Wie die Corona-Maßnahmen Vereine beeinflussen

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 Mit diesem Bild unter dem Motto „Auf zum Musikfest“ hatte der Musikverein für das Fest geworben. Nun mussten es die Verantwortl
Mit diesem Bild unter dem Motto „Auf zum Musikfest“ hatte der Musikverein für das Fest geworben. Nun mussten es die Verantwortlichen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus absagen. (Foto: Verein/Milz)
Schwäbische Zeitung

Nicht nur der Einzelhandel, auch die Vereine sind stark von den Einschränkungen durch das Coronavirus betroffen. So fällt unter anderem das Musikfest des Christazhofener Musikvereins aus, die MTG Wangen hat zu Wochenbeginn ihren Sportbetrieb eingestellt und die Pforten der Sportinsel geschlossen. Wie zwei hiesige Vereine mit der Situation umgehen.

So reagiert die MTG Wangen auf das Virus

„Wir schauen täglich, was es Neues gibt und reagieren auf die Entscheidungen von Bund und Land. Was anderes bleibt uns nicht übrig“, sagt Christoph Bührer, MTG Wangen Vorstandssprecher. Intern wurde für die rund 20 Geschäftsstellen-Mitarbeiter ein Notarbeitsplan eingeführt, nach dem zeitversetzt gearbeitet wird. „Jetzt können Dinge getan werden, die ohnehin zu tun sind“, erläutert Bührer. So werden Verwaltungsarbeiten aufgearbeitet, das Gebäude unterhalten und instandgesetzt. Die Zeit wird auch genutzt, um Überstunden und Urlaub abzubauen. „Wir fahren das Ganze einfach zurück und schauen, wie lange die Ausnahmesituation gehen wird“, sagt Bührer, der hofft, dass es „bis nach Ostern“ wieder aufwärts geht.

Wie hoch die Summe sein wird, die die MTG Wangen einbüßt, lässt sich derzeit nicht beziffern. „Wie es sich mit der Unterstützung von Land und Bund verhält, weiß man noch nicht“, sagt Bührer. Die MTG sei aber finanziell gut aufgestellt und verkrafte die Situation schon eine gewisse Zeit.

Sollten zu den vier Wochen Schließung weitere hinzukommen, könnte es kritisch werden und der Verein müsste dann auch über weitere Maßnahmen nachdenken. „Da haben wir dann aber noch ein paar Beratungen davor.“ Die Mitglieder würden weitgehende positiv reagieren. Probleme gibt es mit dem geplanten Erweiterungsbau: „Der Zeitplan wird ins Wanken geraten.“

Musikverein Christazhofen verzeichnet hohe Einbußen

Es war keine leichte Entscheidung für die Christazhofener Musikanten: Bei dem im Mai geplanten Musikfest wollten sie den 160. Geburtstag des Musikvereins tagelang mit der Bevölkerung, Blasmusik–Fans und befreundeten Kapellen feiern. Jetzt haben die Verantworlichen das Fest allerdings abgesagt. „Wir haben am Donnerstag den Musikanten schweren Herzens mitgeteilt, dass wir es einfach nicht durchziehen können“, sagte der Vorsitzende des Musikvereins, Ulrich Vochezer. Basis für die Entscheidung sei das bis 15. Juli geltende Veranstaltungsverbot. „Man braucht nicht glauben, dass der Erlass nächste Woche wieder aufgehoben wird.“

Auch wollte die Vorstandschaft eine Absage nicht mehr weiter hinauszögern. „Um so länger wir noch gewartet hätten, umso schwieriger wären die finanziellen Folgen gewesen“, erklärt Vochezer. Momentan sieht sich der Verein durch die Kosten für das abgesagte Fest mit einem „mittleren fünfstelligen Betrag“ konfrontiert. Und: „Das kann noch ordentlich nach oben gehen.“ Die Ausgaben könne der Verein zwar stemmen, aber: „Das haut ein großes Loch in die Vereinskasse.“ Eigentlich hätten die Erlöse aus dem viertägigen Fest das Vereinsleben der nächsten Jahre finanzieren sollen. Geplant haben die Christazhofer Musikanten das Großereignis seit ihrer Mitgliederversammlung im Jahr 2017. Man könne das gar nicht in Stunden fassen. „Deshalb ist uns allen die Absage nicht leicht gefallen.“

Ob die Kapelle ihren Geburtstag im nächsten Jahr mit einem großen Musikfest nachholt, kann Vochezer noch nicht sagen. „Da fragen wir in der nächsten Probe erst einmal unsere Musikanten.“ Wann das sein wird, weiß man nicht. Denn der Probebetrieb der Musikkapellen ist eingestellt.

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