Chor Kontraste feiert 20-jähriges Bestehen

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 Chor Kontraste mit Dirigentin Gisela Scharnagl feierte am Samstagabend im Eglofser Dorfstadel ihr 20-jähriges Bestehen.
Chor Kontraste mit Dirigentin Gisela Scharnagl feierte am Samstagabend im Eglofser Dorfstadel ihr 20-jähriges Bestehen. (Foto: Stiller)
Redakteurin/DigitAalen
Vera Stiller
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Ist der Name der seit 20 Jahren die Zuhörer begeisternden „Chor Kontraste“ mit den Attributen „Takte, Töne, Temperamente“ längst bewiesenes Programm, so konnten die Besucher am Samstagabend im Dorfstadel in den Gesang des Eglofser Kirchenchores nur einstimmen: „Danke für die Lieder“. Vier Chöre waren zum Geburtstagsfest gekommen und erfreuten neben den Gastgebern mit sehr viel Sangesfreude und dem Wunsch, das Publikum bestens zu unterhalten.

Zunächst war es Franz Schele, der einen Rückblick auf die Anfänge des Chores gab. Die Grenzen der eigenen Heimat mit ihrer Sprache und den geläufigsten Musikstilen zu überschreiten, das sei bei der Gründung des Kammerchores im Juni 1998 das Ziel gewesen, sagte der Vorsitzende. Um dann vor Augen zu halten: „Engagierte Sänger scharten sich um den damaligen Leiter Waldemar Schiller. Seit dem Umbruch im Jahr 2009 nennen wir uns Chor Kontraste und nach der Überwindung von Schwierigkeiten sind wir inzwischen ein toller, sympathischer Haufen.“

Bürgermeister Roland Sauter überbrachte Glückwünsche der Gemeinde, lobte das Auftreten der Sänger bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen und war überzeugt davon, „wieder einen schönen Abend erleben zu können“.

Dieser Wunsch wurde während der darauffolgenden drei Stunden mit viel Enthusiasmus erfüllt. Das Ensemble selbst eröffnete das Konzert mit Lorenz Maierhofers „Fanfare a cappella“, um dann Georg Friedrich Händel in seiner Oper „Rinaldo“ Klage führen zu lassen: „Lascia ch’io planga“. Mit Christof Hiller wurden „Little smiles“ in die Gesichter der Besucher gezaubert, „Just sing it“ von Carsten Gerlitz folgte dem Motto der Jubilarin: Es wurde mit überschäumender Lebensfreude „vom Singen gesungen“.

Gäste von Notenhüpfern bis Männerchor dabei

Die „Notenhüpfer“ aus Möggers, von Annette Moll geführt und von „Flo“ am Klavier begleitet, boten Beispiele bekannter Notenliteratur. Die zwölf Mädchen kamen so frisch und jugendlich daher, dass man Zeit und Ort vergaß und leise oder auch nur in Gedanken ein „Ich wollte nie erwachsen sein“ oder das „Supercalifragilistic“ mit anstimmte.

Ein Wiederhören mit Waldemar Schiller gab es, als sein Eglofser Kirchenchor die Bühne betrat. Nach „Tebje Pajom“ und den bezaubernden „Melodien zum Verlieben“, bei denen schon im Herbst die Vorfreude auf das Frühjahr aufflammte, gab es nur eines: „Danke für die Lieder“ zu sagen.

Zahlenmäßig reduziert, aber deshalb nicht weniger ausdrucksstark, zeigten sich der Männerchor Eglofs unter der Leitung von Sebastian Kaufmann und die sich daraus bildende „Quintessenz“. „Ain’t misbehavin‘ kam swingend daher, „Aus der Traube in die Tonne“ ließ das Wasser im Munde zusammenlaufen, das „Chianti-Lied“ stand dem in nichts nach. „Erlaube mir, feins Mädchen“ machte Lust auf noch mehr Brahmsche Volkslieder, der „Kriminaltango“ ließ das komödiantische Talent der Sänger aufleuchten.

Dass Gisela Scharnagl noch den Kirchenchor Eriskirch leitet, war nicht allen Zuhörern bekannt. Umso mehr horchte man beim fröhlichen „Lollipop“, beim legendären „Bel ami“ von Theo Mackeben und insbesondere bei Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde“ auf.

Doch noch war es nicht „Zeit zu gehen“. Vorher wollten die von den Eriskirchnern und den Chor Kontrasten zusammen angestimmten „Great Classics Hallelujah“ als besonderer Höhepunkt gefeiert werden. Wie Scharnagl und ihr Chor mit der „Tatschofonie“ augenzwinkernd auf die Folgen der Handy-Manie aufmerksam machten und die Ouvertüre zu Rossinis komischen Oper „Der Barbier von Sevilla“ ebenfalls nicht das Ende der Darbietungen bildete. Ohne ein gesungenes „Danke für den Abend“ und dem Vorhaben, „zusammen noch ein Glas trinken zu wollen“, ging niemand nach Hause.

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