Aulendorf bekommt einen Jugendausschuss

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Aulendorf bekommt einen Jugendausschuss
Schwäbische Zeitung
Simone Harr

Ein Kinder- und Jugendtreff in der Osteria, ein Jugendplatz in der Spitalstraße und Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen. Im Bereich der offenen Jugendarbeit hat sich in Aulendorf in den vergangenen Jahren einiges getan. Doch am 31. Januar endet nach zwei Jahren das Projekt „Aktive Kinder-, Jugend- und Familienarbeit in Aulendorf“. Damit die bisher geleistete Arbeit nicht im Sande verläuft, hat der Gemeinderat am Montag einstimmig die Gründung eines Jugendausschusses beschlossen.

„In der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Aulendorf sind Erfolge erzielt worden. Wir wollen mit weiteren Instrumenten diese Ergebnisse sichern. Wir wollen weiter kommen und nicht wieder zurückfallen“, hatte Jugendsozialarbeiter Yauhen Lukashevich vor der Abstimmung betont. Er empfahl dem Gemeinderat die Gründung des Jugendausschuss, „damit der Bereich der Kinder- und Jugendarbeit nicht auf sich alleingestellt ist, sondern ein Gremium hat, das es in guten wie in schwierigen Phasen begleitet“.

Auch sein Kollege Marco Eckle betonte die Wichtigkeit des Jugendausschusses. „Wir benötigen ein Gremium, das so stark ist, dass es die strategischen und planerischen Fragen in Zukunft lösen kann“, sagte er. Thema sei unter anderem die Raumfrage des Kinder- und Jugendtreffs. Denn der Hofgarten soll in diesem Jahr verkauft werden und dann muss der Treff aus der Osteria raus. Zudem müssen personelle Fragen geklärt werden. „Brauchen wir für den Treff einen hauptamtlichen Mitarbeiter? Gibt es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Aufwandsentschädigung? Das sind alles brisante Fragen, die nah an den Jugendlichen sind“, sagte Eckle.

Dem Jugendausschuss sollen acht bis zehn Personen angehören, die sich drei bis vier Mal im Jahr zusammensetzen. Im Gegensatz zum AKA (Aktiv in Aulendorf) soll das Gremium ein geschlossener Kreis sein. „Es ist mir wichtig, dass im Jugendausschuss auch Personen sind, die den fachlichen Hintergrund haben, die die Belange und Wünsche der Jugendlichen kennen. Es ist zudem wichtig, dass wir die Kirchen einbinden“, sagte Bürgermeister Matthias Burth. Insgesamt soll sich der Jugendausschuss aus Vertretern der Stadt (Burth und ein Verwaltungsmitarbeiter,) der beiden Kirchengemeinden, der Schulsozialarbeit (Schirrmeister), des AKAs, der offenen Jugendarbeit, des Projekts „Wir können anders“ (Lukashevich), und des Gemeinderats zusammensetzen.

BUS-Stadtrat Edmund Butscher wollte wissen, wie es im Kinder- und Jugendtreff mit dem Konsum von Alkohol aussieht. „Die Öffnungszeiten sind so, dass dieses Thema im Hintergrund steht. Wir sind ein Kinder- und Jugendtreff und haben bis 20 Uhr geöffnet. Bei uns fühlen sich Zwölf- bis 14-Jährige am wohlsten. Bei denen brennt das Thema nicht“, sagte Eckle. „Im Kinder- und Jugendtreff gibt es eine große Flasche Wasser. Das reicht als Getränk. Das Thema Rauchen kommt vor. Wir gehen dieses Thema präventiv an“, ergänzte Lukashevich. Alkohol werde grundsätzlich im Treff nicht ausgeschenkt. Andreas Schirrmeister, Schulsozialarbeiter an der Werkrealschule Aulendorf, verwies in diesem Zusammenhang auf die Hausregeln. „Die Frage wird in Zukunft sein, ob ein ehrenamtlicher Jugendlicher in der Lage sein wird, diese umzusetzen oder ob wir einen Hauptamtlichen brauchen“, sagte Schirrmeister. Auch dies müsse der Jugendausschuss besprechen. „Bei dem Treff werden wir um einen Hauptamtlichen nicht drum herum kommen. Die Aufgabenfülle ist reichlich“, betonte Michael Osdoba (FW). Er schlug Franz Thurn (BUS) als Vertreter des Gemeinderats im Jugendausschuss vor, da er sich bereits mit der offenen Jugendarbeit in Aulendorf befasse. Diesem Vorschlag stimmten die Stadträte zu.

Für Bürgermeister Burth war die Zustimmung zur Gründung des Jugendausschusses ein wichtiger Beschluss. „Wenn ich ehrlich bin, dann wird das eine zeitintensive Arbeit, der wir uns stellen müssen“, sagte Burth. Es müsse dem Jugendausschuss gelingen, das fortzuführen, was Herr Lukashevich, Herr Eckle und Herr Schirrmeister erarbeitet haben. Ihnen sei es gelungen mit den Jugendlichen zu kommunizieren und herauszufinden was sie wollen und was nicht.

„Die Polizei sagt, dass es ruhig geworden ist in Aulendorf und das nicht nur jahreszeitenbedingt. Das ist ein großer Erfolg“, sagte Burth abschließend.

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