Aulendorf bekommt eine Container-Kita

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Ausstattung der Kita

Die Container-Kita beim Lehrerparkplatz des Schulzentrums wird rund 25 auf 15 Meter groß und eingeschossig sein. Darin geplant sind zwei Gruppenräume mit jeweils 60 Quadratmetern sowie mit je 15 Quadratmetern zwei Nebenräume, ein Büro, ein Bildungsraum, ein Raum für Eltern, ein Lagerraum, eine Küche sowie ein Wickelraum samt Duschtrakt und Personal-WC. Zudem sind noch ein Wasch- und Trockenraum, ein Technikraum und ein Kinder-WC vorgesehen.

Die Übergangs-Kindertagesstätte soll weiße Kunststofffenster und am Haupteingang zwei Doppelflügeltüren haben. Die Warmwasserversorgung wird mit einem 30-Liter-Wasserboiler gestellt, geheizt wird mit Infrarotheizelementen. Vorgesehen ist beispielsweise auch, dass teilweise Akustikdecken eingebaut werden, es ein Vordach und Eingangspodeste gibt. Küche und Garderobe mit Sitzbank sind in der Grundausstattung enthalten, auf eine Wickelkommode mit Waschbecken und eine Luftgüteampel als Zusatzausstattung will die Stadt verzichten, da es sich um eine Einrichtung für Kinder über drei Jahren handeln wird.

Die Miete für die Containeranalge kostet pro Jahr voraussichtlich knapp 63 800 Euro, Auf- und Abbau sowie begleitende Bauarbeiten schlagen mit rund 105 700 Euro zu Buche. (pau)

Die Stadt Aulendorf baut eine Containeranlage auf, um genügend Kindergartenplätzen anbieten zu können. Standort wird, so hat es der Gemeinderat am Montagabend beschlossen, am unteren Lehrerparkplatz des Schulzentrums sein. Dort könnte nach Vorstellung von Bürgermeister Matthias Burth mittelfristig auch ein neuer Kindergarten gebaut werden. Dem Wunsch einiger Stadträte, die als Übergang gedachte Containeranlage nur für zwei Jahre aufzustellen, nahm Bauamtsleiterin Karin Schellhorn-Renz rasch den Wind aus den Segeln: drei Jahre wird es die Container-Kita wohl geben, denn viel schneller ist ihrer Ansicht nach ein Neubau nicht zu machen.

Bis 2025 wird Aulendorf immer mehr Kinder haben. Betreuungsplätze sind aber schon heute knapp. Die für das kommende Kindergartenjahr neu angemeldeten Kinder bekommt die Stadt mit den derzeitigen Einrichtungen nicht alle unter. Ein Neubau – für eher vier als drei Gruppen, wie Bürgermeister Matthias Burth in der Gemeinderatssitzung sagte – ist zwar angedacht, aber noch nicht gebaut. Deshalb hat sich die Stadt auf die Suche nach einer Übergangslösung gemacht. Zum Jahreswechsel soll diese nun stehen, als Containeranlage für zwei Gruppen mit Drei- bis Sechsjährigen (Ü3). Knapp 300 000 Euro werden Auf- und Abbau sowie Miete für drei Jahre die Stadt voraussichtlich kosten.

Kindergärten in Stadt verteilen

Die Fläche beim Lehrerparkplatz als Standort hält die Stadtverwaltung aus mehreren Gründen für sehr gut geeignet; die Bring- und Abholsituation lasse sich dort gut bewerkstelligen und in diesem Bereich der Stadt – Laurenbühl und Bändelstock – habe es in den vergangenen Jahren einen Generationenwechsel geben, die Kinderzahl dort habe sich deutlich erhöht. Entsprechend sei der Standort auch hinsichtlich der Verteilung der Kindergärten auf das Stadtgebiet zu favorisieren – und das nicht nur für eine Übergangszeit, sondern, so Burth, „sicherlich auch für einen Neubau an dieser Stelle“.

