Zwei Jahre Käse: Die Bilanz der Allgäuer Käsekönigin

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Zwei Jahre lang war Melanie Wendler die Allgäuer Käsekönigin und damit auch auf Veranstaltungen wie dem Lindenberger Käsefest zu (Foto: Matthias Becker)

Zwei Jahre lang hat sie das Allgäu und den Allgäuer Käse repräsentiert: Melanie Wendler aus Amtzell ist die Allgäuer Käsekönigin. Noch, denn bald wird eine neue gewählt. Mit SZ-Redakteurin Corinna Blum hat die 26-Jährige über ihr Amt und über die Anforderungen an das Amt gesprochen.

SZ: Zwei Jahre hat sich bei Ihnen alles um Käse gedreht. Hängt er Ihnen mittlerweile zum Hals heraus?

Melanie Wendler: Nein. Ich mag Käse immer noch. Ich bin ein absoluter Käsefan und esse ihn sogar nach wie vor in Unmengen. Jetzt, da ich in Stuttgart wohnte, habe ich auch ein bisschen Entzug vom Allgäuer Käse. Ich hab auch schon geschaut, ob ich richtigen Allgäuer Käse dort irgendwo kaufen kann.

SZ: Und?

Wendler: Mittlerweile habe ich einen Supermarkt gefunden, der ihn anbietet. Zum Glück.

SZ: Wenn Sie auf diese zwei Jahre zurückblicken – wie waren sie? Schön? Stressig?

Wendler: Beides. Es war auf jeden Fall schön. Käsekönigin zu sein war eine einmalige Erfahrung, die mir auch niemand nehmen kann. Das war auch deshalb schön, weil ich hier geboren und aufgewachsen bin und durch mein Amt „mein Allgäu“ nach außen weitergeben konnte. Außerdem habe ich gemerkt, dass mich mein Amt wahnsinnig weit gebracht hat. Ich habe viele Leute kennengelernt, viele Kontakte gesammelt, die auch andauern werden, ich konnte meinen Horizont erweitern. Aber es war natürlich auch stressig. Die meisten Veranstaltungen sind am Wochenende. Und gerade im Sommer hatte ich viele Termine. Auch gebündelt, zum Beispiel drei Veranstaltungen an einem Wochenende. Das darf man nicht unterschätzen, dass es stressig werden kann, aber das hat man mir auch von vornerein gesagt.

SZ: Im SZ-Interview vor etwa einem Jahr haben Sie erzählt, dass Sie Angela Merkel einen Korb mit Käse in die Hand gedrückt haben. War denn unter den vielen Leuten, die Sie getroffen haben, jemand dabei, der Sie besonders beeindruckt hat?

Wendler: Auf der Oberschwabenschau 2012 war Ilse Aigner zu Gast. Die fand ich gut. Sie kommt sympathisch und authentisch rüber und hat keine Scheu vor den Leuten, hatte ich das Gefühl. Sie ist dann nach ihrer Rede auch an den Tisch gekommen, an dem ich mit ein paar anderen Königinnen saß, hat uns alle persönlich begrüßt und dann noch ein Foto mit uns machen lassen.

SZ: Was mussten Sie denn auf den Veranstaltungen genau machen?

Wendler: Ich habe den Allgäuer Käse präsentiert. Zum Beispiel habe ich Käseverköstigungen gemacht und die Leute dabei über die Käsesorten informiert, aber ich habe auch bei verschiedenen Anlässen Grußworte gesprochen. Außerdem war es auch meine Aufgabe, das Allgäu an sich schmackhaft zu machen. Und das scheint ganz gut funktioniert zu haben. Hinterher habe ich oft viele positive Rückmeldungen bekommen.

SZ: Mitte April soll eine neue Käsekönigin gekrönt werden. Was können Sie denn Frauen, die sich für dieses Amt bewerben wollen, auf den Weg geben?

Wendler: Es muss einem bewusst sein, dass es zeitaufwendig ist, Käsekönigin zu sein. Man muss sich vorbereiten, man muss zu den Veranstaltungen fahren, das verschlingt schon Zeit. Außerdem sollte man offen auf Leute zugehen können und auch deren Fragen beantworten können. Und: Man sollte mit der Region verwurzelt sein. Wenn jemand mit der Region verwurzelt ist und das man außen trägt, das merken die Leute.

SZ: Zum Schluss nochmals zurück auf Ihre eigenen Käse-Sympathien. Haben Sie denn durch Ihr Amt einen Lieblingskäse gefunden?

Wendler: Bergkäse ist meine Lieblingssorte. Das war er aber schon vorher, und das ist während meiner Amtszeit auch so geblieben. Während ich Käsekönigin war, habe ich aber festgestellt: je älter der Bergkäse, desto besser schmeckt er mir.

Das Amt der Allgäuer Käsekönigin wird neu ausgeschrieben. Käsekönigin kann werden, wer mindestens 18 Jahre alt ist und einen Führerschein besitzt. Grundkenntnisse in Landwirtschaft, Käse und Region wären günstig sind aber nicht zwingend Vorraussetzung. Interessierte können sich bis spätestens 11. April bei Ulrich Spieß bewerben, 07506/526 oder E-Mail Ulrich-Spiess@t-online.de. Die Krönung der neuen Allgäuer Käsekönigin findet am 17. April in Waltershofen bei der Generalversammlung des Maschinenrings statt.

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