekte wie Aufsicht oder Schließdienste, haben die Stadt zum Umdenken bewogen. Zudem soll das Personal die Gäste auch über tagestouristische und kulturelle Angebote in der Stadt informieren.

Ein „Zuschussgeschäft“

Laut Bürgermeister Matthias Burth hängen die Personalkosten von der Anzahl der Mitarbeiter ab und stehen daher aktuell noch nicht fest. „Es ist ein Zuschussgeschäft“, gab Burth auf SZ-Anfrage zu. Das Stadtoberhaupt geht jedoch davon aus, dass sich die Kosten jährlich im unteren fünfstelligen Bereich bewegen und somit „überschaubar“ bleiben werden. Da es darum ginge, mehr Tagestouristen zu gewinnen, sei es richtig, die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ bei freiem Eintritt anzubieten. Zudem gebe es die Einnahmen aus den Tablet-Gebühren. Sollte sich nach einiger Zeit herausstellen, dass es ohne Eintritt nicht funktioniert, könne laut Burth noch nachjustiert werden.

Die Kosten für den laufenden Betrieb (also auch Personalkosten) werden laut Burth über den städtischen Eigenbetrieb Tourismus abgewickelt. Da es ja auch Einnahmen durch die Kurtaxe gebe, sollen die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ ein niederschwelliges familienfreundliches Angebot für Besucher und Gäste der Stadt sein. Wie Burth ausführte, sei der Erlebnis-Parcours ein Baustein im Tourismuskonzept der Stadt. Daher würde derzeit ebenfalls die Vielfalt an Themenführungen neu belebt und beispielsweise auch das Thema Hochzeit im Schloss aktiver beworben. „Wir hoffen, dass durch unsere Angebote mehr Touristen nach Aulendorf kommen.“

Die „Aulendorfer Schlossgeschichten“ sollen nach Angaben der Stadt zur Entwicklung des Schlosses „als regionale Kultur- und Begegnungsstätte mit attraktiven, familienorientierten und ganzjährigen Angeboten für Bürger, Gäste und Touristen“ beitragen. Ziel und Wunsch der Stadt ist, dass das Schloss in der regionalen und überregionalen Wahrnehmung als „bedeutender, historischer Ort mit seiner herausragenden Baukunst und einer attraktiven, innovativen Geschichts-Vermittlung“ aufgewertet wird. Auch die Identifikation des Schlosses als lokales Zentrum soll gefördert werden. Durch die Steigerung der touristischen Attraktivität Aulendorfs sollen nach Angaben der Stadt die lokalen Betriebe gefördert und Arbeitsplätze gesichert werden. (kik)

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