„Das ist jetzt eben die Situation, die wir haben und lösen müssen“, eröffnete Ralf Michalski (FWV) die Diskussion und sprach sich dafür aus, die Container nur für zwei Jahre zu mieten, „weil wir um den Neubau nicht herum kommen und dann setzen wir uns besser selber etwas unter Druck.“ Karin Halder (BUS) sah das auch so („zwei Jahre müssen reichen“), wurde in der Analyse der Ist-Situation aber kritischer: „Wir sind ein Jahr verspätet. Das Nichts-Getan ist jetzt ganz schön teuer.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt Geld für die Planung eines neuen Kindergartens im Haushalt eingestellt, geplant wurde indes nichts. Bürgermeister Matthias Burth verteidigte, die Entwicklung sei so nicht zu erwarten gewesen und zudem sei ein Stelle im Hauptamt längere Zeit unbesetzt gewesen; „es konnte nicht so bearbeitet werden, wie Sie und wir uns das gewünscht hätten.“ Mittlerweile hat die Stadt eine Fachplanerin engagiert, die im September ein Raumkonzept vorlegen soll.

Neubau in zwei Jahren: „Illusorisch“

Einen Dämpfer in der Zeitrechnung verpasste Bauamtsleiterin Karin Schellhorn-Renz; ein Start des neuen Kindergartens „heute in zwei Jahren ist unmöglich“, alles unter drei Jahren sei mit Blick auf Verfahrensdauer, Zuschussanträge und einen dafür eventuell möglichen Architektenwettbewerb sportlich. Zustimmung bekam sie von SPD-Rat Pascal Friedrich, selbst Stadtbaumeister in Bad Saulgau. Zwei Jahre seien „illusorisch“ und „100-prozentig das Mittel wie wir es schaffen, dass das Ding richtig, richtig teuer wird.“

In der Sitzungsvorlage hatte die Stadt die Containermiete für zwei und für drei Jahre aufgelistet, was Halder zu der Frage trieb, weshalb die Stadt dann überhaupt vorschlage, Container für zwei Jahre zu mieten und ob es dann im dritten Jahr eine Interimslösung der Interimslösung bedürfe. Burth verwies auf die Möglichkeit, in Zollenreute auf eine Vollgruppe aufzustocken.

Konrad Zimmermann (CDU) plädierte ob der Infos für eine dreijährige Miete, und wünschte sich vertraglich festzuhalten, dass flexibel kündbar sei. Einstimmig beschloss das Gremium sodann, die Container-Kita einzurichten und einen entsprechenden Mietvertrag mit der Firma CMD Vermietung mit einer Laufzeit von 36 Monaten abzuschließen. Es ermächtigte zudem die Verwaltung die erforderlichen Stellen auszuschreiben. Bis die Container geliefert und aufgebaut sind wird es ein paar Monate dauern, die Verwaltung rechnet mit einem Betriebsstart zum Jahreswechsel 2018/19.

Ausstattung der Kita

Die Container-Kita beim Lehrerparkplatz des Schulzentrums wird rund 25 auf 15 Meter groß und eingeschossig sein. Darin geplant sind zwei Gruppenräume mit jeweils 60 Quadratmetern sowie mit je 15 Quadratmetern zwei Nebenräume, ein Büro, ein Bildungsraum, ein Raum für Eltern, ein Lagerraum, eine Küche sowie ein Wickelraum samt Duschtrakt und Personal-WC. Zudem sind noch ein Wasch- und Trockenraum, ein Technikraum und ein Kinder-WC vorgesehen.

Die Übergangs-Kindertagesstätte soll weiße Kunststofffenster und am Haupteingang zwei Doppelflügeltüren haben. Die Warmwasserversorgung wird mit einem 30-Liter-Wasserboiler gestellt, geheizt wird mit Infrarotheizelementen. Vorgesehen ist beispielsweise auch, dass teilweise Akustikdecken eingebaut werden, es ein Vordach und Eingangspodeste gibt. Küche und Garderobe mit Sitzbank sind in der Grundausstattung enthalten, auf eine Wickelkommode mit Waschbecken und eine Luftgüteampel als Zusatzausstattung will die Stadt verzichten, da es sich um eine Einrichtung für Kinder über drei Jahren handeln wird.

Die Miete für die Containeranalge kostet pro Jahr voraussichtlich knapp 63 800 Euro, Auf- und Abbau sowie begleitende Bauarbeiten schlagen mit rund 105 700 Euro zu Buche. (pau)

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