Amtzeller sparen ab 2020 beim Abwasser

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 Die Amtzeller müssen künftig weniger für ihr Abwasser bezahlen.
Die Amtzeller müssen künftig weniger für ihr Abwasser bezahlen. (Foto: DPA/ Jens Büttner)
Milena Sontheim

Nachdem im vergangenen Monat beschlossen wurde, dass Grund- und Gewerbesteuer in Amtzell steigen, sparen Bürger ab 2020 allerdings beim Abwasser. Insgesamt sinken die Gebühren um sechs Prozent. Das hat die Mitarbeiterin der Kämmerei Monika Gauß am Montag in der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Einspruch von seiten der Räte gab es gegen die „erfreuliche Senkung“ nicht, wie es Hans Roman (CDU) nannte. „Es geht auch mal anders“, sagte Bürgermeister Clemens Moll und wies damit auf die jüngste Steuererhöhung für Grundstücke und Gewerbe hin. Mit der jetzigen Senkung kann man die Erhöhung kompensieren, sagte Roman.

Gemeinde darf keinen Gewinn machen

Seit 2016 hat die Gemeinde über den Hunger gewirtschaftet, sagte Gauß. Gesetzlich vorgeschrieben müsse die Kostenüberdeckung innerhalb von fünf Jahren von der Gemeinde ausgeglichen werden. Es dürfen maximal die Kosten gedeckt werden, heißt es in der Gesetzesgrundlage.

Die Abwassergebühr teilt sich in Schmutzwasser und Niederschlagswasser auf. Zusammen sinken diese um sechs Prozent. Die Gebühr für die Einleitung des häuslichen Abwassers (Schmutzwasser) wird laut Gauß am Frischwasserverbrauch gemessen. Die Gebühr für das Einleiten des Oberflächengewässers (Regen) wird mithilfe der versiegelten Fläche, zum Beispiel Parkplatz oder Dachfläche, berechnet.

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, dass die Schmutzwassergebühr von 2,12 Euro auf glatte zwei Euro pro Kubikmeter sinkt. Die Regenwassergebühr sinkt von 32 Cent auf 30 Cent. Eine fünfköpfige Familie mit einen beispielhaften Jahresverbrauch von 131 Kubikmeter bezahlt für die Schmutzwasserableitung künftig 262 statt 277 Euro. Hat die angenommene Familie eine versiegelte Fläche von 209 Quadratmeter, sinken die Kosten der Niederschlagsgebühr von 66,88 auf 64,70 Euro.

Durchschnittshaushalt spart 7,44 Euro

Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 62 Kubikmeter spart nach den Berechnungen von Gauß beim Schmutzwasser 7,44 Euro und beim Regenwasser 5,16 Euro. Ein Gewerbe zahlt bei gleichbleibendem Verbrauch von 375 Kubikmeter und einer Fläche von 7130 Quadratmeter statt 3076,60 Euro noch 2889 Euro.

Die Verwaltung schätzt für kommendes Jahr einen Abwasserverbrauch der Bürger von 180 000 Kubikmeter – mit einer Gesamtfläche von 286 200 Quadratmeter. Die gebührenpflichtigen Flächen werden sich voraussichtlich durch die Entwicklung der Baugebiete erhöhen, zeigt die Kalkulation von Gauß. Diese wirke sich aber erst in der Abrechnung Ende 2020 geringfügig aus, da für Neubauten Retentionsbecken vorgesehen seien.

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