Wandlung der „Alten Post“ dokumentiert

Lesedauer: 4 Min

 Elmar Hugger von der Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege freut sich über die neuen Tafeln in der Historischen Galerie
Elmar Hugger von der Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege freut sich über die neuen Tafeln in der Historischen Galerie. (Foto: Julia Freyda)

Die Historische Galerie in der „Alten Post“ ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Somit auch am kommenden Sonntag, 7. Oktober.

Mit neuen Ausstellungsstücken hat die Gesellschaft für Geschichte und Heimatpflege die Historische Galerie in der Alten Post erweitert. Unter anderem gibt es nun auch Informationen über die Königinnen und Herzoginnen von Württemberg.

Die Veränderungen machen sich schon im Eingangsbereich bemerkbar. Im sonst kahlen Treppenaufgang hängt ein Gemälde, das Franz Anton Bagnato zeigt. Er wurde 1731 in Altshausen geboren und trat 1757 die Nachfolge seines Vaters Johann Caspar als Baudirektor der Deutschordens-Provinz Elsass-Burgund an. Unter Franz Antons Bauleitung wurden in der „Alten Post“ umfangreiche Umbauarbeiten vorgenommen. Die bedeutendste war die Barockisierung des Äußeren der Gaststätte. Auf dem Gemälde ist Franz Anton Bagnato mit seiner Familie zu sehen, bislang hing es als Leihgabe der Altshauser Gesellschaft für Geschichte im Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim.

Wappenkalender am Eingang

Außerdem zieren ein Wappen und ein Wappenkalender den Eingangsbereich. Solch ein Kalender bot hohen Würdenträgern die Gelegenheit zur Repräsentation. Der Kalender der Deutschordens-Provinz Elsass-Burgund für das Jahr 1701 zeigt oben das Wappen des Auftraggebers, dem Landkomtur Franz Benedikt von Baaden. Darunter reihen sich weitere Wappen und unten ist unter anderem das Schloss Altshausen als Sitz des Landkomturs zu sehen.

Im Museum selber ist nun die Geschichte des Gebäudes „Alte Post“ auf zwei Schautafeln dokumentiert. „Wie bei den bisherigen Tafeln haben wir darauf geachtet, dass alles selbsterklärend ist“, sagt Elmar Hugger von der Gesellschaft für Geschichte. Die erste schriftliche Erwähnung des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1606. Damals übernachteten dort Kommissare aus Insbruck, die im Auftrag des Hochmeisters nach Altshausen kamen. Im 17. Jahrhundert wurde das Gasthaus auch als „Goldener Hirsch“ bezeichnet. 1813 wurde das Postamt in das Gebäude verlegt. Von da an war die Bezeichnung „Hirsch-Post“ gebräuchlich. Über viele Jahre blieb der Betrieb als Hotel und Gasthaus noch bestehen, bis der letzte Wirt Adolf Schweizer 1974 den Betrieb einstellte. Lange Zeit stand das Gebäude leer, verfiel zusehends. Schließlich erwarb es die Gemeinde Altshausen es und investierte 3,2 Millionen in die Sanierung. Außer dem Museum beherbergt es auch den Sitzungssaal und das Trauzimmer. Ab voraussichtlich Mitte Oktober ziehen auch die Mitarbeiter vom Rathaus auf die andere Straßenseite in die „Alte Post“ um.

Neben Tafeln zur Deutschordens-Provinz, hatten auch die adeligen Herren bereits ihren Platz in der Galerie. Nun gibt es auch Informationen zu den Damen. Auf einem Flachbildschirm sind die Königinnen von Württemberg zu sehen und es gibt Informationen zu deren Abstammung, Leben, Verdienste und Verbindung zu Altshausen. Daneben hängt eine Tafel mit den vier Herzoginnen von Württemberg. Herzogin Helene war die erste Frau von Herzog Philipp Albrecht und auch die erste die im Schloss Altshausen wohnte. Sie starb 1923 nach nur einem Jahr Ehe an den Folgen der Geburt ihrer Tochter.

Die Historische Galerie in der „Alten Post“ ist jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Somit auch am kommenden Sonntag, 7. Oktober.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen