Meggen, Mofas und Motoren

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Auf dem Parcours in Meggen hatten Fahrer und Zuschauer trotz Regens ihren Spaß.
Auf dem Parcours in Meggen hatten Fahrer und Zuschauer trotz Regens ihren Spaß. (Foto: Bischofberger)
Claudia Bischofberger

Die Luft war am Mittwoch erfüllt vom Geruch nach Benzin und verbranntem Öl. Motoren ratterten und zerrissen die Stille. Von überall her hörte man das Knallen der Fehlzündungen in den Auspuffen.

So war die Atmosphäre auf dem Gelände, wo die Fahrer der rund 100 Mofas und Mokicks bereits im Training fuhren. Hier ging es darum, sich die Pole-Position für das Rennen zu holen. Hier ging es um Schnelligkeit. Alle Mopeds haben einen Transponder, der die Zeit misst, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Motorradclique Eisenharz (MCE), Gerhard Strodel.

Es gab zwei Klassen. Zum einen die Mofas für das „low budget“. Das sind die Mofas classic. Diese seien im Gegensatz zu den Mokicks nicht getunt und dürften auch die Größe von 50 ccm nicht überschreiten. Jugendliche ab 14 Jahren fahren in dieser Klasse, für die auch keine Teilnahmegebühr bezahlt werden muss.

Strodel erklärt, dass alle Fahrzeuge sich vor dem Start einer technischen Abnahme unterziehen mussten. „Sollte ein Zweirad mal auffallend schnell im Parcours sein, wird es nochmal genau auf Herz und Motor geprüft, ob letzterer nicht doch die vorgeschriebene Größe überschreitet, so Strodel.

Die Strecke von 2400 Metern habe einige Herausforderungen für die Fahrer vorgesehen. Es gibt kleine Sprünge mit Röhren oder Schanzen. Ein besonderes Hindernis und nicht so leicht zu bewältigen sei der „tschechische Kreisel“. Hier wurde eine Strecke in immer kleiner werdenden Kreisen abgesteckt, was viel Geschick beim Lenken und Fahren erfordere. Im Inneren der „Schnecke“ muss dann auf engstem Raum gewendet und wieder herausgefahren werden.

An kritischen Stellen wurden Helfer aufgestellt. Sollte doch einmal der eine oder andere Ausrutscher ernsthaftere Folgen haben, seien die Streckenposten gleich zur Stelle. Dieses Jahr halfen die Kollegen des MSC Eglofstal aus, da die Mitglieder im eigenen Verein sonst noch alle Hände voll zu tun hatten.

Ein Team bestand aus zwei Kollegen, die sich ein Fahrzeug teilen. Teilnehmende Frauen durften auch zu dritt fahren. Ebenso ausgefallen wie die Gefährte waren auch die Namen der Teams. „Team Vollgas“, „Zwiebacksäge“ oder „Opas mit (Ge-)biss.“ Was sollte da noch schief gehen?

Unterstützt wird die Veranstaltung von zahlreichen Sponsoren. In einem Zelt wurde mit kleinen Imbissen und selbst gebackenen Kuchen sowie Getränken für das leibliche Wohl gesorgt. Und diese waren in großer Zahl erschienen. Die Parkplätze, die auf einer großen Wiese abgesteckt waren, waren so gut wie voll. Und auch der Nieselregen sowie die herbstlichen Temperaturen schienen die Fans dieses Motorsports nicht auf dem Sofa zu halten.

Um 13 Uhr machten sich dann die Fahrer bereit für den Startschuss. Die Motoren heulten und kreischten. Gras flog jedem, der sich in der Nähe befand, zischend um die Ohren. Für die nächsten vier Stunden hieß es nun: Gas geben und durchhalten.

Gerhard Strodel erklärte dankbar, dass der Verein sehr froh sei um diese landwirtschaftliche Wiesenfläche, die ein Vereinsmitglied zur Verfügung gestellt hatte. Doch sei es auch selbstverständlich, dass nach dem Rennen alles wieder in Form und Ordnung gebracht werden würde. Ein guter Teil des eingenommenen Geldes kommt laut Strodel einer Sozialstiftung für Bedürftige zu Gute.

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