330 Fahrer kommen zur Jubiläums-Geländefahrt des MSC Amtzell

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Redaktionssekretariat

Perfekte äußere Bedingungen und beste Stimmung zeichnete die Jubiläums-Geländefahrt aus, die der MSC Amtzell am Samstag anlässlich seines 50-jährigen Bestehens rund um Amtzell veranstaltete. Bereits am Abend zuvor standen die Zeichen auf „geglückt“, als der Traditionsverein gemeinsam mit der seit 22 Jahren bestehenden Narrenzunft Ramseweible zur Party in der Halle lud. 700 Besucher kamen und feierten mit den beiden Jubiläumsvereinen und DJ Matze Ihring von Radio 7.

Der Spaß stehe im Vordergrund, sagte MSC Fahrtleiter Ingo Fimpel schon am frühen Samstagmorgen bei seiner Begrüßung. Spaß machten die Geländefahrten, die der MSC Amtzell zwischen 1971 und 1996 regelmäßig veranstaltete, schon früher. „Schließlich geht es da um Genuss“, erklärte MSC-Urgestein Adelbert Schöb. Anders ausgedrückt: Gewertet werden, abgesehen von möglichen Strafpunkten, ausschließlich die Sonderprüfungen. Für die „Zwischenetappen“ gibt es vorgeschriebene, großzügig angesetzte Zeiten, in denen die nächste Sonderprüfung zu erreichen ist. Gibt es nicht gerade eine größere Panne oder einen Unfall, ist das kein Problem. Fremde Hilfe darf dabei im Übrigen nicht in Anspruch genommen werden – mit Ausnahme kleiner Hilfstätigkeiten im Fahrerlager wie Tanken, Kettenschmierung und Reifendruckkontrolle.

Neuauflage der Geländefahrt lockt 330 Fahrer nach Amtzell
Amtzell (swe) – 22 Jahre nach der letzten Geländefahrt veranstaltete der MSC Amtzell anlässlich seines 50-jährigen Bestehens eine Neuauflage des traditionellen, motorsportlichen Ereignisses – und 330 Fahrer kamen.

60 Kilometer durchs Gelände

Gestartet wurde ab dem frühen Morgen im Minutentakt und in Vierergruppen. Je nach Klassenzugehörigkeit galt es die Strecke unterschiedlich oft zu umrunden und die entsprechenden Sonderprüfungen zu meistern. „Dazwischen“ gab es rund 60 Kilometer durch Wald und Flur, über Stock und Stein, aber auch mit fantastischer Aussicht in die Umgebung oder Bergwelt. „Das war mega“, sagte später beispielsweise Thomas Günther, Sieger der Klasse EC3 Expert. Überhaupt war der 45-Jährige, der in den vergangenen Jahren das Amtzeller Vier-Stunden-Enduro häufiger gewann, begeistert: „Ich hatte bislang ja nie die Ehre, bei einer der legendären Amtzeller Geländefahrt dabei zu sein. Umso schöner ist, das auch noch zu gewinnen. Heute sind die Meisterschaften ja fast nur noch auf der Straße und eine Prüfung entscheidet über alles. Das war echt tipptopp hier. Die Amtzeller haben ganz, ganz große Arbeit geleistet.“ Schöner Nebeneffekt für Günther: „Ich habe in Amtzell auch viele altbekannte Gesichter getroffen.“

Ja, die „alten Gesichter“ – auch sie waren dem MSC Amtzell zum Jubiläum eine Herzensangelegenheit. Josef Fimpel, ehemaliger Vorsitzender, schickte als Startmarschall die Fahrer auf die Strecke, der frühere Rennleiter Wolfgang Wurst kümmerte sich um die Abnahme und ums Parc Fermé, erfahrene „Ehemalige“ wie Eugen Matheis, Josef Geyer oder Kurt Fischer fungierten als Streckenmarschall, Herbert Schek, eines der sportlichen Aushängeschilder des MSC Amtzell, war bei der Siegerehrung mit dabei und und und. „Insgesamt hatten wir über das gesamte Wochenende 300 Helfer im Einsatz“, erzählte MSC Amtzell-Vorsitzender Klaus Schmehl. Sie kamen nicht nur aus den eigenen Reihen: „Wir hatten Unterstützung durch die Musikkapellen Amtzell und Pfärrich, die Schützen Pfärrich, die Bürgerwehr, die Ramseweible, den Sportverein, die Landjugend und die Feuerwehr.“

Wie sehr die Veranstaltung erfreute, dafür stand Rolf Stehle Pate. Der 60-Jährige war „seit 1983 bei allen Geländefahrten“ dabei und bestritt 2005 sein letztes Vier-Stunden-Enduro in Amtzell: „Eine Viertelstunde, nachdem die Ausschreibung für die Geländefahrt 2018 rausgegangen ist, war ich angemeldet.“ Kraft- und Konditionstraining hat er dafür aufgewandt und auch die Fahrtpraxis wieder etwas aufgefrischt, um am Samstag („erstmals gemeinsam mit meinem Sohn“) noch einmal dabei sein zu können. Auch sein Ziel, unverletzt anzukommen, hat Stehle geschafft: „Die Fahrt hätte schöner nicht sein können. Die Strecke war wunderbar, die Sonderprüfungen waren genial. Typisch MSC halt: alles perfekt.“

Ins Ziel kamen immerhin 310 Fahrer. Enttäuschen musste der MSC nur jene, die aus Platz- oder Altersgründen nicht mehr mitmachen konnten und durften. Schmehl: „Die Krönung war ein 78-Jähriger aus der Gegend von Stuttgart, der unbedingt fahren wollte.“ Trotz vieler Gespräche mit dem Verband erhielt er wegen Überschreitens der Altersgrenze aber keine Lizenz.

Schmehl freute sich bei der Siegerehrung am Samstagabend wie ein Schneekönig über eine geglückte Geländefahrt: „Es ist ein Wahnsinn, was das für ein Fieber ausgelöst hat.“ Das Lob für ihn und seinen Stellvertreter Stefan Staudacher kam vom ehemaligen Vorsitzenden Gerhard Prestel: „Ich habe vor 22 Jahren die letzte Geländefahrt veranstaltet und weiß, wie viel Arbeit das ist.“ Prestel schloss mit den Worten: „Vielleicht ist es in fünf Jahren ja möglich, nochmals eine Fahrt zu machen.“ Eine Sonderehrung gab es auch für Frank Rilling und Manuel Reißle, die die Strecke mit 50-Kubik-Simson-Maschinen in Angriff nahmen – und die steilen Auffahrten teilweise schiebend bewältigen mussten.

Einen Scheck in Höhe von 500 Euro durfte Schmehl vom ADAC Württemberg in Empfang nehmen, dessen Vorstand für Sport, Michael Saur, an die MSC-Ikonen Herbert Schek und Reinhold Roth erinnerte. Von einem „eindrucksvollen Tag“ sprach auch Bürgermeister Clemens Moll: „Es war ein Tag, an dem das ganze Dorf unterwegs war und wir eine hervorragende Stimmung aufnehmen konnten.“

Strecke wird wieder gerichtet

Der MSC Amtzell wird in den kommenden Wochen die Strecke der Geländefahrt wieder herrichten. Unter der eigens eingerichteten Telefonnummer 07520/ 953887 (Anrufbeantworter) können sich Grundstückseigentümer melden, sollte etwas übersehen oder vergessen worden sein.

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