German Design Award für das Hotel Ellgass

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 Felix, Astrid und Josef Ellgass (von links) hatten wirtschaftliche Gründe für die Erweiterung des traditionellen Gasthofs am Do
Felix, Astrid und Josef Ellgass (von links) hatten wirtschaftliche Gründe für die Erweiterung des traditionellen Gasthofs am Dorfplatz in Eglofs um ein Drei-Sterne-Hotel mit 45 Betten. (Foto: Sylvia Ailinger)
ais und Sylvia Ailinger

Für seinen Hotelneubau am Dorfplatz hat das Hotel Ellgass in Eglofs jetzt den German Design Award erhalten. „Das ist die Bestätigung für den Mut, den wir mit dem Bau unseres Hotels aufgebracht haben“, freut sich Hotelier und Gastwirt Josef Ellgass. Vergeben wird der Preis alljährlich vom Rat für Formgebung mit Sitz in Frankfurt. Die internationale Jury zeichnet damit innovative Design-Projekte aus. Die Vorteile für denjenigen, der ihn bekommt, liegen auf der Hand: „Wir können mit dem Label werben und erreichen die Zielgruppe der Architektur-Touristen. Außerdem geht unser Projekt damit in die Welt hinaus“, erklärt Josef Ellgass.

Seit über zwei Jahren steht das neue Hotelgebäude am Dorfplatz von Eglofs. Architekt Markus Tauber aus Brixen in Südtirol war zuständig für die Gestaltung. Nach zwei Jahren Bauzeit befindet sich das neue Gebäude heute dort, wo früher der landwirtschaftlich genutzte Stadel von Familie Ellgass war. In Größe und Form ähnelt der Hotelbau mit seinen 45 Betten dem bisherigen Stadel, ist aber völlig neu interpretiert: Glasfassaden mit vorgelagerter Holzverschalung aus lamellenartig aufgestellten Fichtenbrettern, alles modern aufs Wesentliche reduziert. „Damit wollten wir einen Kontrast zu unserem denkmalgeschützten Gasthaus zum Löwen schaffen“, sagt Josef Ellgass. Dennoch: „Die Architektur muss der bäuerlichen Bescheidenheit entsprechen“.

Beide Gebäude sind verbunden mit einem verglasten, eingeschossigen Bau mit Rezeption, Bar und Lounge. Das Ergebnis jedenfalls hat der Design-Jury gefallen: „Die beiden Baukörper ergänzen sich zu einem wunderschönen Gebäudeensemble am Dorfplatz und bilden die neue Ortsmitte“, so die Begründung.

Geplant wurde drei Jahre lang. „Denkmalamt, Gemeinderat und der Heimatpflegeverband Allgäu waren auf unserer Seite“, freut sich Hotelier Ellgass rückblickend. Im Dorf selbst sei die Meinung zur optischen Veränderung am zentralen Dorfplatz allerdings zunächst geteilt gewesen. Auch weil Familie Ellgass den Sonntag als Ruhetag im Löwen einführen musste, verlor man in dieser Zeit Gäste in der Wirtschaft, gewann aber gleichzeitig Gäste fürs Hotel, hauptsächlich Tagungsgäste und Kurzurlauber. Die aktuelle Resonanz bezeichnet Josef Ellgass als erfreulich: Neun von zehn Hotelgästen essen im Haus und die Auslastung im Hotel selbst liegt nach nur zwei Jahren Öffnungszeit etwas über dem Branchendurchschnitt.

Nötig geworden war die Erweiterung des bisherigen Unternehmens aus wirtschaftlichen Gründen. Josef Ellgass erklärt, dass sich das Gasthaus zum Löwen allein finanziell nicht gelohnt hätte. Mit der Erweiterung zum Hotel hat er jedenfalls die Weichen für die Zukunft der ganzen Familie gestellt. Sein 23jähriger Sohn Felix ist Restaurantfachmann, macht gerade eine Weiterbildung zum Landwirtschaftsmeister und wird das Haus eines Tages übernehmen.

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