Andreas Reiner porträtierte Ordensfrauen der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul

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Schwäbische Zeitung

„Göttlich – eine fotografische Gegenüberstellung“ heißt die Ausstellung von Andreas Reiner, die am Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr in der Kirche St. Benedikt in Eisenharz-Argenbühl eröffnet und bis Sonntag, 15. März, täglich von 9 bis 17 Uhr zu sehen ist.

Göttlich sind die Bilder von 50 lachenden Ordensfrauen die zur Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal gehören und mit ihrem unbefangenen Lachen und ihrer Freude einfach ansteckend wirken, heißt es in einer Pressemitteilung der Seelsorgeeinheit Argenbühl. Veranstaltet wird die Ausstellung vom Ausschuss katholische Erwachsenenbildung Argenbühl und finanziell gefördert von der Dr.-Helmut-Maucher-Stiftung Eisenharz.

„Lachen“ und „Ordensfrauen“ – ob das für eine Ausstellung mit Porträtaufnahmen zusammenpasst, hat sich die Schwesterngemeinschaft in Untermarchtal gefragt. Schwester Lintrud Fink, die damalige Generaloberin, beschreibt, wie sie nach einem längeren Prozess die Herausforderung gerne angenommen haben. Denn, so ihr Resümee, das Lachen zeigt, wozu sich diese Frauen berufen fühlen: zur befreienden Freude, die ihnen ihr Glaube schenkt.

„Lachen“ und „Ordensfrauen“ – das hat auch für den Fotografen Andreas Reiner zunächst nicht zusammengepasst. Im September 2013 hatte er die Schwestern über einen Auftrag der Stuttgarter Zeitung kennengelernt. Lust hatte er keine dazu. Erwartet hat er nichts, außer vielleicht ein paar frömmelnden, lebensfremden Frauen. Aber aus der Gegenüberstellung wurde eine Verbundenheit. Denn mit dem Kennenlernen änderte sich sein Blick und es wurden gängige Klischees der Gesellschaft auf den Kopf gestellt: Andreas Reiner lernte Frauen, ja Persönlichkeiten mit Sinn für Humor kennen. Frauen, die zu sich, ihrer Überzeugung und zur ihrem Auftrag stehen. So wurde die Idee für das Projekt entwickelt und im Februar 2014 bezog Fotograf Reiner sein Zimmer im Gästehaus des Untermarchtaler Klosters, nahm am Tagesablauf teil und lernte die verschiedenen Konvente kennen, bevor er begann, die Schwestern zu porträtieren.

Wie er es geschafft hat, die Frauen so zum Lachen zu bringen, dass sie die Kamera dabei völlig vergessen zu scheinen, bleibt sein Geheimnis. Aber wer ihn kennenlernt, kann sich sehr gut vorstellen, dass die Begegnungen von Humor geprägt waren. Und von tiefer Wertschätzung. Denn was die Bilder zeigen, ist nicht nur Freude und Lachen. Man sieht mehr: zum Beispiel Vertrauen, Authentisches und Tiefe. Der Titel beschreibt es am besten: Es ist Göttliches zu sehen in Eisenharz.

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