So geht die Sanierung der Amtzeller Kirche voran

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Die Komplettsanierung der Amtzeller Kirche soll im Jahre 2021 abgeschlossen sein.
Die Komplettsanierung der Amtzeller Kirche soll im Jahre 2021 abgeschlossen sein. (Foto: Magdalena Heidegger)
Magdalena Heidegger

Wer in letzter Zeit durch den Ort Amtzell gefahren ist, dem ist höchstwahrscheinlich die mit einem Gerüst eingefasste Kirche in der Ortsmitte ins Auge gefallen. Seit Mitte August ist die Außenfassade der Amtzeller Kirche St. Johannes und Mauritius in ein Gerüst gehüllt.

Bereits Anfang Juni wurde mit den Renovierungsarbeiten begonnen, indem im Innenbereich der Kirche ebenfalls ein Gerüst gestellt wurde, um eine Voruntersuchung der Decken durchzuführen. Die Komplettsanierung der Kirche soll bis 2021 abgeschlossen sein. Dabei muss die Pfarrgemeinde Amtzell etwa zehn Prozent der Kosten, also knapp 200 000 Euro, selbst durch Spenden aufbringen.

Die Kirchensanierung wird in zwei Bauabschnitten vorgenommen und von dem Architekt Eugen Junker betreut. Der erste Bauabschnitt beinhaltet unter anderem die Erneuerung der Dachdeckung des Langhauses und des Turms, die Sanierung des Dachstuhls und den Anstrich der Fassade. Zum zweiten Bauabschnitt zählen beispielsweise Restaurationsarbeiten und auch die Erneuerung der Beleuchtung und der Verkabelung. Derzeit wird der Dachstuhl aufgrund eines Pilzbefalls saniert.

Die Gottesdienste sollen durch die Sanierungsarbeiten nicht gestört werden. „Wir versuchen die Kirche weiterhin so viel es geht zu nutzen“, so Pfarrer Matthias Hammele. „Man muss Kompromisse eingehen, auch dadurch, dass die Optik unter dem Gerüst leidet. Jedoch soll die Kirche deswegen nicht zwei Jahre lang geschlossen sein.“ Lediglich an Weihnachten sei es geplant, den Gottesdienst aus Platzgründen in die Turnhalle zu verlegen, so der Amtzeller Geistliche weiter im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung.

Der Kirchengemeinderat hat ein Spendenteam zusammengestellt, das in den nächsten Monaten einige Projekte in Angriff nehmen wird, um die nötige Summe zusammenzubekommen. Bereits an Maria Himmelfahrt wurden durch den Verkauf von Kräutersträußen die ersten Spenden gesammelt.

Zum Patrozinium am Sonntag, 22. September richtet der Kirchenchor einen Frühschoppen im Haus der Gemeinde aus, der durch Kuchenspenden der Bürgerwehr und den Justini-Grenadieren unterstützt wird. „Wir versuchen die ganze Gemeinde zu involvieren“, erklärt Hildegard Baier, gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats und Mitglied des Spendenteams. „Es ist wichtig, dass nicht nur die katholischen Kirchengänger spenden. Wir haben vor, uns auch an die Vereine und an die Schule zu wenden.“

 Bauleiter Ulrich Volkmann, die Vorsitzende des Kirchengemeinderats Hildegard Baier und Pfarrer Matthias Hammele auf dem Gerüst
Bauleiter Ulrich Volkmann, die Vorsitzende des Kirchengemeinderats Hildegard Baier und Pfarrer Matthias Hammele auf dem Gerüst der Kirche. (Foto: Magdalena Heidegger)

Es gibt bereits viele Ideen für Spendenaktionen, die in den nächsten Monaten umgesetzt werden sollen. Geplant ist unter anderem ein Stand auf dem Amtzeller Weihnachtsmarkt, bei dem neben Kränzen und Plätzchen die Dachziegeln der Kirche zum Verkauf angeboten werden. „Vorstellbar sind auch kleine Konzerte, Kunstprojekte der Schule oder Ähnliches“, so Baier.

„Weitere Überlegungen gehen dahin, es möglich zu machen, die Restaurierungskosten einzelner Kirchenfiguren zu übernehmen. So könnte der Spender selber entscheiden, wofür sein Geld verwendet wird.“ Eine solche Restauration belaufe sich auf 250 bis 1000 Euro, erklärt der leitende Architekt Eugen Junker.

„Wir befinden uns erst am Anfang eines sehr langen Projekts“, schließt Hildegard Baier. „Die Mühe wird sich jedoch hoffentlich bezahlt machen, wenn am Ende unsere Kirche in neuem Glanz erstrahlt.“

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