Argenbühl will nicht nur Häuslebauern eine neue Heimat bieten

Lesedauer: 4 Min
Bebauungsplan mit markierten Flächen
Der Bebauungsplan „Fuchsbühl Erweiterung“. (Foto: Gemeinde Argenbühl)
Paul Martin

36 Einfamilien- und Doppelhäuser, drei Reihenhäuser und vier Geschosswohnungsbauten: Mit dem geplanten Neubaugebiet „Fuchsbühl Erweiterung“ in Eglofs hatte der neue Gemeinderat von Argenbühl in seiner ersten Sitzung ein bedeutendes Thema zu beraten. Letzten Endes haben die Räte der Verwaltung einstimmig den Auftrag gegeben, das Bebauungsplanverfahren wie vorgestellt fortzuführen. Dennoch machten einige den Bauchschmerzen Luft, die sie bezüglich der Mehrfamilienhäuser haben.

Wie derzeit in der Region Gang und Gäbe, will auch die Gemeinde Argenbühl im sogenannten „beschleunigten Verfahren“ einen Bebauungsplan für ein Neubaugebiet erstellen. Der Gesetzgeber hat diese Möglichkeit, den Paragraph 13 B9 des Baugesetzes, vor wenigen Jahren geschaffen, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Darauf bezogen, aber auch mit Blick auf Biodiversität, Flächenverbrauch und Klimaschutz nahm Bürgermeister Roland Sauter der Diskussion im Rat vorweg: „Reine Einfamilienhausgebiete sind heute nicht mehr legitim.“

Der jetzige Plan sieht deshalb im Mittelpunkt des Baugebiets Mehrfamilienhäuser vor, voraussichtlich mit maximal zweieinhalb Vollgeschossen. Andreas Brokof vom Architekturbüro Sieber erklärte außerdem, dass die Straße „Am Heubächle“ ein Fuß- und Radweg werden soll, der – flankiert von Grünstreifen – die mittige grüne Ader des Wohngebiets darstelle. Insgesamt werden knapp vier Hektar großen Areal rund 2,6 Hektar an Grundstücken entstehen.

"Vier große Gebäude ungern im Zentrum des Baugebiets"

Georg Deiss (CDU) sieht die vier großen Gebäude ungern im Zentrum des neuen Baugebiets. Unter anderem wegen des Ortsbilds von Eglofs hätte er sie gern an anderer Stelle. Sein Fraktionskollege Ulrich Müller hielt dagegen: „Wir haben immer gefordert, dass man mehr in die Höhe baut. Da dürfen wir jetzt, wenn’s zur Sache geht, nicht gleich umkippen, nur weil’s eventuell ein bisschen Schattenwurf geben könnte. Architekt Brokof begründete die Lage der Mehrfamilienhäuser unter anderem damit, dass sich im Zentrum kleine Grundstücke schwierig einzeln anfahren lassen. Bei einem größeren Komplex lässt sich dies gut über eine Tiefgarage lösen.

„Grundsätzlich gut“ hieß Ingrid Brauchle (UA) den Geschosswohnungsbau, äußerte allerdings auch Bedenken, welches Bild vier „große Bauten von vielleicht vier verschiedenen Bauträgern“ optisch abgeben. Sie regte an, gewisse Auflagen zur Gestaltung zu formulieren. Bürgermeister Sauter erklärte, dass dies zu späterem Zeitpunkt möglich sei, man potentiellen Investoren allerdings auch Freiheiten lassen müsse. Dies solle beispielsweise bei den späteren Bewohnern der Fall sein. Die Reihen- und Mehrfamilienhäuser würde Sauter gern von den in Argenbühl üblichen Vergabekriterien entbinden.

Nach einstimmigem Beschluss wird das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt. Außerdem will sich die Verwaltung noch einmal speziell mit den Räten aus Eglofs zusammensetzen und am Dienstag, 16. Juli, in Eglofs im Dorfstadel einen Infoabend für die Bürger organisieren.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen