Straßensanierung teurer als erwartet

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 Marode: Die Blumenstraße in Altshausen ist sanierungsbedürftig.
Marode: Die Blumenstraße in Altshausen ist sanierungsbedürftig. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Weil das Angebot für die Sanierung der Blumenstraße deutlich teurer ist als erwartet, hat der Gemeinderat Altshausen die Vergabe der Arbeiten erst einmal verschoben. Die Verwaltung prüft nun, die Arbeiten nochmals neu auszuschreiben in der Hoffnung, dass sich mehr als ein Anbieter für das Vorhaben interessiert und die Kosten sinken könnten.

Es steht der vierte Abschnitt der Kanalsanierung des Sammlers Ortsmitte an, Bereich Blumenstraße. „Die Angebotssumme ist relativ hoch im Vergleich zur Kostenberechnung“, sagte Bürgermeister Patrick Bauser in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Das Problem ist auch, dass wir nur ein Angebot haben.“ Nur ein Unternehmen bemühte sich um den Auftrag, das Angebot beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro – wobei die Gesamtkosten des Vorhabens noch höher wären, denn neben Tief- und Straßenbau würde es weitere Kosten geben. Rechnet man das vorliegende Angebot mit den anderen, geschätzten Kosten zusammen, ergibt sich insgesamt eine deutliche Überschreitung der Kostenberechnung, Bauser sprach von mehr als 50 Prozent Überschreitung.

„Wir haben momentan einfach die Situation: Die Baufirmen sind voll“, meinte Patrick Bauser mit Blick auf die Auftragslage der Unternehmen. Da es nur ein Angebot gebe, könne man auch nicht sagen, ob der Preis nun erhöht ist – würde es drei Anbieter mit ähnlichen Preisen geben, würde man wissen, dass der Preis derzeit tatsächlich so hoch ist. Ein Problem ist nach Einschätzung des Bürgermeisters dabei aber auch, dass die Kanalerneuerung in der Blumenstraße kompliziert ist, beispielsweise brauche es entsprechende Spundwände, man müsse auch tief graben. „Viele Firmen haben diese Spundwände nicht“, sagte Bauser.

Gemeinderat Frank Binder (CDU) sah es ähnlich wie der Bürgermeister. „Für mich ist es ein Riesen-Problem, wenn wir nur einen Anbieter haben, und das bei einer stattlichen Preisvorstellung“, sagte er. Er sprach sich dafür aus, die Vergabe der Arbeiten zu verschieben. Die Verwaltung will nun prüfen, ob die Zuschüsse verfallen würden, wenn man die Ausschreibung aufhebt, die Arbeiten dann noch dieses Jahr neu ausschreibt, sie aber erst nächstes ausführt. Im Publikum – einige Anlieger waren anwesend – stieß die jetzt absehbare Verzögerung auf wenig Begeisterung. Der Gemeinderat beschloss, die Vergabe der Arbeiten erst einmal zu verschieben.

Planer Michael Heinrich vom Büro Fassnacht stellte das umfangreiche Bauvorhaben vor, das zwischen 18 und 24 Wochen dauern soll. Eine Diskussion gab es darüber, wie hoch der Bordstein am Gehweg künftig sein soll, Hermann Fink (Freie Wähler) hakte dazu nach. Planer Michael Heinrich verdeutlichte, dass es da ein Grundsatzproblem gibt: Einerseits sei für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ein komplett abgesenkter Bordstein, also null Zentimeter Anschlag, sinnvoll. Für blinde Menschen dagegen sei das schlecht weil sie sich dann mit ihrem Blindenstock schwerer orientieren könnten, dann müsse man eigentlich ersatzweise entsprechende Leitstreifen auf dem Gehweg anbringen, damit die Blinden sich daran orientieren können. Geplant ist ein Bordstein mit einer Höhe von drei Zentimetern.

Im Vorfeld war ein Gutachter eines Büros im Auftrag der Verwaltung unterwegs. Mögliche bereits existierende Schäden an den Häusern sollten damit festgestellt werden, erläuterte Patrick Bauser. Für Irritationen sorgte bei den Anwohnern aber das Vorgehen des Büros, wie eine Anwohnerin im Zuschauerbereich in einer Wortmeldung verdeutlichte: Die Anlieger hätten Termine mit dem Gutachter vereinbart, doch zu diesen sei er nicht gekommen. Stattdessen sei der Gutachter über die Straße gegangen und habe die Häuser von außen kurz fotografiert. Bürgermeister Patrick Bauser fand das Vorgehen der Firma auch nicht ideal. Er kündigte an, dass man bei künftigen Baumaßnahmen vielleicht ein anderes Büro beauftrage.

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