Über den Fußball das Miteinander stärken

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Yauhen Lukashevich hofft, dass sich andere Städte ein Beispiel am Supercup der Freundschaft nehmen.
(Foto: Privat)
Wolfgang Heyer

Fußballspieler aus Italien, Russland und Deutschland treten ab Donnerstag nicht nur in Brasilien bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen den Ball, sondern auch am Samstag beim Supercup der Freundschaft in Aulendorf.

Rund Zwölf Mannschaften haben sich bereits für das Turnier am Sportplatz an der Stadthalle angemeldet, wie der Hauptorganisator Yauhen Lukashevich berichtet. „Aber voraussichtlich kommen noch zwei oder drei weitere Teams hinzu, die von den Asylbewerbern gestellt werden“, fügt der Jugendsozialarbeiter glücklich hinzu. Die Initiativgruppe der Russlanddeutschen Aulendorf, die das Turnier im Jahr 2002 mitunter ins Leben gerufen hat, habe die Asylbewerber zur Teilnahme aufgerufen und sei auf viel Zuspruch gestoßen.

Präsentieren und einbringen

Das Organisationsteam um die ehrenamtliche Initiativgruppe, das AKA Aulendorf, dem CJD Bodensee-Oberschwaben, dem Haus der Ideen, der Volkshochschule Aulendorf, der evangelischen und katholischen Kirche, der Stadtverwaltung und vielen weiteren Beteiligten stellte das diesjährige Fußballturnier unter das Motto: „Inklusion leben – Vielfalt erleben – Engagement feiern“. Die Inklusion vertrete den Grundgedanken, dass nicht das System sondern der Mensch im Mittelpunkt stehe, wie Lukashevich erklärt: „Jeder hat das Recht dazuzugehören, unabhängig von seiner Nationalität, Religion oder körperlichen Voraussetzungen.“ Daher freut sich der Vertreter der offenen Kinder- und Jugendarbeit Aulendorf über die Anmeldung von Jugendlichen-Teams, Seniorenmannschaften und von Menschen mit Behinderung. „Das Turnier soll also allen die Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren und einzubringen“, bringt Lukashevich das Ziel der Veranstaltung auf den Punkt. Auch das Engagement der Vereine, die sich bereits seit Jahren für Integration einsetzen, soll gefeiert werden.

Bis 2011 hieß die Veranstaltung noch „Alatua-Turnier“. Um den internationalen Charakter und die Attraktivität des Turniers noch deutlicher hervorzuheben, einigten sich die Verantwortlichen dann auf den Namen Supercup der Freundschaft, der den sportlichen Ansatz, die Integration und das Gemeinschaftsgefühl betonen soll.

Neue Konzeption

Nicht nur der Name, sondern auch das Konzept an sich habe sich grundlegend verändert, meint Lukashevich und spricht heuer von einem Familienfest. „Das Rahmenprogramm bietet der ganzen Familie etwas. Angefangen von der Präsentation der Mitveranstalter bis hin zu musikalischen Aufführungen ist am Samstag alles dabei.“ Und so gehe es neben dem Fußballspielen vor allem um das Miteinander, das durch und über den Sport gestärkt werde.

Vom Supercup der Freundschaft, der im Rahmen der „Wegweiser für eine neue Fest- und Feierkultur in Aulendorf“ veranstaltet wird, wünscht sich Lukashevich zudem eine Signalwirkung für andere Städte und die Politik, die die Veranstaltung als Prototyp verstehen und im Idealfall sogar nachahmen sollte. „In Aulendorf entwickelt sich vieles und wir sind im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit auf einem guten Weg. Ich habe also die Hoffnung, dass die Kinder langfristig davon profitieren können.“

Der Anpfiff zum Turnier am Samstag, 14. Juni, ist um zehn Uhr. Um zwölf Uhr beginnt das Rahmenprogramm. Weitere Informationen:

facebook.com/FestkulturAulendorf

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