Wehren absolvieren harten Übungstag

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 Geschafft: Die Höhenrettungsgruppe bringt die Person auf der Trage sicher auf den Boden.
Geschafft: Die Höhenrettungsgruppe bringt die Person auf der Trage sicher auf den Boden. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Großkampftag für die Feuerwehren des Gemeindeverwaltungsverbands Altshausen: Am Samstag haben sie in rund 20 gemeinsamen Einsätzen den ganzen Tag über den Ernstfall trainiert. Die Hauptübung des Tages war ein angenommener Brand beim Landhandel Stauß mit Höhenrettung.

Tiefenrettung aus einer Kiesgrube, Schwerverletzte bergen aus einem verunglückten Auto, Ölunfall, Höhenrettung aus einem brennenden Dachgeschoss – die Feuerwehrkräfte mussten verschiedene Szenarien bewältigen. „Es sind im Laufe des Tages etwa 20 Einsätze abgearbeitet worden“, berichtete Thomas Trunz, stellvertretender Kommandant der Altshauser Wehr, kurz vor Beginn der Hauptübung. Er kommentierte für die Zuschauer das Vorgehen der Einsatzkräfte. Eigentlich sei geplant gewesen, mehr Einsätze zu trainieren. „Man hat festgestellt, dass das zeitlich gar nicht machbar ist“, sagte Trunz. Es sei die erste Übung der Verbands-Feuerwehren dieser Art, abgesehen von einer etwas ähnlichen Probe vor vielen Jahren einmal. Man befinde sich somit bei solchen Groß-Übungen noch in einem Lernprozess.

„Es sind etwa 120 Einsatzkräfte am Start“, sagte Trunz weiter. Neben zehn Wehren aus dem Verbandsgebiet – nicht dabei war die Wehr Königseggwald – waren auch Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes und die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Weingarten dabei. Der Gemeindeverwaltungsverband bestehe ja aus selbstständigen Gemeinden mit selbstständigen Feuerwehren, sagte Thomas Trunz. Um den Zusammenhalt und die Zusammenarbeit zwischen den Verbands-Feuerwehren zu stärken, habe man diesen gemeinsamen Übungstag organisiert. Auch Kommandant Hermann Fink bestätigte, dass es vor allem darum ging, die Zusammenarbeit zu stärken. Der Übungstag ist nach Bewertung von Fink „tipptopp“ verlaufen. Auch künftig soll es wieder gemeinsamen Übungstage geben: „Das war sicherlich nicht der letzte“, meinte Fink, der sich zusammen mit den Kommandanten-Kollegen und einem Organisationsteam im Vorfeld die verschiedenen Übungsszenarien ausgedacht und festgelegt hatte.

Die Hauptübung des Tages fand auf dem Areal von Landhandel Stauß statt. Das angenommene Szenario: Das Kunstdüngerlager brennt. Es muss eine Person aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Die Kombination Brand Kunstdüngerlager und Personenrettung ist laut Thomas Trunz „eine ganz heiße Geschichte“. Brennt Kunstdünger, entstünden hochgiftige Dinge: „Blausäure und so ganz ekelhafte Sachen“, sagte Trunz. Das Szenario war nicht aus der Luft gegriffen. Trunz berichtete, dass Mitte der 1980er-Jahre ein solches Kunstdüngerlager in Altshausen gebrannt habe. Das Löschwasser habe dann ein Fischsterben verursacht, verdeutlichte er das Gefahrenpotenzial eines Kunstdüngerbrandes.

Die Rettung der Person übernahm die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Weingarten. Gerettet wurde dabei nicht eine Puppe mittels einer an Seilen befestigten Trage, sondern ein „echter“ Feuerwehrmann in der Trage, der sich als zu rettende Person zur Verfügung stellte. Die Höhenrettungsgruppe absolvierte die Übung gekonnt und der Feuerwehrmann wurde sicher auf den Boden gebracht. Festgemacht wurden die Seile, an denen wiederum die Trage mit dem Feuerwehrmann und ein begleitender Feuerwehrmann der Höhenrettungsgruppe hingen, an der hinteren Stoßstange eines Ford Ranger, einem großen und schweren Pick-up.

Spenden für die Schuleund den Fußballverein

Nach der Hauptübung gab es noch eine Zusammenkunft. Die Gemeindeverwaltungsverbands-Wehren übergaben laut Kommandant Hermann Fink 1500 Euro als Spende an die Herzogin-Diane-Stiftung. Das Geld stammt aus einer sogenannten Orientierungsfahrt von Feuerwehren aus dem Kreis, die im vergangenen Jahr auf dem Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbands Altshausen stattfand. Die Stiftung erhöhte den Betrag um weitere 1500 Euro. Diese 3000 Euro will die Stiftung einerseits an den Fußballverein Altshausen und zum anderen an die Herzog-Philipp-Verbandsschule spenden.

Zudem gab es noch eine spontane Spendenaktion: Die Feuerwehr der ungarischen Partnergemeinde Bicske braucht ein neues Feuerwehrfahrzeug. 500 Euro ergab laut Hermann Fink eine Sammlung unter den Anwesenden, weitere 500 Euro gibt demnach die Gemeinde und weitere 1000 Euro die Herzogin-Diane-Stiftung, sodass die ungarischen Feuerwehrleute 2000 Euro an Spendengeldern mit nach Hause nehmen konnten.

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