„Boy-Group“ singt von Liebe und Essen

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Auch Freddy Mercury bekam sein Fett ab. Respektlos übernahm Jochen Wagner dessen Rolle im Dorfstadel von Eglofs. Dahinter der Re (Foto: rahn)

Zur zweiten Veranstaltung der „Chor-Edition“ hat der Männerchor Eglofs mit „Stimmgelage“ fünf junge Sänger in den Dorfstadel eingeladen. David Hofmann, Jochen Wagner, Matthias Grobarek, Julian Firges und Edgar Friedrich servierten ein Freistil-Quodlibet des A-Cappella-Gesangs, das von Schlager über Rock und Pop bis zu Eigenkompositionen reichte und mit Witz und viel jugendlicher Begeisterung garniert war.

Die Gruppe kommt aus Karlsruhe, entstanden ist sie aber quasi „um’s Eck“, auf einer Chorfreizeit in Opfenbach. Ihr Erfolg und ihr mitreißender Stil ruhen auf einem soliden stimmlichen Fundament. Launische Moderationen mit knackigen Pointen und trockenem Humor verbinden die Stücke.

Bei einer „Boy-Group“ drehen sich die Songs natürlich um die Liebe und ums Essen – gelegentlich verbindet sich auch beides, wie im anlässlich eines Rendezvouz gekochten „Lauch“ zu einem explosiven Gemenge.

Sänger zündeln gern

Und zündeln, das tun die fünf Sänger für ihr Leben gern. Wenn etwa Jochen Grobarek im Feinripp als Freddy Mercury über die Bühne tänzelt oder Edgar Friedrich mit rollendem „R“ in „Giutarrr“ oder „Bratislava Lover“ den osteuropäischen Macho gibt, dann sind das heftige und deftige Attacken auf die Zwerchfell-Muskulatur, die von überschämendem komödiantischen und schauspielerischem Talent zeugen.

Aber sie können auch anders, finden die feinen Zwischentöne und Nuancen. „Eleanor Rigby“ von den Beatles etwa oder „Flattersätze“ oder „Winning a war“ konzentrierten sich ganz auf Stimmen und Stimmungen und auch eine moderne Version von „Der Mond ist aufgegangen“ fand ihren Platz. „Stimmgelage“ beherrscht ein breites stilistisches Spektrum. Es war eine groß angelegte Choreographie aus Tempo aufnehmen, langsamerer Gangart und erneutem Beschleunigen, der man als Zuhörer gerne folgte.

Frisch und unverbraucht stürmten die fünf durch den Abend, spielten virtuos auf der Klaviatur der Gefühle und mischten Spaß an der Musik und am Lachen mit ausgeklügelten, zum Teil selbstgeschrieben, Arrangements und ausdrucksstarkem Gesang – eine Mischung, die sich auch nach vier Zugaben noch nicht erschöpft hatte.

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