Alte Gebäude erhalten statt abbrechen

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 Was das Stadtbild der Aulendorfer Innenstadt prägt, steht mittlerweile fest. Jetzt geht es darum, festzulegen, wie dieses Bild
Was das Stadtbild der Aulendorfer Innenstadt prägt, steht mittlerweile fest. Jetzt geht es darum, festzulegen, wie dieses Bild ob neubaufreudiger Zeiten erhalten bleibt. (Foto: Archiv: Paulina Stumm)
Schwäbische Zeitung

Das Stadtbild trägt wesentlich zur Identität Aulendorfs und damit auch zur Identifikation der Bewohner und Besucher der Stadt bei. Wird neu gebaut, verändert sich das Stadtbild. Oft werden allerdings vorhandene Gebäude abgebrochen und prägende Elemente des Stadtbilds gehen damit unwiederbringlich verloren, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung und weist darauf hin, dass sie sich bemüht, die Innenstadt behutsam zu sanieren und schrittweise zu erneuern. Die Erhaltung des überlieferten Stadtbildes in Aulendorf sei eine Aufgabe von hoher kultureller Bedeutung. Deshalb erarbeitet die Stadt derzeit Spielregeln für das Erhalten, Sanieren und Weiterbauen in der gesamten Innenstadt.

Bis Mitte 2018 wurde, so teilt die Stadt weiter mit, als erste Arbeitsstufe eine Stadtbildanalyse erarbeitet, die Eigenart und Besonderheiten der Stadtstruktur in der Innenstadt von Aulendorf dokumentiert. In der Innenstadt von Aulendorf sind noch zahlreiche stadtbildprägende Gebäude erhalten. Im Umgang mit diesen Gebäuden bestehe großer Handlungsbedarf. Um das historisch gewachsene Stadtbild von Aulendorf zu bewahren und qualitätvoll weiterzuentwickeln, wurde auf der Grundlage der Stadtbildanalyse eine Erhaltungs- und Gestaltungssatzung für die Innenstadt von Aulendorf formuliert. Darin wird der Sanierung und Wiedernutzbarmachung bestehender Gebäude klar Vorrang vor Abbruch und Neubebauung eingeräumt. Mit der Satzung soll auch das Bewusstsein für die vorhandenen einzigartigen Werte der Innenstadt gestärkt werden. „Gestalterisches Ziel bei anstehenden Sanierungen, aber auch bei Neubauten, muss es deshalb sein, den einzelnen Gebäuden ihre Eigenart zu bewahren oder diese (wieder) herzustellen“, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung. Die Erhaltungs- und Gestaltungssatzung soll dabei als Handbuch für die Bauherren und ihre planenden Architekten dienen.

Rahmenplan für die große Perspektive

Außerdem soll ein Rahmenplan für die Innenstadt den Bezug zur Gesamtstadt herstellen. Ziel ist dabei den historischen Kernbereich der Stadt zu sichern sowie Besonderheiten der Topografie, Wohnqualität, Gestaltqualität, Baugeschichte und Identität hervorzuheben. Aufgezeigt werden sollen umsichtige und kleinräumige Entwicklungsperspektiven der einzelnen Stadtquartiere. Im Rahmenplan will die Stadt die Erkenntnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Aulendorf 2025 mit konkreten Planungsperspektiven und Maßnahmen vertiefen. Ziel ist demnach auch, die Innenstadt als Handels- und Dienstleistungszentrum mit öffentlichen Einrichtungen und als Wohnstandort zu stärken. Hierzu müssten konkreten Handlungsoptionen entwickelt werden. Die Stärkung des öffentlichen Raums für Begegnung und Aufenthalt durch eine stadtverträgliche Verkehrserschließung, attraktive Parkmöglichkeiten und ÖPNV-Angebote sowie ein übersichtliches Leitsystem seien ebenfalls wichtige Aufgabenschwerpunkt der Rahmenplanung.

Bauen mit mehreren Instrumenten lenken

Für eine umfassende Steuerung der baulichen Entwicklung der Stadt Aulendorf, müssten auch Aussagen zur Kubatur der Gebäude, also zur Gebäudehöhe und Zahl der Geschosse, der Dachform und Dachneigung sowie zur überbaubaren Grundstücksfläche und zur Nutzung getroffen werden, teilt die Stadt mit. Dazu sollen qualifizierte Bebauungspläne für Teilbereiche der Innenstadt aufgestellt werden. Weitere mögliche Instrumente, um die Stadtentwicklung zu steuern, sind ein Gestaltungsbeirat oder auch ein kommunales Förderprogramm sowie, dass Sanierungsmaßnahmen und Projektentwicklungen von Seiten der Stadt umfassend begleitet werden.

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