Aulendorf hat einen neuen Schuhladen

Lesedauer: 3 Min

 Michaela Bendel glaubt an die Stärken des lokalen Einzelhandels trotz Konkurrenz aus dem Internet.
Michaela Bendel glaubt an die Stärken des lokalen Einzelhandels trotz Konkurrenz aus dem Internet. (Foto: Paulina Stumm)
Schwäbische Zeitung

In die Aulendorfer Mühlbachpassage ist ein Schuhladen eingezogen. Dort waren übergangsweise Radsportartikel ausgestellt, nachdem der ehemalige Naturkostladen im Februar geschlossen hatte. In der vergangenen Woche nun eröffnete Michaela Bendel in den Räumen ein Schuhgeschäft. „Der Traum, einen eigenen Laden zu haben, war schon lange da, aber der Mut hat gefehlt“, sagt die gelernte Verkäuferin, die zuvor ein paar Meter weiter ebenfalls in der Hauptstraße bei „Classic Shoes“ gearbeitet hat. Dieses Schuhgeschäft hat derzeit Räumungsverkauf und wird dem vernehmen nach zum Jahresende hin schließen.

„Schuhe machen mir Spaß, das ist einfach meins“, sagt Bendel und lässt den Blick über das Sortiment in ihrem neuen Laden, der doppelt passenderweise „Schuhbendel“ heißt, schweifen. Damenschuhe, Herren- und auch eine kleine Auswahl an Kinderschuhen sowie Taschen finden sich in den Regalen. Eher Alltagsschuhe, etwas sportlich, wenig Absatz; das sei, so Bendels Erfahrung, in Aulendorf gefragt.

Als sich abgezeichnet habe, dass „Classic Shoes“ aufgegeben werde und sie sich nach etwas neuem umsehen müsse, sei die Idee, selbst einen Laden zu eröffnen, plötzlich zur realistischen Möglichkeit geworden, berichtet Bendel. Die erste Überlegung sei gewesen, „Classic Shoes“ zu übernehmen, das habe sich aber zerschlagen. Dass sie jetzt in der Mühlbachpassage mit ihrem Laden nicht ganz zentral liegt, ist der 48-Jährigen bewusst – genauso wie die Tatsache, dass die Konkurrenz durch den Onlinehandel auch dem Einzelhandel in Aulendorf zu schaffen machen. Es gebe aber eben auch Leute, die den kleinen Einzelhandel bewusst unterstützen und die persönliche Beratung wertschätzen, setzt Bendel auf einen gegenläufigen Trend zum Onlineshopping.

Aus ihrem Umfeld habe es Unterstützung für ihre Entscheidung gegeben, wenn auch der ein oder die andere von „mutig“ gesprochen habe. „Klar, es ist eine Zitterpartie, ob es laufen wird“, sagt Bendel. „In Aulendorf kommen die Leute oft gezielt in die Läden, weniger beim Bummeln“, beschreibt die Verkäuferin. Die Hauptstraße für den Verkehr zu sperren und zur Fußgängerzone zu machen, sei aber „auf keinen Fall“ eine Lösung: „Parken direkt vor dem Laden ist hier ganz wichtig.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen