Offene Bauweise soll Miteinander stärken

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Christoph Klawitter

Die Firma Stadler hat ihr neues Verwaltungsgebäude an der Max-Planck-Straße in Altshausen feierlich eröffnet. Zahlreiche Gäste kamen am Freitag und besichtigten die neue moderne Firmenzentrale des Herstellers von Sortieranlagen für die Entsorgungs- und Recyclingindustrie. Firmenchef Willi Stadler gab bei dieser Gelegenheit bekannt, dass das Unternehmen vor kurzem eine Kooperation mit der Krones AG eingegangen sei.

„Heute ist ein Tag zum Feiern“, freute sich Willi Stadler. Das neue Gebäude sei architektonisch absolut gelungen. „Es passt sich den vorhandenen Produktionshallen richtig gut an“, sagte er. „In 18 Monaten wurde hier termingerecht ein kleines Schmuckstück errichtet.“ Der Bezug des neuen Verwaltungsgebäudes ist der letzte von drei Bauabschnitten, deren Ziel die Verlagerung des Werks von der Robert-Bosch-Straße in die Max-Planck-Straße war.

Insgesamt investierte das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren laut Willi Stadler 30 Millionen Euro. „Das ist das Geld, das unser schwäbischer Lieblingsverein in der Regel innerhalb eines Jahres zum Fenster hinausschmeißt“, ergänzte der Geschäftsführer unter dem Lachen der Zuhörer – Stadler ist laut eigener Auskunft Fan des VfB Stuttgart. Für einen Profi-Fußballverein sei das vielleicht nicht viel Geld, für die Firma Stadler aber schon, sagte er weiter. Das Verwaltungsgebäude alleine, also der dritte Bauabschnitt, kostete 7,6 Millionen.

Mitarbeiter miteinbezogen

Wie Willi Stadler weiter sagte, sei es dem Unternehmen ein großes Anliegen gewesen, lokale Handwerker in den Bau miteinzubeziehen. Ebenfalls miteinbezogen wurden die Mitarbeiter in die Planungen. „Uns war eine offene Bauweise sehr wichtig, um das Miteinander der Mitarbeiter zu stärken“, sagte Stadler.

Um am Standort Altshausen bleiben zu können, benötigte die Firma eine größere Fläche. „Nur durch den Kauf dieses sieben Hektar großen Geländes war es uns möglich, in Altshausen zu bleiben und zu expandieren“, sagte Stadler. „Bei einer kleineren Fläche wären wir gezwungen gewesen, uns andernorts niederzulassen.“ Er wolle deshalb an dieser Stelle einen Appell an die große Politik richten: Programme zur Reduzierung des Flächenverbrauchs seien zwar gut und recht – aber ohne Industrie und Gewerbe und neue Arbeitsplätze würde eine Gemeinde veralten.

Stadler hatte für die Zuhörer noch eine Neuigkeit dabei: Seit dieser Woche habe man einen neuen strategischen Partner. Die Krones AG, die Brauereien mit ihren Anlagen ausstattet, und die Firma Stadler Anlagenbau seien eine Kooperation eingegangen. Willi Stadler hofft darauf, dass die Kooperation noch einmal einen Schub für die Recycling- und Sortiertechnik von Stadler bringe.

„Die Firma Stadler ist ein Juwel in unserer Raumschaft“, sagte Bürgermeister Patrick Bauser. Er hob die Mitarbeiterorientierung des Unternehmens hervor. „Man spürt bei den Mitarbeitern, dass sie ernst genommen werden“, hat Bauser beobachtet. Der Bürgermeister lobte auch die Qualitäten von Willi Stadler als Unternehmer: Dieser habe ein hohes Verhandlungsgeschick, sei sprachbegabt und habe ein Vertrauensverhältnis zu seinen Mitarbeitern. Die Gemeinde Altshausen hat laut Bauser „alles dafür getan, um diese Weltfirma in Altshausen zu halten“. Den neuen Verwaltungssitz lobte er: Dieser sei nicht zu wuchtig geworden. Als Geschenk der Gemeinde erhielt die Firma Stadler eine Eiche.

Hochwertig, aber nicht protzig und überheblich: Wie Franz-Josef Luib, Prokurist und Leiter des Ingenieur-Hoch- und Tiefbaus bei der Firma Reisch, deutlich machte, war das auch die Vorgabe. Die Firma Reisch erstellte als Generalunternehmer das neue Verwaltungsgebäude. Luib erläuterte, wie die Büroebenen gestaltet sind: Es gibt demnach offene Blickbeziehungen, aber auch Rückzugsorte für die Mitarbeiter.

Franz-Josef Luib übergab einen symbolischen Schlüssel in Form eines Kreuzes an Willi Stadler. Es ist aus dem Holz einer jahrhundertealten oberschwäbischen Mooreiche gefertigt worden, erklärte Luib. Außerdem schenkte die Firma Reisch ein Kunstwerk von dem aus Altshausen stammenden Gerold Miller, was Stadler sehr freute.

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