Kostenexplosion beim Breitband macht Räte skeptisch

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Breitbandausbau in Argenbühl wird diskutiert.
Breitbandausbau in Argenbühl wird diskutiert. (Foto: Jan Woitas/dpa)

Das Büro Daeges hat dem Argenbühler Gemeinderat die detaillierte Planung der sogenannten Backbone-Trasse von Au nach Eglofs mit einer Länge von 16,5 Kilometer vorgestellt. In einem weiteren Schritt wurden auch die Gewerbegebiete Eglofstal, Eisenharz-Messnerwiddum und Göttlishofen mit in die Breitband-Konzeption einbezogen.

Nachdem der Gemeinderat im März 2016 den Beitritt zum „Zweckverband Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg“ beschlossen hatte, stimmte er im September 2016 der Planung über das Netzkonzept und die Integration in das Backbone-Netz zu. In der Sitzung vom 7. Dezember 2016 wurde dann der Beschluss über das vorgelegte Konzept gefasst und dem Zweckverband der Auftrag erteilt, die erforderlichen Förderanträge zu stellen.

In diesem Antrag ging man zunächst von Kosten in Höhe von 760 000 Euro aus. Die mittlerweile bewilligte Zuwendung beträgt genau 613 219 Euro. Doch nach eingehender Untersuchung des Bereichs und des im Anschluss erarbeiteten Konzepts stellte sich heraus, dass die Kosten weit über die erste Annahme hinausreichen. „Bei der ursprünglichen Berechnung wurden die „POPs“ und die Kabelverzweiger nicht berücksichtigt. Auch waren keine Abzweigungen enthalten“, erklärte Oliver Daeges.

Aufgrund der neuesten Preise betragen die Kosten nun für die sechs Unterabschnitte zusammengenommen 2,64 Millionen Euro. Abzüglich der Zuwendung „Backbone“, die auch bei höheren Kosten gleich bleibt, sowie der Kostenanteile für die circa 400 privaten Anschlussnehmer in Höhe von 400 000 Euro bleiben noch 1,625 Millionen Euro. Hinzu kommen rund zehn Prozent an Baunebenkosten. Für die Versorgung der Gewerbegebiete mit Glasfaser müssen noch einmal 354 770 Euro aufgewendet werden.

Da sich im Kreis der Gemeinderäte Skepsis breit machte und Fragen wie Vorschläge zur Kostenreduzierung geäußert wurden, schlug Bürgermeister Roland Sauter vor, bis zur Beschlussfassung in der nächsten Sitzung die genauen Kostenunterschiede zu ermitteln. Im Herbst soll dann mit einem Realisierungszeitraum von März bis Ende 2019 der Auftrag vergeben werden.

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