Ein Streifzug durch Amtzell

Lesedauer: 6 Min

 Bürgermeister Clemens Moll übernahm am Montag mit Interessierten einen Spaziergang durch Amtzell. Ziel war unter anderem der K
Bürgermeister Clemens Moll übernahm am Montag mit Interessierten einen Spaziergang durch Amtzell. Ziel war unter anderem der Kindergarten St. Johannes. (Foto: Vera Stiller)
Vera Stiller
Redakteurin

Hatten sich am Freitag rund 30 Personen mit Bürgermeister Clemens Moll auf eine Radtour durch die Gemeinde begeben, so war es am Montag gerade einmal eine Handvoll Menschen, die eine kleinere Runde spazieren gehen wollte. Nach gut eineinhalb Stunden stand für sie fest, dass dieser Streifzug durch Amtzell kurz vor der Bürgermeisterwahl am 23. September in jeder Hinsicht ein lohnender war.

Absagen und auf einen der nächsten anberaumten Termine mit wissenswertem Hintergrund verweisen? Für Clemens Moll kam das nicht infrage. Gut gelaunt und vor Informationen nur so sprudelnd machte er sich mit den beiden Bürgerinnen und Clemens Stadler, der in Amtzell bis Anfang des Jahres Elternzeitvertretung im Hauptamt gemacht hatte, auf den Weg. Und dann wurde dieser Weg zu Fuß viel mehr als nur eine Schau von Molls zurückliegender Amtszeit und ein Ausblick auf künftige Pläne. Der warme Spätsommerabend gestaltete sich als eine Liebeserklärung an eine Gemeinde inmitten einer wunderbaren Landschaft.

Die Plätze, die sich der Bürgermeister als Stationen ausgewählt hatte, sollten das, was er in dem SZ-Interview vom Wochenende überblickend skizziert hatte, vertiefen. So galt der erste Halt dem Kindergarten St. Johannes und der Überschrift „Bildung und Betreuung“. Moll erinnerte an die hier in den Jahren 2010 und 2011 erfolgte Sanierung und stellte für alle drei Einrichtungen für Kinder bis zum Grundschulalter fest: „Es werden immer mehr Ganztagesplätze und das Reichen eines Mittagessens nachgefragt, sodass wir Speisesäle brauchen.“

Moll suchte bsich Plätze aus

Auf die Frage, ob die Gemeinde auch finanziell bei kirchlich geführten Kindergärten gefragt sei, wies Moll auf die zu übernehmenden Anlagekosten und für das Personal hin und gab gerne zu, dass diese Kosten „den Haushaltsbetrag im investiven Bereich schmälern“. Um sofort einzulenken: „Wir legen großen Wert auf die örtlichen Kindergärten und die hier geleistete qualifizierte Arbeit.“

Ein Blick von der Bühne der Festhalle hinunter in den Saal ließ erkennen, dass die gerade laufenden Planungen zur Umgestaltung dringend erforderlich sind. In Anbetracht des „Schmuckstücks Sporthalle“ galt die Aufmerksamkeit dem mit Kies bedeckten Vorplatz und der Möglichkeit, diesen bei größeren Veranstaltungen auch für Fahrzeuge nutzbar zu machen. „Sie müssen ja auch in den nächsten fünf Jahren noch etwas zu tun haben“, so der Ausruf einer Zuhörerin.

Bevor es über den „Gauß-Steg“ in Richtung Hössel ging, machte der Bürgermeister auf die von Jugendlichen entworfene Sitzgelegenheit im Freien für „Treffen in der Runde“ aufmerksam. Die rechts liegengelassene Sportanlage bot Moll Gelegenheit, um von seinen Vorstellungen hinsichtlich eines größeren Angebots an körperlicher Betätigung zu sprechen. Auch war er überzeugt davon, dass die sich zur Straße bietende „Schauseite“ der Mountainbike/BMX-Strecke durch eine anzulegende Blumenwiese ansehnlicher gestaltet gehört.

Als ebenso interessant wurden die an Ort und Stelle gemachten Ausführungen zum Thema „Trinkwasser-Verbundleitung“ und zum Pumpwerk Winkelmühle empfunden. Clemens Moll machte deutlich, dass dadurch die Versorgungssicherheit insbesondere für die Wasserabnehmer im Gemeindegebiet gestärkt würde. Schön auch zu hören, dass die im Zuge der Tiefbaumaßnahme verlegte Glasfasertrasse „zahlreichen Anwesen einen Anschluss an die schnelle Datenautobahn garantiert“.

Um die gut vorankommenden Erschließungsarbeiten für den Grüntenweg in Augenschein zu nehmen, nahm die kleine Besichtigungsgruppe den Weg hinauf zur Pfärricher Straße. Moll bezeichnete zwar einerseits die Schaffung von sieben Einfamilienhäusern und zwei Mehrfamiliengebäuden wegen des dringend benötigten Wohnraums „einen Tropfen auf dem heißen Stein“, nannte das Entstehen einer Wohnanlage für Menschen mit Behinderung mit integrierter Arztpraxis anderseits aber als außerordentliches Positivum.

Der Blick hinauf zum Kapellenberg wurde mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen