Aulendorf war über Pfingsten Hochburg für Pferdesport

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Claudia Buchmüller

Die Anlage des Reit- und Fahrvereins Zollenreute (RFV) im Aulendorfer Ortsteil Rugetsweiler war über das Pfingstwochenende Hochburg für Pferdesportfreunde aus Süddeutschland. Richtet doch der kleine Verein mit rund 70 Mitgliedern alljährlich ein viertägiges Dressursportfestival unter der Schirmherrschaft von Erbgraf Max zu Königsegg-Aulendorf aus.

Längst hat sich der Termin im Kalender der Dressurreiter etabliert. Dies liegt einerseits an der familiären Atmosphäre und der Nähe zum Veranstalter, wie Olympiasieger Martin Schaudt erklärte, andererseits natürlich daran, dass hier eine der vier Qualifikationsprüfungen zum Iwest-Dressur-Cup geritten wird. Die insgesamt 15 ausgeschriebenen Prüfungen, von der Reitpferdeprüfung für dreijährige Pferde über das Bundeschampionat bis hin zur Dressurprüfung für den Iwest-Dressurcup beinhalten zum Teil höchste Schwierigkeitsgrade.

Richter Bernd Reichle bestätigte im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“, dass beispielsweise das Niveau der S-Prüfung am Samstagmorgen sehr anspruchsvoll war und das Turnier insgesamt mit etlichen bekannten Größen aus der Reitszene Baden-Württembergs besetzt ist. Weiter führte er aus, dass Richter nicht nur für die Punktevergabe zuständig sind, sondern durch die Aufsicht auf dem Abreiteplatz auch Sorge tragen, dass die Pferde artgerecht behandelt werden und die Ausrüstung von Pferd und Reiter den Vorschriften entspricht.

Mit Nicole Kohler, Petra Rampe und Ines Knoll kämpften auch bekannte Reiterinnen aus der näheren Umgebung um Punkte, Schleifen, Pokale und nicht zu vergessen, Preisgelder von über 8000 Euro. Zu den bekannten Gesichtern auf der Anlage gehörte Jasmin Schaudt. Vorjahressiegerin Ann-Kathrin Lindner war nicht am Start. Besondere Aufmerksamkeit beim Publikum erhielt die Reiterin Charlotte Rummenigge bei der Dressurpferdeprüfung Klasse L. Ist doch die hübsche junge Dame auf Dancing Star 11 die Tochter des Alt-Bayernstars Karl-Heinz Rummenigge. Im sandigen Viereck jedoch zählt weder Name noch Vorjahresleistung. Einzig die Durchführung der auf Zuruf zu bewältigenden Aufgaben in den gut fünf Minuten der Prüfung steht im Fokus der Richter.

Kommandos lauten etwa: „Einreiten im Arbeits- trab, Halten bei X, Gruß, ganze Bahn, Zirkel, Zügel aus der Hand kauen lassen...“ Für Laien klingen die Anweisungen wie böhmische Dörfer, für die Reiter ist es Alltag. „Es ist eine Ehre bei so einem schönen Turnier für den eigenen Verein reiten zu dürfen“, äußerte Margit Hagel, während sie mit ihrem Pferd Rocky 1696 auf das Ergebnis wartete.

Auf die Frage, ob sie denn mit dem Ritt zufrieden gewesen ist, sprach sie von einem Patzer, der drin war. „Das ist zwar schade, aber so junge Pferde dürfen Fehler machen, sie sind ja noch am Lernen“, sagte sie abschließend. Leider waren die Wetterbedingungen über die Dauer des Turniers sehr unterschiedlich: Mussten am Samstag und Sonntag die Plätze in den Pausen bewässert werden, öffnete der Himmel ausgerechnet zu Beginn der Interédiaire I-Kür am Pfingstmontag kurzzeitig alle Schleusen.

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