Entfallener Schulbus: Wird die Linie 90 zwischen Wangen und Christazhofen ersetzt?

Lesedauer: 4 Min
 Im November soll besprochen werden, wie es mit der Schulbuslinie weiter geht.
Im November soll besprochen werden, wie es mit der Schulbuslinie weiter geht. (Foto: DPA)
Milena Sontheim

Beim Gemeindebesuch von Landrat Harald Sievers in Eisenharz haben die Argenbühler so manche Themen angesprochen, die die Gemeinde umtreibt: zum Beispiel Verkehr, Bauwesen und Abfallwirtschaft. Während der Bürgerfragestunde kam auch die entfallene Schulbuslinie 90 zwischen Wangen und Christazhofen zur Diskussion.

Die Linie 90 fuhr bislang um 15.35 Uhr am Wangener Busbahnhof ab, hielt an vielen Wangener Schulen und brachte die Schüler über Deuchelried nach Ratzenried und Christazhofen. Seit dem neuen Schuljahr ist sie eingestellt. Und das, obwohl immer viele Schüler mit der Linie vom Nachmittagsunterricht nach Hause gefahren sind.

„Zu Zeiten in denen der öffentliche Nahverkehr gefördert werden sollte und der CO2-Ausstoß verringert werden muss, kann ich es nicht nachvollziehen, dass bei einem solchen Bedarfsdruck die Buslinie eingestellt wird“, sagte einer der teilnehmenden Anwohner, über die entfallene Linie. Dadurch müssten Eltern ihre Kinder jetzt von der Schule abholen. Da brauche man sich nicht wundern, wenn der Verkehr immer mehr wird, fuhr er fort.

Sievers erklärte die Situation so: Die Linie 90 sei nie im öffentlichen Auftrag gefahren. Ein privates Unternehmen, das eine Konzession für die Strecke hatte, befuhr die Linie bisher eigenwirtschaftlich - das heißt, die Linie wurde nicht von Steuergeldern finanziert und das Landratsamt wusste nichts von der Abbestellung.

Der Grund für den Wegfall: „Das Busunternehmen Omnibusverkehr Wangen (OMV) wurde an das Tettnanger Busunternehmen Funk verkauft“, sagte Sievers. „Der Verkauf hat die ganze Sache verzögert.“ Funk habe jetzt die Konzession, wie bei einem Taxi, die Linie zu besetzen.

Ob das neue Busunternehmen künftig die Linie 90 wieder eigenwirtschaftlich, so wie die OMV, oder gemeinwirtschaftlich im öffentlichen Auftrag der Stadt befährt, wird laut Landrat im November mit der Stadt Wangen, der Gemeinde Argenbühl, dem Landkreis und dem Busunternehmen Funk besprochen.

Sollte das Unternehmen in Zukunft auf die zweite Variante setzen, muss diese Stelle aber über einen öffentlichen Dienstleistungsauftrag ausgeschrieben werden, weil die Beförderung dann von Steuergeldern finanziert wird. Zuerst müsste sich das Unternehmen Funk aber entscheiden, ob sie die Linie überhaupt besetzen wollen.

Über die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis Ravensburg sagte Harald Sievers zusätzlich, dass „der Kreistag derzeit den Auftrag habe, ein neues Regionalbussystem zu untersuchen und zu bearbeiten.“ Ein großes Projekt, das aber erst Ende kommenden Jahres bis Anfang 2021 zu Ergebnissen kommen werde.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen