Bibel-Vortrag: Neue Einheitsübersetzung ist verständlicher

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 Bibel-Interessierte beim Vortrag von Pfarrer Matthias Hammele über die neue Einheitsübersetzung.
Bibel-Interessierte beim Vortrag von Pfarrer Matthias Hammele über die neue Einheitsübersetzung. (Foto: Hildegard Baier)
Schwäbische Zeitung

Zu einem Vortrag von Pfarrer Matthias Hammele über die neue Einheitsübersetzung der Bibel sind Bibel-Interessierte am 10. Mai ins Amtzeller Haus der Gemeinde eingeladen gewesen. „Feiner, Farbiger, Frischer, Genau, Komplett, Verständlich“ hieß die Startseite der Präsentation zur neuen Bibelübersetzung, mit der Pfarrer Hammele zum Entdecken der biblischen Schätze einlud.

Pfarrer Hammele erläuterte zunächst, wie es zur ersten Einheitsübersetzung 1980 gekommen war. Dabei stellte er klar, dass es sich dabei nicht um ein ökumenisches Projekt gehandelt habe. Ziel war vielmehr eine einheitliche deutschsprachige Bibelübersetzung für alle Orte katholischen Lebens. Sie sollte für liturgische Zwecke geeignet sein, aber auch als verbindlicher Text im Religionsunterricht und in der Katechese verwendet werden können.

Bevor Sinn und Zweck einer Neuübersetzung anhand zahlreicher Beispiele demonstriert wurde, gab es ein paar allgemeine Worte zu generellen Schwierigkeiten bei jeder Übersetzung. „Traduttore, traditore“ – der Übersetzer: ein Verräter, denn schließlich gibt es keine eindeutige Entsprechung zwischen den Sprachen. Am Anfang jeder Übersetzung steht deshalb die Frage: Möglichst nah am Urtext oder für möglichst viele verständlich? Gotteswort in Menschenwort zu übertragen, kommt als besonderer Anspruch einer Bibelübersetzung noch dazu. Nicht einfacher mache es die Tatsache, dass es keine „Urbibel“ gibt. Pfarrer Hammele lenkte den Blick auf die tausendjährige Entstehungszeit der biblischen Bücher, von denen kein Buch im Original vorliegt, sondern nur in Abschriften. Und beim Abschreiben über die Jahrhunderte entstanden so manche Fehler oder absichtliche Korrekturen.

Ziel der neuen Übersetzung war, den aktuellen Stand der Forschung zu berücksichtigen, sachliche Fehler und stilistische Mängel zu korrigieren und die Bilderwelt der Bibel wieder deutlich zu machen. Viele der Bibel entstammende Sprichwörter unserer Sprache sind nun wieder erkennbar.

Interessiert lauschten die Besucher den vielen Beispielen sprachlicher Besonderheiten der Neuübersetzung, die letztlich alle den Zweck haben, die Urtexte bei maximaler Texttreue heutigen Lesern verständlich zu machen. Die Bibel als das Glaubensbekenntnis von Menschen, die ihre Erfahrungen mit Gott irgendwann niedergeschrieben haben, lädt heutige Leser ein, sich selbst in der Geschichte zu suchen, denn die Erfahrung geht immer weiter – was diese Bibliothek aus 73 Büchern zu einer Fundgrube von Texten macht, die helfen und heilen.

Dass es gelungen war, den Hörern das Thema Einheitsübersetzung nahezubringen, zeigten auch die Fragen. Besonders beschäftigten die Unterschiede zur neuen Übersetzung der Luther-Bibel und zum Koran, aber auch das Phänomen der „Einheitsübersetzung“. Abschließend gab Pfarrer Hammele noch Empfehlungen zum Einstieg in die Bibel-Lektüre.

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