Zweites Jugendhearing: Das wünscht sich die Generation Z in Amtzell

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 Die Jugend-App „Amtzell-Now!“ ist seit zwei Jahren online. Im offenen Gespräch mit Bürgermeister Clemens Moll diskutierten Juge
Die Jugend-App „Amtzell-Now!“ ist seit zwei Jahren online. Im offenen Gespräch mit Bürgermeister Clemens Moll diskutierten Jugendliche, wie die App weiter verbessert werden kann. (Foto: Franziska Telser)
Milena Sontheim

Bauwagen, Jugend-App, Jugendrat und Gratis-Wlan. Am Montagabend konnten Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in Amtzell konkrete Wünsche präsentieren. Zusammen mit dem Kreisjugendring hat die Gemeinde Amtzell ein zweites Jugendhearing unter dem Motto „Was gibt’s, was braucht’s?“ veranstaltet.

Ein paar der Teilnehmer waren beim ersten Jugendhearing schon dabei und wollten sehen, was aus den Vorschlägen geworden ist. Andere waren neugierig und wollten eigene Ideen einbringen. Die Gemeinde nutzt die Veranstaltung, um aktuelle Stimmungsbilder zu erkennen und politisches Denken zu fördern.

Bevor die Jugendliche ihre Ideen sammelten, zeigte Bürgermeister Clemens Moll vier Maßnahmen aus dem Jahr 2018, die bereits umgesetzt sind. 2018 waren 22 Jugendliche beteiligt. „Die Jugend-App ’Amtzell-Now!’ ist seit zwei Wochen online“, sagte die stellvertretende Hauptamtsleiterin und Mitorganisatorin Monika Diem. Damit können Jugendliche ihre Anregungen an eine digitale Pinnwand anbringen und sich über Veranstaltungen informieren.

Außerdem sei das Stadiongebäude Hasenwinkel mit einem Grillplatz ausgestattet, eine Bundesfreiwilligendienst-Stelle und ein gewünschtes Open-Air-Kino geschaffen worden.

 Beim zweiten Jugendhearing in Amtzell waren 18 Jugendliche dabei.
Beim zweiten Jugendhearing in Amtzell waren 18 Jugendliche dabei. (Foto: Milena Sontheim)

Dieses Jahr beteiligte sich Generation Z erneut. 18 Jugendliche haben ihre Ideen an vier Thementischen gesammelt – Jugendbeteiligung, Jugend-App, Bauwagen und Verschiedenes. Stefanie Nandi vom Kreisjugendring moderierte einen der Ideentische mit Magdalena, Aaron und Leon, die sich für die Jugendbeteiligung einsetzen.

Sie finden, dass das Jugendhearing statt einmal im Jahr viermal pro Jahr veranstaltet werden sollte. Außerdem schlagen sie einen Jugendrat mit zwei bis drei Sprechern vor, in dem sich Jugendliche engagieren können. Der solle ebenfalls viermal jährlich tagen, sagte Nandi.

Ich sehe das Rathaus in der Pflicht, die App mit Infos zu füttern. 

Bürgermeister Clemens Moll

Bürgermeister Clemens Moll arbeitete mit der Gruppe, die sich mit der Jugend-App beschäftigte. Die Teilnehmer schlugen vor, dass erneut Werbung für die App an Schulen und über Vereine gemacht wird. Wünschenswert sei außerdem ein digitaler Überblick, an welchen Themen das Rathaus und der Gemeinderat aktuell arbeiten. „Ich sehe das Rathaus in der Pflicht, die App mit Infos zu füttern“, sagte Moll.

Eine Filterfunktion für Veranstaltungen soll ebenfalls eingeführt werden. Über die Verbesserungsvorschläge sei er froh, weil die Gemeinde auf Rückmeldungen angewiesen ist, so Moll. „Ihr habt quasi die Rolle der Testentwickler“, sagte der Rathauschef.

Über die App könnte man künftig auch den gewünschten Bauwagen für private Veranstaltungen mieten. Der 18-jährige Bundesfreiwilligendienstler Noah Thiel hat einen konkreten Plan für die Umsetzung des Jugendtreffpunkts vorgestellt. Weil ein Container in der Anschaffung günstiger und zudem diebstahlsicherer als ein klassischer Bauwagen sei, haben sich die Teilnehmer für ersteres entschieden.

„Der Standort soll eine Kiesfläche mit möglichst wenig Wohnraum herum sein“, sagte Thiel. Die Fläche hinter der Turnhalle biete sich dafür an. Er findet fünf bis zehn Euro Mietgebühr für eine private Veranstaltung mit verpflichtender Aufsichtsperson über 18 Jahren sinnvoll. „Mit dem Geld würden wir den Container verschönern“, so Thiel.

Aufgewertet werden sollen auch der Volleyballplatz, die Bushaltestellen an der B 32, der Skatepark und das Sportangebot für Mädchen, sagten die 24-jährige Valentina Deutschbein und die 18-jährige Elin Stark vom Thementisch für Verschiedenes.

Obwohl es in Amtzell rund 350 Jugendliche gibt, waren nur 18 davon beim diesjährigen Jugendhearing dabei. Die Beteiligungsquote könne auch positiv verstanden werden, sagte Monika Diem. Denn das sei auch ein Signal, dass viele Jugendliche mit den Freizeitmöglichkeiten und der Jugendarbeit in der Kommune zufrieden sind.

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