Senioren-Projekt hofft auf Landesweiterbildungspreis


Mit Laptop, Smartphone und Tablet hören die Senioren den Tipps der Referenten zu.
Mit Laptop, Smartphone und Tablet hören die Senioren den Tipps der Referenten zu. (Foto: VHS)
Redakteurin

Seit Herbst 2014 gibt es das Projekt „Senioren in Altshausen – aktuell informiert“, um den älteren Bürgern Medienkompetenz und Allgemeinbildung zu bieten. Nun ist das gemeinsame Projekt von der VHS Oberschwaben und der Bürgerstiftung Seniorenhilfe Altshausen in Kooperation mit dem Wohnpark St. Josef für den Landesweiterbildungspreis nominiert.

19 Veranstaltungen zu verschiedenen Themen hat es in den rund vier Jahren gegeben, insgesamt waren 390 Teilnehmer dabei. „Anfangs waren wir auf die Medienkompetenz fokussiert, aber haben uns durch Anregungen der Teilnehmer für ein breiteres Spektrum geöffnet“, sagt Annabel Munding, Leiterin der VHS Oberschwaben. So wurde zum Beispiel das Netzwerk Facebook und Einkaufen im Internet thematisiert, aber auch Mobilität, Altersarmut sowie der Enkeltrick und andere Betrügereien. „Ich bin oft überrascht, wie offen die Teilnehmer sich dabei einbringen“, sagt Munding. Beim Thema Altersarmut seien die Organisatoren unsicher gewesen, ob überhaupt jemand kommen würde. Letztendlich sei es auch nur eine kleine Gruppe gewesen, aber eine Frau habe offen über ihre Privatinsolvenz gesprochen und anderen Tipps gegeben. Auch Ausflüge stehen auf dem Programm und sind bei den Teilnehmern sehr beliebt. „Denn so erleben sie in der Gruppe etwas außerhalb von Altshausen. Aber wer zum Beispiel noch nicht den Umgang mit Fahrkartenautomaten kennt, kann ihn dabei lernen“, sagt Munding. Zudem achten die Organisatoren besonders auf die Bedürfnisse der Älteren, etwa dass bei Ausflügen keine weiten Wege zurückgelegt werden müssen. Daher sind die Veranstaltungen auch stets am Nachmittag, sodass niemand im Dunkeln unterwegs sein müsste.

Neben der Information für die Senioren ist aber auch die Geselligkeit und der Austausch ein wichtiger Aspekt. Die Treffen in Altshausen finden fast immer im Wohnpark St. Josef statt, um weniger mobilen Senioren die Teilnahme zu ermöglichen. „Angestrebt ist aber auch, dass sich jüngere und ältere Senioren begegnen, um die Vereinsamung zu vermeiden“, sagt Beate Schweizer, Leiterin der VHS-Außenstelle in Altshausen. Die Ideen gehen ihr und Munding bislang nicht aus. Momentan sind als weitere Themen nachhaltiger Konsum, Seniorenpolitik und Erste Hilfe geplant.

Sechs Nominierte, drei Preisträger

Der Landesweiterbildungspreis wird Ende September auf einem Fachtag des Bündnisses für lebenslanges Lernen und des Kultusministeriums in Stuttgart vergeben. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem demografischen Wandel. Das war ein Grund für Munding und ihr Team, sich zu bewerben. „Ich bin aber auch gespannt auf die Rückmeldung, die wir von außen bekommen. Denn solch einen Wettbewerb sehe ich auch als Qualitätssicherung, um zu hören ob das Projekt nur uns und den Teilnehmern gefällt oder auch darüber hinaus“, sagt Munding.

Nominiert sind sechs Projekte, drei davon werden ausgezeichnet. Beim Fachtag können die Nominierten sich in unterschiedlichen Räumen vorstellen. Die Altshauser konkurrieren dabei zum Beispiel mit „Leben in der digitalen Welt“ von der VHS Stuttgart, dem Medienmentoren-Programm für Senioren des Landesmedienzentrums und der Plattform Alterskompetenz.info, die sich aus Sicht der Generation 65plus mit Themen rund ums Berufs- und Privatleben sowie der Digitalisierung beschäftigt. Das Konzept von „Senioren in Altshausen – aktuell informiert“ gibt es in dieser Form bislang nur in der Gemeinde. „Es hat aber schon eine Eigendynamik entwickelt, sodass fittere Teilnehmer aus dem Umland in ihren Gemeinden ähnliche Angebote auf die Beine stellen“, berichtet Munding.

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