Irish Folk kommt aus dem Allgäu

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Die Band „Lanigan’s“ verbreitete am Samstagabend im Eglofser Stillen Winkel irisches Feeling und begeisterte damit ihr Publikum.
Die Band „Lanigan’s“ verbreitete am Samstagabend im Eglofser Stillen Winkel irisches Feeling und begeisterte damit ihr Publikum. (Foto: Stiller)
Vera Stiller
Redakteurin

Sie haben am Samstagabend stimmungsvolle Bilder der Grünen Insel mit in den Stillen Winkel gebracht: die Lanigans aus dem Westallgäu. Mit ihrem breitgefächerten Repertoire aus allen Bereichen der irischen Musik und einer überzeugenden Spielfreude gewannen Sabine, Maria, Peter, Thomas, Albert, Georg und Matthias die Herzen des Publikums.

Irland ist voll von in Liedern umgesetzten Geschichten. Sie erzählen von Missernten und Missständen, von Kampf und Verzweiflung, vom Schicksal der Flüchtlinge und Auswanderer und der unbestimmten Zukunft in der Neuen Welt. Aber auch von Liebe und Sehnsucht, von Musik und Tanz in Kneipen und auf den Straßen handeln die „true stories“. Typische Instrumente geben den Liedern ihren ganz besonderen Klang und entführen in die Weiten des Landes und zu den Menschen.

Schnell war man sich darüber einig, dass die Keltische Musik wunderbar in den Stillen Winkel von Eglofs passt. Es müssen nicht unbedingt die malerischen Landschaften Schottlands und Irlands sein, um die Atmosphäre der „Hills of Connemara“ nachvollziehen zu können. Nicht schon einmal die urigen Pubs im Temple Bar-Viertel von Dublin besucht worden zu sein, um The Spanish Lady“ vor dem inneren Auge zu sehen oder mitzuleiden, wenn dem einsam und verlassenen Schotten das Heimweh nach seinem „Caledonia“ plagt.

Malerische Balladen, aber auch wilde Musik

Mystisch und zauberhaft, dann wieder fröhlich und atemberaubend schnell gestaltete sich der Konzertabend der Lanigans: Peter Fink und Matthias Maruhn mit ihren Gitarren und Mandolinen, Georg Ried mit dem Bass und Thomas Kaa am Cayón. Albert Petretti spielt die Geige, ohne die beim Irish Folk nichts geht, Maria Wodke steuert die Akkordeon-Klänge dazu. Und Sabine Braun ist Herz und Stimme der Formation. Sie alle machen den Abend zu einem wahren Genuss.

Liegt in einem Moment dank ihrer verträumten Balladen noch etwas Magisches in der Luft, macht sich entsprechend der Themen Wildes, Kämpferisches und Ungestümes auf, vor und neben der Bühne breit, dann verströmen übermütige Lieder eine Leichtigkeit, die direkt von den Musikern auf die Zuhörer übergeht.

Die Band begeisterte das Publikum schließlich so sehr, dass dieses nach vielen wunderschönen Songs noch nicht genug hatte. Fröhlich wurde bei Klassikern wie „What shall we do with the drunken sailor“ oder dem von Santiano adaptierten „Irish Rover“ auf ein Neues fröhlich mitgesungen und mitgeklatscht.

Eine weitere Zugabe führte dann endgültig zum Konzertende. Und zwar mit einem Lied, das den Lanigans besonders am Herzen liegt und mit dem sie jedes Konzert beschließen: „Andre, die das Land so sehr nicht liebten“. Der 1938 aus Österreich geflohene jüdische Lyriker hat den Text mit seinem bewegenden Bekenntnis zu den eigenen Wurzeln geschrieben, „Zupfgeigenhansel“ hat es vertont.

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