Digitalisierung soll in Amtzell sichtbar werden

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Sind vielleicht Tablets die Zukunft für Amtzeller Bürger?
Sind vielleicht Tablets die Zukunft für Amtzeller Bürger? (Foto: Symbol: Audras)
Claudia Bischofberger

Bei einer Informationsveranstaltung im Rahmen der Zukunftswerkstatt in Amtzell, hatten interessierte Bürger die Möglichkeit, den unaufhaltsamen Fortschritt der Digitalisierung für ihre Gemeinde mitzudenken sowie Erwartungen zu beschreiben und aufzeigen.

„Wo drückt der Schuh in der digitalen Welt?“ Um diese Frage zu beantworten, hatten sich Christopher Heck und Franz-Reinhard Habbel auf den Weg nach Amtzell gemacht. Beide sind für die Gt-service Dienstleistungsgesellschaft GmbH tätig. Diese Firma fokussiert Beratungen auf Städte, Gemeinden, Landkreise und interkommunale Zusammenschlüsse in Baden-Württemberg. Christopher Heck, der als Referent für die Firma tätig ist, beschäftigte sich zunächst mit Fragen, die viele Bürger der Kommune umtreibt: „Was erwartet uns in der Zukunft?“ Aber auch „Wie verändert sich unsere Welt?“ Digitalisierung solle den Menschen das Leben erleichtern. Lebensqualität in allen sozialen Schichten und Gesellschaftsformen verbessert werden.

Franz-Reinhard Habbel, Beigeordneter und Pressesprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) in Berlin erklärte anhand von verschiedenen Beispielen, welche Auswirkungen die digitale Welt der Zukunft für jeden einzelnen mit sich bringen kann. Dabei ging er individuell auf die Kommune Amtzell und deren Bürger ein.

„Die Digitalisierung geht nicht wieder weg,“ sagte er zu Beginn seines Vortrags. Auch wenn das Smartphone die Fernbedienung in die Welt sei, so sei gleichzeitig eine gewisse Abhängigkeit entstanden. Dennoch bliebe das Internet die Lebensader der aktuellen Zeit und daher müsse die Zukunft lokal gemacht werden, um ein gleichwertiges Lebensverhältnis zu schaffen – egal ob in der Stadt oder im ländlichen Raum. „Denn nicht die Daten, sondern der Mensch stehen im Mittelpunkt“, sagte Habbel. Es sei ihm ein Anliegen herauszufinden, was den Bürgern wichtig ist.

Digitale Pinnwand für Verananstaötungen gewünscht

Um dies herauszufinden fand im Anschluss des Vortrags im Rahmen der anwesenden Bürger sowie zusammen mit Bürgermeister Clemens Moll ein gemeinschaftliches Ideensammeln statt. Jeder hatte die Möglichkeit, zu bestimmten Punkten seine Vorstellung aufzuzeigen.

Im Bereich Gesellschaft, Bildung und Kultur wurde der Wunsch einer digitalen Pinnwand geäußert. Damit Jugendliche untereinander, insbesondere Jugendgruppen und -vereine, verschiedene Veranstaltung bekannt gegeben bekommen. Aber auch bestehende Angebote könnten besser kommuniziert werden. „Viele wissen gar nicht, dass wir überhaupt eine Bücherei in Amtzell betreiben“, erklärte Moll.

Eine anwesende Lehrerin machte darauf aufmerksam, dass bereits kleine Kinder mit der digitalen Welt vertraut werden. Um jedoch kritisch über bestimmte Dinge zu urteilen, sollten auch die Erwachsenen richtig instruiert und vorbereitet werden. Dies fange schon bei der Lehrerausbildung an und beträfe jeden, der in der Verpflichtung einer Erziehungsaufsicht steht.

Außerdem wurden noch der Austausch von Fahrgemeinschaften, auch zu kulturellen Veranstaltungen, genannt, sowie verschiedene Apps, über die Nachbarschaftshilfe gehen soll oder umfassende Angebote für die Gemeinde, aber auch über das Vereinsleben informieren kann.

Ein digitaler Fahrplan für den Bürgerbus?

Was die Zukunft im Bereich Mobilität bringen könnte, wurde als nächstes diskutiert. Der bereits bestehende Bürgerbus könnte gefördert werden, und Fahrpläne könnten über digitale Vorgänge offener gestaltet werden. Parkplatzmanagement und Elektromobilität gehörten auch noch zu den Ideen der Bürger. Was den Handel, die Wirtschaft und die Verwaltung anging, hatten die Anwesenden viele Vorschläge, um auch das Leben auf dem Lande zu fördern. So könnten Landwirte mit Direktvermarktung ihr Waren mithilfe einer stets aktuellen App anbieten.

Durch digitale Verwaltung würde der Gang zum Rathaus gespart, wenn Anträge aller Art online ausgefüllt werden könnten. Dies hieße aber nicht, dass die Bürger nicht willkommen seien, doch könne man sich sicherlich um diejenigen besser kümmern, deren Anliegen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Weiter Vorschläge folgten, etwa, dass es eine Jobbörse speziell für Jugendliche geben könnte, die im Besitz eines Babysitterkurses sind und sich auf einer Plattform dafür zur Verfügung stellen. Wohnungsbörse war auch noch eine Idee, speziell im Rahmen der Kommune.

Schließlich waren Habbel und Heck am Ende begeistert angesichts der regen Anteilnahme, den guten Ideen und dem kommunalen Interesse. Ein lohnender Einsatz, den es gilt zu unterstützen.

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