Erste Coronainfektionen in der Gemeinde Amtzell

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 In der Gemeinde Amtzell haben sich die ersten Bürger mit dem Virus angesteckt.
In der Gemeinde Amtzell haben sich die ersten Bürger mit dem Virus angesteckt. (Foto: Christian Ohde/ Imago)
Schwäbische Zeitung

Im Amtsblatt der Gemeinde ist an diesem Freitag noch zu lesen, dass es bislang keine Coronainfektionen in der Gemeinde gibt. Dieser Stand vom Redaktionsschluss des Amtsblatts Mitte der Woche hat sich laut der Gemeindeverwaltung bereits überholt.

Mittlerweile sind mehrere Infektionen bekannt. Wie die Verwaltung in einer Mitteilung schreibt, müssen die betroffenen Menschen und deren Kontaktpersonen in Quarantäne bleiben. „Es gilt nun, die Maßnahmen des Infektionsschutzes besonders zu beachten. Die Gefahr einer Ansteckung besteht natürlich auch vor Ort“, wird der in Amtzell niedergelassene Allgemeinmediziner Malte List in der Mitteilung zitiert.

Hilfsaktion gut angelaufen

Unterdessen sei die Hilfsaktion „Amtzeller für Amtzeller“ gut angelaufen und erste kleine Einsätze konnten durchgeführt werden. Über zwanzig hilfsbereite Menschen haben sich gemeldet und wurden auf eine Warteliste gesetzt, da es bislang mehr Hilfsangebote als Hilfsanfragen gebe.

Dass sich das in Kürze ändern könnte, davon ist Amtzells Bürgermeister Clemens Moll überzeugt: „Die ersten Personen befinden sich bereits in Quarantäne und auch ältere Menschen und Risikogruppen sollen ja nach Möglichkeit zu Hause bleiben.“ Da werde die Nachfrage nach Unterstützung sicherlich steigen. Die Gemeinde koordiniert zusammen mit dem Verein „Füreinander-Miteinander“ die Hilfsaktion.

Neben der Apotheke Amtzell, dem Kaufhaus Schellinger und der Bäckerei Schellinger wird das Angebot nun auch vom Getränke- und Raiffeisenmarkt unterstützt. „Die Hilfsbereitschaft und der große Zusammenhalt in unserer Gemeinde sind wirklich beeindruckend“, schreibt Moll in der Mitteilung über den erfolgreichen Start.

In Krisenzeiten ist Solidarität gefragt

Dass die Menschen zusammenhalten freut auch Pfarrer Matthias Hammele. Er macht darauf aufmerksam, dass die Reduzierung von sozialen Kontakten und das Abstand halten nicht zu einer Vernachlässigung der Mitmenschen führen soll. In dieser Krisenphase sei es noch wichtiger als sonst, füreinander da zu sein und Interesse an anderen Menschen zu zeigen, heißt es in der Mitteilung. „Auch per Telefon kann man Zeit schenken und seine Hilfe anbieten oder anderen einfach zuhören und mit lieben Worten eine Freude bereiten.“ Mit viel Mitmenschlichkeit könne man man auch Positives von der Situation abgewinnen, ist der Pfarrer überzeugt.

Auch die evangelische Kirche ruft in Amtzell zur deutschlandweiten Aktion des abendlichen Singens auf. Jeweils um 19 Uhr wird das Lied „Der Mond ist aufgegangen…“ gesungen.

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