Wohin mit der Eisenharzer Turnhalle?

Lesedauer: 7 Min
Die Carl-Wunderlich-Halle wird durch einen Neubau ersetzt.
Die Carl-Wunderlich-Halle wird durch einen Neubau ersetzt. (Foto: gemeinde)
Vera Stiller
Redakteurin

Der CDU-Ortsverband hat sich in einem Bürgergespräch mit dem Standort der zu bauenden Turn- und Festhalle beschäftigt. Weil Claudia Prinz-Weber, Adreas Loritz, Roland Kempter und Frank Rait dem Auftrag des Gemeinderates gerecht werden wollten, das Thema „zusammen mit der Bevölkerung“ zu erörtern, verlegten sie den Termin vom Gasthof Krone kurzerhand in den Bürgersaal des Rathauses. 85 Bürgerinnen und Bürger folgten ihnen.

Roland Kempter zeigte sich stolz, das Projekt zusammen mit den Eisenharzer Kollegen „angeschoben“ und das Verständnis dafür innerhalb des Gesamtgremiums geweckt zu haben. Nach der Beauftragung des Planungsbüros „Sport concept“, das zusammen mit einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der Verwaltung, des Gemeinderates, der Schule und den Vereinen, die Rahmenbedingungen erarbeitet habe, sei man jetzt an einem entscheidenden Punkt angelangt. Die Frage heiße: „Wo will Eisenharz den Neubau hinstellen?“ Deshalb sei die Gemeinde froh, die Meinungen der Bürger zu erfahren.

Mit der Vorstellung der erarbeiteten „Bestands- und Bedarfsanalyse“ war Andreas Loritz betraut worden. Wobei er immer wieder betonte, dass diese nur Anregungen und Vorschläge, also keine fixen Zahlen und fertigte Konzepte, enthielte. Was zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht nur für den Gemeinderat, sondern für ganz Eisenharz feststehe, sei der Abriss der alten Halle.

Auch die klare Aussage von Planungsbüro und Arbeitsgruppe hinsichtlich des Standortes führte Loritz vor Augen: „Es wurden vier Möglichkeiten aufgezeigt, von denen allein das Terrain zwischen Rathaus und Dorfgemeinschaftshaus sowie der Bereich Hof Rummel Bestand hatten. Mit einem klaren Vorteil für die Kirchstraße. Wir sind aber nach allen Richtungen offen“, sagte Loritz.

Doppelt so groß wie die alte Halle

Um geeignete Räumlichkeiten für Wettkämpfe der STB-Liga und den Jugendbereich zu bekommen, wurde die Größe der neuen Halle mit 36 x 18 x 7 Metern und einer für den Sport relevanten Fläche von 648 Quadratmetern sowie einer gesamten Nutzfläche von rund 1565 Quadratmetern der alten Halle gegenübergestellt, die nur halb so groß sei. Lager, Küche, Toiletten, Umkleiden, Duschen, Geräteräume und ein Multifunktionsraum, nicht zuletzt die Geschäftsstelle des Turnvereins und die Parkplätze – alles das bezog Andreas Loritz in seine Betrachtungen ein.

Die Kosten wurden mit 7,3 Millionen Euro brutto angegeben, wobei Roland Kempter auf die gestiegenen Handwerkerkosten aufmerksam machte und diese mit einem Plus von drei Prozent bezifferte. Auf die Frage aus dem Publikum, ob und in welcher Höhe mit Zuschüssen zu rechnen sei, antwortete Bürgermeister Roland Sauter: „Wir wollen keine falsche Hoffnungen wecken und glauben an nicht mehr als zehn Prozent.“ Obwohl es gerade in Baden-Württemberg mit der Förderung von Sportstätten nicht gut aussehe, weil es rund um Argenbühl weitere Projekte gäbe, habe die Gemeinde einen Antrag gestellt.

Wie Heinz Gerster, sprachen auch andere die befürchtete Lärmbelästigung an. Viele würden lieber ein Mehrgenerationenhaus am Standort zwischen Rathaus und Dorfgemeinschafthaus sehen. Ein Argenbühler Neubürger erinnerte an die hohen Kosten für die Gestaltung des Eisenharzer Dorfplatzes und sagte: „Man sollte ihn positiv weiterentwickeln. Es wäre besser, statt der Turnhalle Platz für eine Apotheke, Geschäfte oder ein Café zu schaffen.“

Alt-Bürgermeister spricht sich für Standort Rummel aus

Sorgen um das „Dorfbild“ von Eisenharz machte sich Alt-Bürgermeister Paul Mayer und sprach sich für den Standort Rummel aus. Er glaubte, dass die Entfernung zum Ort „keine Bedeutung für die Wertigkeit hat“. Eine Bürgerin wollte die Schule gleich mit hinaus zum Sportplatz verlegen. Andere meinten im Ort gäbe es keine Erweiterungsmöglichkeiten für die Halle oder „Für eine funktionierende Infrastruktur ist keine Turnhalle nötig“.

Dagegen hielt Werner Frommknecht. Er war überzeugt davon, dass es den Sonnensaal „nicht mehr lange gibt“, sofern sich eine Wohnbebauung an das Dorfgemeinschaftshaus anschließen würde. Konflikte in puncto Lärm erwartete ebenso ein Mitglied der in der „Sonne“ untergebrachten Jugendgruppe. Andreas Schneider brachte den gemeindlichen Besitz der beiden Grundstücke in der Kirchstraße ins Spiel, die dann durch einen Investor „auch nicht mit einem kleinen Gebäude bebaut werden“.

Abschließend meldete sich noch einmal Bürgermeister Sauter zu Wort. Auf das Genehmigungsverfahren eingehend sagte er: „Beim Hof Rummel müsste zwar in Anbetracht einer Teilfortschreibung des Flächennutzungsplanes mehr Zeit eingeplant werden, aber auch der Innenbereich hat so seine Herausforderungen.“ Sauter nannte die Diskussion „fruchtbar“ und die Entscheidung „nicht leicht“. Natürlich wäre es für ihn leichter gewesen, „wenn alle einen gemeinsamen Standort befürwortet hätten“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen